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Allgemeine Themen

Schwedings Handhabung der Wolken

Ein Roman mit einem Platz unterm Weihnachtsbaum

Schwedings Handhabung der Wolken. Ein gelungener und lesenswerter Roman, den der Coesfelder Georg Veit kürzlich veröffentlicht hat. (Foto hlm)

Coesfeld, 14.12.17 (hlm). Ist es kindliche Naivität in Wolkenbildern Figuren zu erkennen – kurzlebige, immer wechselhafte? Ist es ein Ausdruck von Kreativität – oder gar ein Medium zur Präkognition, zum Hellsehen? Schweding sieht genau das darin. Eine Fähigkeit, gar ein geerbtes Talent, die in einem münsterländischen Dorf, in dem er geboren und aufgewachsen ist, nicht sein darf. Seitens seines Vaters nicht, von seinen Verwandten nicht und von seinem Umfeld ohnehin nicht. Er wird gehänselt, ausgegrenzt und isoliert sich zunehmend. Da passt es Schweding im Erwachsenenalter als Experte vorzüglich in einer Wetterstation am Longinusturm in den Baumbergen zu arbeiten. Am höchsten Punkt des Münsterlandes, den Wolken am nächsten dran. Der ansonsten stille Vater Johannes Schweding, der seinen Sohn an einer Stelle aus eigener Erfahrung belehrt: „Unauffälligkeit! Wenn man außen sicher ist, ist man’s drinnen auch“, wird später Opfer seiner eigenen Unterdrückung. Schweding kann es dennoch nicht lassen und hört nicht auf seinen Vater. Der Eigenbrötler feilt an seiner Präzision der Methodik geradezu mit wissenschaftlichem Ansatz. Er wird der Hellseher, der Spökenkieker, der mit Hilfe von Wolkenbildern in seine fantastisch visionäre Welt taucht und seine Fähigkeiten so weit perfektioniert, dass er auch ohne sein Hilfsmedium in seine Gedankenwelt eintauchen kann. Er wird zum Voyeur, zum Big Brother, wenn er seinen auserwählten Probanden für seine Experimente beobachtet. Nur eines kann oder will Schweding nicht: Sehen, dass die in seinen Kindheitstagen tödlich verunglückte Mutter ein Mordopfer war. Schlussendlich gerät der Hellseher selbst in Zweifel an seinen Fähigkeiten. Am Ende gehen Schweding entsetzt die Augen auf: Er war selbst über Jahrzehnte hinweg Proband eines Experimentes.

Coesfelds Buchautor Georg Veit schreibt mit seinem Roman nicht einfach eine Geschichte, die im Münsterland spielt. Er konstruiert mit Worten kunstvoll ein bisweilen surreales Gebilde mit filigran verschachtelten Sätzen, die den Leser in seine Welt eintauchen lässt. Mit den punktuell gesetzten wahren Geschichtsereignissen schwankt man zwischen der Fantasiewelt und der realen Welt hin und her. Da wird das detektivische Gespür geweckt, das Geburtsdatum des Hellsehers aufzustöbern. Denn auch das lässt Veit im Latenten. Die Kontinuität, mit der Schweding ohne Vornamen bleibt, hinterlässt eine Distanz zu dieser bisweilen abstoßenden, aber auch bedauernden Persönlichkeit mit autistischen Zügen.
Kurz und knapp als Tipp der Redaktion: Kaufen. Einpacken. Verschenken!

Georg Veit: Schwedings Handhabung der Wolken.
ISBN 978-3-942788-39-7
Preis: 16,00 €
Erschienen im Elsinor Verlag, Coesfeld, 2017

Acht Wochen „Bürgerbühne“ nutzen

Friedrich Becker holt mit seiner historischen Uniform ein Stück Geschichte über Coesfeld bei seiner Führung „Militär und Befestigungsanlagen in Coesfeld“ vor die Haustür. (Foto Stadt Coesfeld)

Arbeitskreis Kultur & Freizeit mit frischem Angebot für Bürgerinnen und Bürger

Coesfeld, 25.11.17 (hlm). Die Bühne im Schlosspark wird einmal jährlich von der Stadt zur Nutzung aufgebaut. „Wahrscheinlich im Bereich der Sommerferien“, terminiert grob Udo Hoppe, Geschäftsführer des Stadtmarketingverein Coesfeld & Partner. Nach ursprünglichen Vorstellungen sollte die „Bürgerbühne“ auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Aber es stellte sich aktuell heraus, dass zum einen der Aufbau für Laien zu Komplex sei. Zum anderen die Kosten zu hoch seien, wenn Mitarbeiter des Bauhofs diese Aufgabe übernehmen. Elf Arbeitsstunden werden für Auf- und Abbau, Transport und Einlagerung kalkuliert. Das macht Kosten von 2480 Euro, so die Auskunft aus dem Rathaus. Eine Summe, die die Mieter tragen müssten. „Das ist zu viel und ist keinem Verein oder Bürger zumutbar“, meint Hoppe. Die Alternative könnte so aussehen: Die Stadt lässt die Bühne für acht Wochen einrichten. Nach vorheriger Anmeldung kann dann die Eventstätte über der Berkel von jedem genutzt werden. Bei einigen Punkten besteht aber noch Klärungsbedarf. Besonders empfindliches Thema ist der Lärmschutz. Beim Event „Sport im Park“, dass im Zuge der Eröffnung des Schlossparks viele Menschen bewegt hat, zeigten Messungen Schalldruckwerte, die über die Grenzwerte gingen. Zukünftig bedarf es einer Regelung, was überhaupt im Schlosspark möglich ist und wie die Lärmbelästigung in Grenzen zu halten ist. Bis alles in trockenen Tüchern ist, wird es noch etwas Zeit brauchen. Das war Ergebnis eines Besprechungspunktes auf der Sitzung des Arbeitskreises Kultur & Freizeit vom Stadtmarketingverein am vergangenen Mittwochabend im Pulverturm.

Auf der Tagesordnung stand auch das zukünftige Vorgehen des Hansemahls. Martin Althoff von der Interkulturellen Begegnungsprojekte e.V. (IBP) findet prinzipiell: „Die Einfachheit ist der Charakter der Veranstaltung.“ Damit zielt er auf die Aufstellung von Bänken und Tischen ab. Um den Rest kümmern sich bekanntlich die Teilnehmer. Trotzdem ist das Angebot nicht zum Renner aufgestiegen. Der Grund ist nicht das Interesse. Vielmehr hat in der Vergangenheit schlichtweg das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einer Verschiebung auf einen anderen Monat soll sich die Wahrscheinlichkeit, einen Tag mit trockenem und wärmerem Klima zu treffen, erhöhen. Zusätzlich ist angedacht, das Hansemahl mit dem Feierabendmarkt an einem Donnerstagabend zu koppeln. Dann gäbe es parallel zusätzliche Strukturen und Versorgungsangebote für die Teilnehmer, schätzt Arbeitskreissprecherin Anne Grütters.

15 Stadtrundgänge hat Coesfeld im Repertoire. In 2018 ergänzt sich das Angebot um die Führung „Militär und Befestigungsanlagen in Coesfeld“. Die Probeläufe mit Friedhelm Becker in 2017 seien gut angenommen worden. Magnet ist dabei Beckers Auftritt. In historischer Militäruniform und altertümlicher Waffenausstattung macht er sich auf Spurensuche bis ins mittelalterliche Coesfeld. Dieses Angebot und weiter finden sich ab dem Frühjahr 2018 in der Neuauflage der Broschüre „Stadtführungen Coesfeld“.

Die letzte Arbeitskreissitzung in diesem Jahr hat auch einen resümierenden Blick auf den zweiten Coesfelder Atelierrundgang geworfen, bei dem heimische Künstler ihre Türen zu den Werkstätten für Interessierte öffneten. Coesfelds Künstlerin Karola Wortmann findet durchweg positive Resonanz. Mit den Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen, sei es eine Bereicherung für Künstler und Kunstinteressierte gewesen. In zwei Jahren soll dieses Angebot wiederholt werden. Aber nicht im September, wie beim diesjährigen Rundgang, sondern in der ersten Hälfte des Jahres. Denn im Herbst 2019 wird Coesfeld ganz im Zeichen der Kulturnacht stehen.

Bürgerversammlung zur Natur-Berkel

Ökologische Aufwertung und mehr Hochwasserschutz Coesfeld, 06.07.17 (PM) Die Umgestaltungen der Berkel im Innenstadtbereich sind teilweise schon abgeschlossen. Nach der Zeitplanung des Regionale 2016 Projektes BerkelStadt geht es in der nächsten großen Etappe um die ökologische Verbesserung der Berkel und der Optimierung des Hochwasserschutzes der Bürger in der Stadt. Über aktuelle Planung der NaturBerkel informiert…

Coesfelder Heinz Dickhoff im DGB-Vorstand

Wahlen beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) – Kreisverband Coesfeld Dülmen / Coesfeld, 29.0617 (PM). Der DGB-Kreisverband Coesfeld stellte auf der konstituierenden Sitzung den Vorsitz für die kommenden vier Jahre auf. In seinem Amt bestätigten die Mitglieder den bisherigen Kreisvorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski einstimmig. Als Stellvertreter wählte die Versammlung Heinz Dickhoff und Dominik Schnabel neu. In einem mündlichen Geschäftsbericht…

44. Coesfelder Pfingstwoche

Open-Air-Party vom 31. Mai bis 3. Juni Coesfeld, 23.05.17 (PM). Vier Tage lang wird die Coesfelder Promenade am Schützenwall zur Partymeile. Für die acht Bands und Live-Musik bildet die Allee am Ufer der Berkel-Umflut die Kulisse für beste Partylaune. Mittwoch bekommen die Nachwuchsbands der Region ihre Bühne. Am Donnerstag wir es Improvisatorisch. Dann heißt es für weiter lokale Bands „Berkel-Brawl“. „Wir…

Impulse der Zusammenarbeit

Spontanes Ständchen zum Geburtstag des Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke

Coesfeld, 16.05.17 (Thomas Bücking). Das war eine Überraschung für Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke. Arnold Gerritsen (Vorsitzender der Stichting dritten Berkelcompagnie), Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann und alle Konferenzteilnehmer wünschten ihm mit einem gemeinsamenn viel Glück und viel Segen. Die erste deutsch-niederländische Zusammenarbeit an diesem Tage war damit schon erfolgreich.

Wie sich die Innenstadt-Berkel zukünftig ins Stadtbild integriert erläutern Larissa Bomkamp (Stadt Coesfeld) und Thomas Bücking (3. Berkelcompagnie) deutschen und niederländischen Mitgliedern der Berkelcompagnie bei einem Rundgang. Foto hlm

Auch die sehr gute Resonanz auf die gemeinsame Einladung der dritten Berkelcompagnie und Stadt Coesfeld zu der inzwischen siebten Berkelkonferenz in Coesfeld geht auf der Erfolgsseite, wie Arnold Gerritsen in seiner Begrüßung betonte. Achtzig Teilnehmer aus der Politik, den Regionalverwaltungen, von Kreisen und Gemeinden, Wasserbehörden und –verbänden, aber ebenso auch von Tourismusverbänden und jeglichen Institutionen, die Bezug zur Berkel haben, hatten den Weg ins Coesfelder Rathaus gefunden. Gerritsen betonte: „Es ist die Berkel, die uns verbindet und für deren Belange sich unsere Compagnie einsetzt.“

Bürgermeister Heinz Öhmann nahm diesen Gedanken auf: „Compagnie heißt, wir handeln gemeinsam. Also lassen Sie uns gemeinsam handeln, um die Zukunft in unserer Region zu gestalten“, hob Öhmann in seiner Begrüßung hervor, die er auf Niederländisch hielt.

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke erinnerte in seinem Grußwort an die Vorläufer der dritten Berkelcompagnie: Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Berkel wirtschaftlich zu nutzen, sie schiffbar zu machen. Nachdem dieses Ziel nicht erreicht werden konnte, war es lange Zeit ruhig um die Berkel. Erst in den vergangenen Jahren habe man „den Zauber der Berkel erkannt“. So widmet sich die dritte Berkelcompagnie heute der gemeinsamen Förderung von Tourismus, Landschaftserleben und den Zielen von Naturschutz und Wasserwirtschaft. Er habe nun die dritte Berkelkonferenz und die immer gute Atmosphäre miterlebt und lobte den grenzüberschreitenden Zusammenhalt. Er habe den Eindruck, dass die „Berkelfamilie richtig gut zusammengewachsen“ sei.

Anneliese Haselkamp, stellvertretende Landrätin des Kreises Coesfeld, schlug in die gleiche Kerbe. Sie beschrieb die vielfältigen Verbindungen, denn Wasser und Natur kennen eben keine staatlichen Grenzen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch über die aktuellen Entwicklungen und Aktivitäten entlang der Berkel.
Themen gibt es reichlich: Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016-Agentur berichtete darüber, welche Regionale-Projekte bereits umgesetzt worden sind und gab einen Ausblick, wie es nach Abschluss des Präsentationsjahres ab dem 30.06.2017 weitergeht. Ihr Credo war: Weiterberkeln!

Einen ganz interessanten Einblick in die Entwicklung der Touristikwerbung im Euregio-Raum gab Prof. Dr. Gert-Jan Hospers von der Twente Hochschule aus Enschede. Er stellte die großen Chancen des grenzüberschreitenden Berkelkorridors heraus und hatte auch schon ausgemacht, dass mit der „Badenden“, die in allen Städten entlang der Berkel wiederzufinden ist, auch ein ganz hervorragendes Markenzeichen gefunden ist. Seine Schlussfolgerung: Das was die Meerjungfrau für Kopenhagen, ist die Badende für die Berkel!

Die niederländischen Entwickelungen stellte Antoinet van Helfort-Looman, Hemrädin bei der Waterschap Rijn en IJssel, vor. Die Waterschap als große Organisation für die Wasserwirtschaft im Einzugsbereich zwischen Rijn und IJssel hat gemeinsam mit den niederländischen Berkelstädten einen „Berkeldalproces“ angestoßen. In ihm sollen Visionen für die Entwicklung des Berkeltales unter Gesichtspunkten unter anderem wie Natur und Umwelt, Kultur und Touristik entwickelt werden. Dabei ist eine breite Beteiligung der Akteure vorgesehen.

In lockerer Diskussionsrunde unter Moderation des Berkelkenners Thomas Bücking, Vorstandsmitglied der dritten Berkelcompagnie, wurden dann noch weitere Themen zusammengetragen, die in Zukunft voran gebracht werden sollten. Aber zunächst steht ganz greifbar für die Menschen im Berkeltal der nächste Berkelaktionstag am 23. Juli 2017 an. Ein bunter Strauß an Aktivitäten ist geplant – und der wird sich auch bis in die Niederlande erstrecken. Der Berkelaktionstag, der im letzten Jahr mit großem Erfolg stattgefunden hatte, soll nach dem Willen der Teilnehmer in Zukunft regelmäßig reihum stattfinden, wenn möglich auch im Rahmen eines „Interreg-Projektes“ und gefördert durch die EU.

Bei all dem Lob für die Arbeit der dritten Berklecompagnie wies der Vorsitzende Arnold Gerritsen darauf hin, dass sich der Verein bisher ausschließlich ehrenamtlich und ohne eigene Finanzmittel eingebracht habe. Er warb dafür, dass die Aktivitäten der Stichting seitens der Kommunen mit einem kleinen Obolus unterstützt werden sollten.

Am Nachmittag gab es die Berkel „live“: Auf verschiedene BerkelSTADtführungen sahen sich die Konferenzteilnehmer die Coesfelder Berkelprojekte aus der Nähe an.

Ostergruß verteilt

Coesfeld / Lette, 15.04.17 (PM). Mit orangen Teamjacken verteilten Mitglieder des CDU-Ortsverbandes in Coesfeld (Bild) und Lette rund 2.000 bunte Ostereier mit einem Ostergruß. Die Ostereier fanden reißenden Absatz und wurden als nette Geste gewürdigt. Coesfelds Landtagskandidat Wilhelm Korth beteiligte sich an der Aktion und suchte das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürger. (Foto CDU Coesfeld)

Geldsegen für die FBS

Förderprogramm „Mehrgenerationenhaus“ wird fortgeführt Coesfeld / Berlin, 21.03.17 (PM). Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend schickt der Familienbildungsstätte Coesfeld eine Förderung von 40.000 Euro. Dabei werden 30.000 Euro vom Bundesfamilienministerium und 10.000 Euro von der Kommune finanziert, heißt es in der Pressemitteilung der SPD. Das Ministerium setzt das erfolgreiche Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus“ weiter fort. Mit 3,5 Millionen Euro…

Wo leben wir?

Nutze deine Stimme

Coesfeld, Europa, die Welt, 26.02.17 (hlm). Wie beschaulich lebt es sich in Coesfeld! Weit ab von der großen Politik und vom Weltgeschehen gehen wir in unserem Berkelstädtchen dem Alltag nach. Ja, es geht uns sehr gut. Nur gelegentlich werden wir mit großen Dingen konfrontiert. Nehmen wir das Beispiel Flüchtlingshilfe. Mit Engagement vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger halfen und helfen Menschen anderen Menschen, die vor Krieg, Terror, Mord und anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben. Heimat verlassen! Was bedeutet das? In der Allgemeinen Zeitung hat vor einiger Zeit die Journalistin Eman Khalf in einem Kommentar ihre Eindrücke beschrieben. Es waren Sätze, die mich als weltoffener Mensch tief bewegt haben. Der Heimat den Rücken zu zudrehen und zu verlassen. Das ist kein Umzug in eine andere Wohnung. Diesen Entschluss fassen Menschen, die in ihrem Land keine Perspektive mehr sehen. Sei es langfristig oder kurzfristig. Sie gehen, nehmen Erinnerungen mit, lassen Wohnort, Arbeit, Ausbildungsplätze, Verwandte und Freunde zurück, auf der Suche nach Sicherheit. Und machmal entpuppt sie sich als Unsicherheit oder endet gar mit dem Tod.

EU-Gebäude in Brüssel. (Foto Amio Cajander, Flickr)

Unsere Stadt gehört der Europäischen Gemeinschaft an. Ein Staatenverbund, der 2012 den Friedensnobelpreis erhielt. Überreicht, da wir uns für Frieden, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben. Darauf können wir Stolz sein. Einige Wenige sehen das nicht. Sie wollen eine Umkehr; den Rückschritt in die staatliche Isolation. Einen Weg, den ich nicht mit gehen will. Denn ich bin Europäer. Ich setzte auf eine starke Union, die mit den wichtigsten Werte Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsrecht und Menschrecht ein starkes Rückgrat der Demokratie ist. Genau diese Werte werden unterhöhlt und infrage gestellt. In Deutschland will die Alternative für Deutschland Europa abschaffen. Sie will die Schlagbäume wieder aufstellen und die gemeinsame Währung aufgeben. Das ist reine Polemik und bringt uns nicht weiter. Dieser Weg ist ein Rückweg!

Zurück zu unseren beschaulich und friedvollen Coesfeld. Äußerlich mag es stimmen. Doch hier brodelt es hinter den Fassaden. In den sozialen Netzwerken werden sich verbale Schlachten geliefert, Beleidigungen, rechtspopulistische Gedanken unterschwellig und unverblümt veröffentlich und bisweilen mit „Daumen hoch“ kommentiert. Hoffung habe ich: Denn es halten zunehmend Bürgerinnen und Bürger dagegen. Um unsere Demokratie zu verteidigen, braucht es mehr Bekenner, die sich zur gewaltfrei wehren und sich öffentlichen Diskussionen stellen. Besonders spreche ich die Lokalpolitiker an. Mit ihrer Nicht-Einmischung düngen sie geradezu den Boden für den Rechtspopulismus und einem latenten Autokratismus.

Doch es ist Hoffnung in Sicht. Die Niederländer nutzten mit einer Wahlbeteiligung von 82 Prozent ihr demokratisches Recht. Sie haben dem geeinten Europa eine deutliche Stimme gegeben und ihren Ministerpräsidenten Mark Rutte im Amt bestätigt. Sie haben dem Gesellschaft spaltenden Geert Wilders mit seiner Ein-Mitglieds-Partei ein deutliches Signal gegeben: „So nicht!“.

Am 14. Mai 2017 ist Landtagswahl. Lasst uns die Chance ergreifen. Machen wir es wie die Niederländer. Nehmen wir unser Stimmrecht. Setzen wir damit dem Versuch unsere Grundwerte zu untergraben ein deutliches Ende. Beantworten wir damit die Frage wo wir leben wollen mit: „In Europa!“