Berkelhaus ist Aus

Die WVA Objektanlage GmbH verkündeten das Aus für das Berkelhaus. Die Stadt berät über Alternativen für mehr Parkplätze im Stadtkern. Die dezentrale Alternative mit der Aufstockung der Parkplätze Mittelstraße und Marienring sowie dem Ausbau an der Davidstraße rückt aus städtebaulicher Sicht und von der Kostenseite in den Fokus.

Coesfeld, 09.03.16 (PM). Das heute, 09.03.2016, von der WVA Objektanlage GmbH verkündete vorläufige Aus für das Berkelhaus auf dem ehemaligen Postgelände macht den Weg frei für die konkrete Diskussion der Parkalternativen für die Innenstadt. Das teilt die Stadt in einer Stellungnahme mit. „Wir bedauern die Entscheidung der Investoren der WVA Objektanlage GmbH, müssen sie jedoch als offenbar unumgänglich zur Kenntnis nehmen“, erklärt Bürgermeister Heinz Öhmann. Die Stadt habe die Errichtung des Wohn- und Geschäftshauses „Berkelhaus“ mit hoher Priorität unterstützt, die erforderlichen Genehmigungsverfahren vorangetrieben und den Stadtmarketing Verein intensiv einbezogen.

„Dass das ambitionierte Projekt jetzt scheitert, ist städtebaulich sehr bedauerlich“, sagt Beigeordneter Thomas Backes. „Dennoch bringt die verkündete Entscheidung auch Klarheit: Der Weg wird frei für die konkrete Entscheidung, wie mehr Parkraum im Stadtkern geschaffen werden kann.“ Da jetzt die fehlenden 58 Parkplätze des Berkelhauses nicht im unmittelbaren Umfeld realisiert werden müssen, rücken andere Lösungsmöglichkeiten verstärkt in den Fokus.

Drei Alternativen für mehr Parkraum im Zentrum hat die Stadt bereits 2015 unter die Lupe genommen. Erstens die dezentrale Aufstockung. Dabei werden die Parkplätze Mittelstraße und Marienring mit jeweils einem Parkdeck aufgestockt und der Parkplatz an der Davidstraße wird zusammenhängend ausgebaut (aktueller Parkplatz und Nachbarfläche von einem Dritten).

Diese Alternative ist verbunden mit einem dynamischen Parkleitsystem, wie es jetzt schon für die Parkhäuser Marktgarage und Krankenhaus existiert. „Die genaue Lenkung der Autofahrer ist bei dieser Variante mit eingerechnet. Sie ist aus meiner Sicht ein starkes Argument, weil es so gelingt die Autofahrer laufend sowie immer aktuell über freie Parkflächen und Plätze zu informieren“, erklärt Bürgermeister Heinz Öhmann. Der Parksuchverkehr könne so deutlich reduziert werden. Deshalb empfiehlt der Verwaltungschef auch diese Variante.

Zweite Alternative ist der Bau des Parkhauses in der Süringstraße auf den Flächen ehemals Hageböck („Weißer Riese“) und dem benachbarten ehemaligen Westfälischen Hof. Dritte Alternative ist schließlich die Errichtung eines Parkhauses an der Davidstraße (auf städtischer und einer Fläche von einem Dritten).

Sowohl bei der wirtschaftlichen, der städtebaulichen Bewertung als auch bei der Erreichbarkeit und der Frage, in welchem Stadtteil Parkraum benötigt wird, hat die dezentrale Lösung die Nase vorn. Sämtliche Betrachtungen sind gemeinsam mit der später die Anlagen betreibenden Bäder- und Parkhausgesellschaft durchgeführt worden. Geschäftsführer Markus Hilkenbach unterstreicht: „Wir stehen in Bezug auf die dargestellten Projekte und Wirtschaftlichkeitsberechnungen im ständigen Austausch mit der Verwaltung und werden auch bei der weiteren Planung als möglicher Partner bzw. Investor zur Verfügung stehen.“

Im Detail werden die verschiedenen Parkraum-Alternativen in den politischen Gremien im April/Mai diskutiert werden. „In den begleitenden Sitzungsvorlagen werden wir die Bewertungskriterien und die Vor- und Nachteile jeweils offen legen“, kündigt Stadtbaurat Thomas Backes an.

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