Es fehlt ein Haushaltswarenladen

Studenten vom Oswald-Nell-Breuning präsentieren ihre Studie

Wirtschaftsstudenten sondieren Marktchancen und Marktpositionierungen für Coesfeld.

Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Annette Rabert und Geschäftsführerin Dorothee Heitz erhalten von Christian Wilde die Projektarbeit über die „Strategische Ausrichtung der Einkaufsstadt Coesfeld“. 15 Studierende haben ein halbes Jahr lang den zukünftigen Weg für die Kreisstadt ausgekundschaftet. (Foto hlm)

Coesfeld, 26.01.16 (hlm). Mangel an Parkplätzen für Autos und Fahrräder, es braucht ein modernes Parkleitsystem, es fehlen Erholungspunkte und Ruhezonen für Jung und Alt, es braucht ein internationales gastronomische Angebot, die Öffnungszeiten sind in der Innenstadt nicht einheitlich und es fehlt das Angebot vonSpielzeug Haushaltswaren. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommen 15 Studenten der Fachschule für Wirtschaft vom Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg. Sie verglichen das Angebot in der Stadt mit Nachbarkommunen und suchten nach Antworten auf die Frage, wie die Einkaufsstadt Coesfeld ihr Image weiter aufpolieren kann. Mit im Boot sitzt der Stadtmarketingverein Coesfeld & Partner. Die Zusammenfassung der Projektarbeit legten die Studenten dem Arbeitskreis Handel und Gastronomie vor. Für den Vortrag haben Coesfelds Händler ein offenes Ohr, wie der fast vollbesetzte Europaraum im Berufskolleg bestätigt. Unbekanntes kam nicht zum Vorschein. Es bestätigt die Kernaussagen aus vorherigen Erhebungen und findet Redundanzen mit dem Regionaleprojekt BerkelStadt Coesfeld. Ein besonders Manko stellen die Nachwuchswirtschaftler bei der Vernetzung mit der Onlinewelt heraus. Die Mehrheit der Händler sind im Internet präsent, nutzen aber die sozialen Medien nicht als Werbemotor und für flankierende Maßnahmen. Dabei ist gerade der Onlinehandel der schärfste Konkurrent der Händler in der Stadt. Ganz tatenlos sind die Kauffrauen und Kaufmänner nicht. Es wird versucht mit Beratungsangeboten und Lieferservice die Kunden an das Geschäft und den Namen zu binden. Bei Beratung hat Thomas Wolbring vom gleichnamigen Fotogeschäft nicht nur gute Erfahrung gemacht: „Beratung abholen und im Netz kaufen – die Kunden gibt es.“ Gerade im Dienstleistungsbereich der Händler sehen die Studenten noch Ausbaupotential: Testangebote fürProdukte und Reparaturservice anbieten. Das sind Serviceleistungen, die der Onlinehandel nicht einfach anbieten kann.

Studierende des Oswald-von-Nell-Berufskolleg unterstützen mit einer Projektarbeit die zukünftige Positionierung der Stadt.

Bürgermeister Heinz Öhmann diskutiert die Handlungsempfehlungen, die unteranderem der Student Bernd Ahlenkamp (Mitte) mit dem Projektleiter Christian Wilde (r.) aufgestellt haben. (Foto hlm)

Es gibt aber Aufgaben zur Imageerweiterung, die der Händler als Einzelkämpfer nicht leisten kann. Da ist die Gemeinschaft, in Vertretung des Stadtmarketingvereins Coesfeld & Partner und die Stadtverwaltung, gefragt. Denn Coesfeld braucht ein Alleinstellungsmerkmal. Etwas, dass sich von den umliegenden Kommunen deutlich abhebt. An den Stadtmarketingverein gerichtet, unterbreiten die Studenten den Vorschlag einer CoesfeldCard. Mit einer solchen Treuekarte ließen sich, nach den Überlegungen der Projektgruppe, die Menschen in die Stadt locken und langfristig binden. Zum Beispiel durch Rabatte bei den Parkplatzgebühren. „Noch eine Bonuskarte“, ist eine kritische Stimme aus dem Forum zu hören. Der Stadtverwaltung empfehlen die Studenten vor allem die Optimierung der Beschilderung zur besseren Orientierung, inklusive eines modernen Parkleitsystems und den Bau eines Parkhauses – Standort: Altes Möbelhaus Hageböck an der Süringstraße. Das Gebäude ist mittlerweile im Besitz der Münsterländischen Immobilien- und Grundstücksbesitzverwaltung. Rudolf Eismann, der sein Geschäft für Bastelbedarf in dem Haus hat, sieht es gelassen. Er hat einen Mietvertrag bis 2018. Was dann wird, weiß er noch nicht.

Einige Handlungsempfehlungen der Projektgruppe sind auf den Weg gebracht, wie zum Beispiel eine besseres mobiles Angebot durch den Bürgerbus. Die Auffassung teilen sich Bürgermeister Heinz Öhmann und Annette Rabert, Vorsitzende des Stadtmarketingvereins. Andere Punkte schreiben sich Verwaltung, Stadtmarketing und Händler auf die Agenda. Bei dem endlosen Thema Parkplatz verspricht Öhmann alsbald ein Lösungsvorschlag, der etwa im April im Rat zur Diskussion stehen soll.

 

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