Kategorie: Bildung & Erziehung

Schulthemen, pädagogische Themen

KompetenzZentrum Pflegefamilien – offene Infostunde

Coesfeld, 24.06.17. Familien, die Kinder als Pflegekinder aufnehmen möchten, erhalten am Donnerstag, 29. Juni 17 (17 Uhr), in der offene Infostunde der evangelischen Jugendhilfe Münsterland, Süringstraße 10, Informationen und Beratung.

Kontakt:
Evangelische Jugendhilfe Münsterland, Südring 10, 48653 Coesfeld, Tel.: 02541 / 80171-24

Grundschule Lette: Abstimmung hat begonnen

Praktikant Jonas Horn (l.) und Andrea Schlerkmann bereiten die Abstimmungsunterlagen im Fachbereich Jugend, Bildung, Familie, Freizeit vor. (Foto Stadt Coesfeld)

Praktikant Jonas Horn (l.) und Andrea Schlerkmann bereiten die Abstimmungsunterlagen im Fachbereich Jugend, Bildung, Familie, Freizeit vor. (Foto Stadt Coesfeld)

Eine Stimme pro Kind

Lette, 16.01.17 (PM). Ab heute, bis zum 30. Januar 2017 stimmen die Eltern der Kardinal-von-Galen-Schule darüber ab, ob die Grundschule von einer Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden soll.

Zuständig für die Durchführung des Abstimmungsverfahrens ist der Schulträger, die Stadt Coesfeld. Im Fachbereich Jugend, Familie, Bildung, Freizeit wurden jetzt die Abstimmungsunterlagen zusammengestellt und verschickt.

„Die Briefabstimmung beginnt, nachdem die Abstimmung im Amtsblatt der Stadt Coesfeld bekanntgemacht worden ist“, erläutert Schuldezernent Dr. Thomas Robers. Pro Grundschulkind haben die Eltern eine Stimme. Ob die Eltern mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen, darauf müssen sie sich bei gemeinsamer Sorge für ihr Kind einigen – erforderlich ist die Unterschrift beider Eltern auf dem Stimmschein, der mit den Unterlagen verschickt wurde(vgl. Zum Thema).
Die Stimmabgabe ist vergleichbar mit der Briefwahl bei Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen. Der rote Gesamtumschlag, in den Stimmzettel (im blauen Umschlag) und Stimmschein mit den Unterschriften der Eltern gesteckt werden, kann in den nächsten Tagen bequem per Post versandt werden – er ist schon freigemacht. Das heißt, es entstehen den abstimmberechtigten Eltern keine Portokosten.
Alternativ wird der Brief in den Hausbriefkasten der Stadtverwaltung am ehemaligen Stadtschloss, Bernhard-von-Galen-Straße 10 in 48653 Coesfeld, oder im Hausbriefkasten des Rathauses, Markt 8, eingeworfen. Wichtig in jedem Fall: Spätestens im Laufe des Montags, 30. Januar 2017, muss der Abstimm-Umschlag zurück in der Stadtverwaltung sein.

Wie die Eltern abgestimmt haben, wird am nächsten Tag feststehen: Am Dienstag, 31. Januar 2017, ab 16 Uhr, zählen Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend, Familie, Bildung, Freizeit in der Aula der Grundschule in Lette die Stimmen aus. „Die Auszählung ist öffentlich. Jeder Interessierte kann die Auszählung live verfolgen“, betont Dr. Robers.
Wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Eltern der Umwandlung zustimmen, wird die Grundschule zu einer Gemeinschaftsschule. Der Rat der Stadt hat die Schulart umzuwandeln.
Werden die erforderlichen Ja-Stimmen nicht erreicht, würde die Kardinal-von-Galen-Grundschule Lette eine Katholische Grundschule und somit eine Bekenntnisschule bleiben. Informationen zur Abstimmung auch auf der Website coesfeld.de

Zum Thema:
Abstimmunterlagen per Brief
Je Kind, das am 10.01.2017 die Kardinal-von-Galen-Schule Lette besucht, erhalten die Eltern folgende Abstimmunterlagen:
1. Stimmzettel mit Ja- oder Nein-Ankreuzmöglichkeit
2. Umschlag für Stimmzettel (blau)
3. Stimmschein / Eidesstattliche Versicherung – zu unterzeichnen von den Sorgeberechtigten, i.d.R. Vater und Mutter (bei gemeinsamer elterlicher Sorge)
4. Gesamtumschlag (rot)
5. Merkzettel (Beschreibung wie vorzugehen ist)

Die Stimmabgabe ist vergleichbar mit der Briefwahl bei Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen. Einziger Unterschied: Die Eidesstattliche Versicherung muss beim Regelfall der gemeinschaftlichen Sorge von beiden Elternteilen unterzeichnet werden. Diese müssen sich also einigen, wie sie abstimmen wollen.

Hintergrund:
Es gibt drei Schularten in NRW: Gemeinschaftsschulen, Bekenntnisschulen und Weltanschauungsschulen. In der Stadt Coesfeld gibt es in städtischer Trägerschaft fünf katholische und eine evangelische Bekenntnisgrundschule. In freier Trägerschaft komplettiert zudem die Gemeinschaftsgrundschule Montessorischule als dann 7. Grundschule in der Kreisstadt die Grundschullandschaft.
Für die Abstimmung gelten § 27 Abs. 3 SchulG NRW und die Bestimmungsverfahrensordnung (BestVerfO) vom 09.11.2015 sowie die 5. VO zur Änderung der BestVerfVO vom 23.11.2015.

In einer Berichtsvorlage für den Bezirksausschuss vom 23.06.2016 (Vorlage 155/2016) wurden weitere Informationen aufbereitet.

Arbeiten mit Kollege Roboter

Industrie 4.0 ist nicht einfach eine technische Revolution

Coesfeld, 02.11.16 (hlm). „Die Potenziale können wir noch nicht abschätzen“, dimensioniert Dr. Jürgen Grüner (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld). Er findet Bestätigung durch nickende Köpfe bei den Anwesenden des offenen Forums bei der Digital Akademie West im Hause von Cosoft. Die Gründer der kürzlich eröffneten Weiterbildungseinrichtungen haben für eine Diskussionsrunde zur Digitalisierung der Arbeitswelt Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Finanzen in den Seminarraum geholt.

Digitale Arbeitswelt

Weiterbildung ist ein Schlüssel für die Industrie 4.0. Darüber herrscht Einigkeit bei (v.r.) Prof. Dr. Carsten Feldmann, Lars Göntgens, Heinz Öhmann, Dr. Jürgen Grüner, Christofer Weßeling und Jaron Heskamp. (Foto hlm)

Das Zeitalter der Industrie 4.0 ist nicht einfach eine branchenunabhängige technische Veränderung der Produktionsprozesse durch Automatisierungen. Das wird aus den Ausführungen von Prof. Dr. Carsten Feldmann (Fachhochschule Münster) in seinem Impulsvortrag deutlich. Die gesamte Arbeitswelt steht vor einer Veränderung, die sich nicht nur in der optimierten Schaffung von Produkten oder Dienstleistungen auswirkt. Dr. Jürgen Grüner (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld) schätzt, dass 42 Prozent aller Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verändern werden. Berufsbilder werden sich verschieben, Anforderungen verändern. Für Lars Göntgens (Coesoft) ist die Digitalisierung eine Unterstützung und Vereinfachung von alltäglich wiederkehrenden Prozessen.

Das braucht als technische Infrastruktur schnelle Datenleitungen. Da ist der ländliche Raum bisher eher Schlusslicht. Der Kreis Coesfeld gehe mit gutem Beispiel voran, schließlich seien rund 40 Prozent aller Haushalte an eine schnelle Internetleitung angebunden, so Dr. Grüner. Der Ausbau des Glasfaser- und LTE-Netzes schreitet voran. Coesfeld und andere Städte gehen bereits weiter. Kostenlose Hotspots ziehen Besucher in die Fußgängerzone. Jetzt fehlen die Schnittstellen, um aus den Besuchern Kunden zu machen. Voraussetzungen dafür sind, den Umgang mit der Technik zu verstehen und für sich zu entdecken. Prof. Dr. Feldmann zeigt den Widerspruch auf, der zurzeit in der Unternehmerwelt besteht. 2/3 sehen deutlich den Bedarf an Weiterbildung. Aber nur 36 Prozent setzten das in die Tat um.

Christofer Weßeling, Dozent bei der Digital Akademie West, sieht in den Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten zur Digitalisierung der Arbeitswelt wichtige Haltepunkte für die Mitarbeiter in der Region. Der Kreis Coesfeld steht mit seiner niedrigsten Arbeitslosenquote in Nordrhein Westfalen sehr gut da. Aber unbesetzte Stellen wirken sich langfristig negativ auf die Produktivität aus. Die Region zu einem Magnet für Beschäftigte zu machen, wird eine Kernaufgabe für die nächsten Jahre sein. Es braucht Strukturen, die über das Weiterbildungsangebot hinaus reichen. Bürgermeister Heinz Öhmann sieht die Kreisstadt gut positioniert und hebt Coesfelds breites Bildungsangebot heraus.

Automatisierung bei Weiling: Im Hochregallager rasen selbststeuernde Wagen über Schienen und stellen bestellte Produkte zusammen. (Foto hlm)

Automatisierung bei Weiling: Im Hochregallager Autostore rasen selbststeuernde Wagen über Schienen und stellen bestellte Produkte zusammen. (Foto hlm)

Dass die Digitalisierung der Arbeitswelt in Coesfeld längst real ist, zeigt das Hochregallager Autostore von Weiling. In dem Chaos von übereinandergestapelten Kisten in einem großen Kubus kennt sich nur der Computer mit seinen selbststeuernden Wagen aus. Mehrere der digitalen Gefährte rollen zeitgleich über ein Schienenraster, ohne miteinander zu kollidieren. Das System kennt exakt die Position der Produkte und kontrolliert vollautomatisch den Lagerbestand. Rationalisierung mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen – der Gedanke kommt unmittelbar.

Nur den Verlust zu sehen, ist zu einfach. Die Arbeitswelt ist in einem Umwandlungsprozess. Für Beschäftigte ändern sich die Anforderungsprofile. In der Publikation „Zukunft der Arbeit in Industrie 4.0“ (Springer Vieweg Verlag) sieht der Soziologe Ulrich Bochum in der digitalisierten Arbeitswelt einen Beschäftigten mit mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbstentscheidungswillen. Da knüpfen Akzeptanz, Aufgeschlossenheit und letztendlich Bildung und Erziehung direkt an. Industrie 4.0 ist eben nicht nur einfach auf der wirtschaftlichen Perspektive zu betrachten. Es ist die vierte industrielle Revolution,die wir mitgestalten können. Eine Welt, in der auch die Frage der Handhabung von elektronischen Daten neu diskutiert und bewertet werden muss. Diese werden zum wertvollsten Gut. Es muss vor ungewollten Zugriffen geschützt werden. Andererseits erfordert es mehr Transparenz darüber, wer welche Daten sammelt. Nur so kann jeder einzelne seine persönliche Schlussfolgerungen und Konsequenz ziehen.

Grundschulanmeldungen noch bis 28. Oktober möglich

Anmeldefenster

Die Anmeldefristen für die Grundschulen enden am 28.10.16. Foto hlm)

Coesfeld, 18.10.16 (PM). Eltern, deren Kinder im kommenden Jahr schulpflichtig werden, können ihren Nachwuchs noch bis zum 28. Oktober für eine der sieben Coesfelder Grundschulen anmelden.
Von der Schulpflicht erfasst werden dann Kinder, die in der Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geboren wurden.
Der Anmeldebogen, den alle Eltern erhalten haben, kann persönlich bei der Stadt im Team Bildung oder per Mail an andrea.schlerkmann@coesfeld.de gesandt werden. Wer sein Kind an der Maria Montessori Schule anmelden möchte, reicht ihn dort direkt ein. Das nötige Formular kann auch der Internetseite der Stadt www.coesfeld.de entnommen werden.
Wer den Offenen Ganztag der Grundschule nutzen möchte, kann in der Regel eine Betreuung bis 16 Uhr nutzen. Im Angebot, das an allen Grundschulen gilt, ist ein warmes Mittagessen enthalten, das gesondert abgerechnet wird.
Fragen zum Anmeldeverfahren beantworten die Mitarbeiter im Fachbereich Jugend, Familie, Bildung, Freizeit, Christian Fleige, Tel. 02541 / 939–2316 und Andrea Schlerkmann, Tel. 02541 / 939–23 17.

Das „Gläserne Klassenzimmer“

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Maria Montessori Grundschule stellt sich vor

Coesfeld, 14.09.2016. Mit einem Info-Abend am Donnerstag, 22.09.2016, und dem „Gläsernen Klassenzimmer“ am Samstag, 24.09.2016 gibt die Maria Montessori Grundschule direkte Einblicke in ihr Konzept und den Alltag an der Seminarstraße. „Als stille Beobachter können Eltern den Unterricht anschaulich verfolgen“, lädt die Schulleitung Annette Bohmert und Georg Hahn alle Interessierten ein.

Zwischen 9.00 und 10.30 Uhr sowie von 10.45 bis 12.15 Uhr lernen sie am übernächsten Samstag die typischen Merkmale der Montessori-Pädagogik kennen: Jahrgangsmischung in den Klassen, fächerübergreifendes, vernetztes Lernen, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Inklusion von Kindern mit und ohne Förderbedarf.

Vieles wird den Eltern an beiden Terminen bekannt vorkommen. Denn inhaltlich richtet sich auch die Maria Montessori Grundschule nach den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen. „Es unterscheiden sich also nicht die Inhalte von denen anderer Schulen, sondern der Weg, auf dem die Bildungsziele erreicht werden, ist besonders“, erläutert Schulleiterin Annette Bohmert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem vom Kind selbst gesteuerten Lernen.

Neben dem Fachunterricht wählen die Schülerinnen und Schüler während der Freien Arbeit aus den vorbereiteten Materialien selbst aus, welche Mittel sie zur Erreichung der Lernziele einsetzen. Dabei werden sie stets durch das pädagogische Team unterstützt.

Am Infoabend, der um 20.00 Uhr beginnt, wird auch die individuelle Leistungserziehung in den Blick genommen.  „Es werden Entwicklungsberichte erstellt, die besser informieren als Ziffernnoten“, betont Schulleiter Georg Hahn. Zwischen den Zeugnissen schafft die Schule Transparenz durch Lernhefte, Lernlandkarten und Lernzielkontrollen.

Eine Anmeldung für das „Gläserne Klassenzimmer“ ist erforderlich und wird erbeten unter der Telefonnummer 02541-8012838; für den Infoabend ist diese nicht erforderlich.

 

Zutat für die Zukunft

Maria-Montessori-Grundschule eröffnet neue Mensa Coesfeld, 18.06.16 (hlm). Was als zwangsläufiges Muss begann, entpuppt sich jetzt als Zutat für die Zukunft. Im Ganztagsbetrieb gehört das Mittagessen zum Alltag in der Maria-Montessori-Grundschule. Es ist fester Bestandteil des Schulkonzeptes. Oder wie Mechthild Kolm, Geschäftsführerin des Trägervereins der Schule sich ausdrückt: „Die Zukunft braucht gesunde Kinder.“ Daran will die…

Sie sind da, wo sie gebraucht werden

Kinder- und Jugendarbeit unterwegs Coesfeld, 22.06.16 (hlm). „Wenn wir mit dem bunten Mobil unterwegs sind, winken uns junge Menschen zu“, beschreibt Martin Walter, vom Jugendhaus Stellwerk, die Bekanntheit des farbenfrohen Transporters. Voll gepackt mit Materialien fürs draußen Spielen steuern die Jugendarbeiter feste Standort in Coesfeld an: De-Bilt-Allee, Lübbesmeyerweg, Karlsbeckerweg und den Skaterpark in Lette. Den…

Vernetzen durch Kooperationen

Jetzt auswählen – VHS-Programm 2016/2017 ist verfügbar

Dr. Mechthilde Boland-Theißen und Jürgen Rasch von der VHS setzen auf Verstärkung der Kooperationen und Netzwerkbildung (Foto hlm)

Dr. Mechthilde Boland-Theißen und Jürgen Rasch von der VHS setzen auf Verstärkung der Kooperationen und Netzwerkbildung (Foto hlm)

Coesfeld, 16.06.16 (hlm). Auf dem Tisch von Dr. Mechthilde Boland-Theißen, Direktorin der Volkshochschule (VHS), liegt es. Das dritte Jahresprogramm der VHS, auf 64 Seiten gedruckt, mit rund 800 Angeboten zur Weiterbildung. Das bildet einen Teil dessen ab, was die VHS leistet und anbietet. Das Aufgabenspektrum hat sich längst ausgeweitet. Umfassendes läuft außerhalb des Gesichtsfeldes der breiten Öffentlichkeit. Zum Beispiel die Beteiligung am Gesundheitsforum Coesfeld mit verschiedenen Medizinern. Der Kooperation mit unterschiedlichen Schulen in Coesfeld und Umgebung, um Expertenwissen über Zeitmanagement oder Eigenakquise in die Klassen zu tragen. Oder den Bedarf an Integrationskursen, in denen Flüchtlinge den ersten Zugang zur deutschen Sprache finden, kurzfristig zu decken.

Die Klassiker des Weiterbildungsangebotes bleiben bestehen. Aber eine Sparte findet immer mehr Zuspruch. Die Zahl von Institutionen, die das Angebot von hauseigenen Schulungen nutzen, steigt. Damit verlagert sich der Unterrichtsort in die Räume der Kunden. Unberührt davon bleiben die fest etablierten Sprachkurse der VHS. Schließlich geht es um Verlässlichkeit. Die Gewissheit nach einem absolvierten Kurs mit dem Nachfolgekurs weiter zu machen. Einen Fingerzeig ins Programmheft macht Dr. Boland-Theißen. Ein Versuchsballon steigt: Eine spezielle Vortragsreihe, die den Zugang und das Verständnis zur Kunst in einen anderen Blickwinkel rückt. Dazu hat die VHS den Referenten Dr. Hans-Martin Dziersk ins Haus holen können. „Mit seiner eloquenten und witzigen Art reist er mit seinen Zuhörern durch die Kunst“, beschreibt die Direktorin der VHS den Kunsthistoriker. Eine kleine Geschmacksprobe gefällig?

Programmerweiterung an einem neuen Standort erfährt die Rubrik Kunst & Kultur. Nach dem umfassenden Umbau und der Fertigstellung des Hofs Schoppmann in Darup kann Kursleiterin Karola Wortmann mit Pinsel und anderen Malwerkzeugen dort mit den Teilnehmern der Kreativität Lauf lassen. „Dieses Kursangebot ist ein Beispiel dafür, wie durch enge Zusammenarbeit ein gemeinsamer Weg gefunden wird“, so Boland-Theißen. Ein Schwergewicht der Arbeit in der VHS ist, sich an der Integration der Flüchtlinge mit praktischen Angeboten zu beteiligen. Eine große Bedarfslücke schließen die Kursleiter und ehrenamtlich Aktiven, um den Schutz suchenden Menschen den Zugang in unsere Gesellschaft niedrigschwellig zu ermöglichen: Vermitteln der Grundkenntnisse der deutschen Sprache, die Anwendung und der Umgang im Alltag.

Eine positive Bilanz zieht Dr. Boland-Theißen mit dem Jahresprogramm. Das frühere Halbjahresprogramm hatte viele Kapazitäten gekostet, die nun anderen Kernaufgaben zufließen.

Das aktuelle VHS-Programm 2016/2017 gibt es als PDF zum Download hier.

14. Sponsorenlauf

Bunter Kreis Münsterland e.V. holt das Volk auf die Straße

14. Sponsorenlauf des Buntern Kreises Münsterland e.V.

Erst- bis Viertklässler der Lamberti-Grundschule wollen für den Bunten Kreis beim Sponorenlauf am 21.05.16 richtig viel rennen. (Foto hlm)

Coesfeld, 02.05.16 (hlm). Am 21.05.16, 16 Uhr, stellen sich die Kinder der Lamberti-Grundschule auf die Startlinie an der Ritterstraße und drehen für den Bunten Kreis ihr Runden über die Promenade. „Gut 30 Kinder haben sich bis jetzt für die Teilnahme gemeldet“, begeistert sich Schulleiterin Michaela Ellerbrock über die positive Resonanz. Für jede gelaufene Runde erhalten die jungen Läufer einen Obolus von ihren Sponsoren: Freude, Verwandte oder Eltern.

Regulär ist eine Etappe zwei Kilometer lang. Eine kleine Strecke gibt es über die Ritterstraße und Kellerstraße. „Es kommt nicht auf Schnelligkeit oder die Anzahl gelaufener Runden an. Dabei sein ist alles“, motiviert Karin Gangloff weiter Läufer zur Teilnahme. Das geht ganz einfach: Selber spendenwillige Menschen finden, die für jede gelaufene Runde einen kleinen Betrag abgeben. Die Teilnahmekarte bietet der Bunte Kreis zum Download an. Das erlaufene Geld fließt dem Bunten Kreis Münsterland e.V. zu. Der Verein begleitet Familien mit zu früh geborenen oder schwer erkrankten Kindern nach der Krankenhauszeit. Gerade bei der Rückkehr in den Alltag, der sehr individuelle ist, brauchen Eltern und Kinder Entlastung und fachlichen Beistand, den der Bunte Kreis mit Spendengeldern finanziert. Der Sponsorenlauf im letzten Jahr unterstützte die Vereinsarbeit mit über 11100 Euro.

Anfeuern entlang der Laufstrecke ist selbstverständlich erwünscht. Damit ein bisschen Volksfeststimmung aufkommt, gibt es Kaffee, Kuchen und Leckereien. Zusätzlich lockt eine Tombola mit einem Trekkingbike als Gewinn. Einen anderen Preis mit nach Hause nehmen kann die größte Gruppe, die sich anmeldet. Mehrere Coesfelder Schulen und verschiedene Gruppen haben ihre Teilnahme angekündigt. 2015 gingen 170 Läufer an den Start. Gangloff rechnet mit einer ähnlichen Zahl in diesem Jahr: „Wenn es mehr werde, um so besser.“

Es braucht „Anpassungsqualität“

Katholisches Bildungswerk und AZ diskutiert über Integration der Flüchtlinge

Integration ist nicht nur eine Sache der gemeinsamen Sprache. Aber sie ist eine Brücke.

Moderator Uwe Goerlich (r.) entlockt dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Matthias Oelck (Mitte), klare Worte zur Herausforderung der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Heinz Rengshausen (l.) wird sich wenig später über die kulturellen Herausforderungen an die Vereinen äußern. (Foto hlm)

Coesfeld, 27.04.16 (hlm). Eine Couch hat was von Gemütlichkeit. Oder kann es auch mal ungemütlich werden? Denn das katholische Bildungswerk und die Allgemeine Zeitung Coesfeld hat interessierte Menschen eingeladen, um mit verschiedenen betroffenen Kreisen über die Integration von Flüchtlingen in Coesfeld zu sprechen. Gut 100 Gäste folgten der Einladung in das Pfarrzentrum der katholischen Kirchengemeinde Anna-Katharina. Auf der Couch nehmen neben Bernd Lippe (Flüchtlingsinitiative), Heinz Rengshausen (DJK Eintracht Coesfeld-VBRS e.V.), Dr. Matthias Ölck (Kreishandwerkerschaft Coesfeld), Andreas Kolm (Fachbereich Soziales und Wohnen der Stadt Coesfeld) ein syrischer Flüchtling Platz.

Moderator Uwe Goerlich drehte nicht das Rad der großen Politik. Mit gezielten Fragen an die unterschiedlichen Interessenlager holte er die integrative Arbeit mit den Flüchtlingen hier vor Ort in Coesfeld aus dem Schatten. Aus dem Publikum kommen keine populistischen aber kritischen Fragen. Zum Beispiel nach der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Eine Krankenkassenkarte gibt es für die Flüchtlinge nicht. Die Stadt trägt die Kosten für die Notbehandlungen. „Was darüber hinaus geht, muss ein Amtsarzt entscheiden und begründen“, erläutert Andreas Kolm. Luxusbehandlung aus Steuermitteln gibt es nicht.

Schnell leuchtet ein, welche hohe Bedeutung das Erlernen der deutschen Sprache hat. Das Basisvokabular zur allgemeinen Verständigung im Alltag ist das eine. Die Stadt bietet dafür allen Flüchtlingen einen Kurs an. Unabhängig von ihrer Chance auf einen langfristigen Verbleib.

Deutsch lernen als Startpunkt.

Deutschkurs der VHS in Coesfeld für Flüchtlinge. (Foto hlm)

Damit wird der Sprachweg in die Arbeitswelt allein nicht geebnet. Das hat ganz andere Anforderungen, wie Dr. Matthias Oelck aus Erfahrungen weiß. „Sie wollen arbeiten, wissen aber nicht, wie es geht“, ist eine Anmerkung aus dem Publikum. Das beginnt bei völlig verschiedenen Vorstellungen zur Arbeitssicherheit und geht bis hin zu technischen Beschreibungen von Maschinen. Das braucht „Anpassungsqualität“, wie es Dr. Oelck nennt.

Zurechtfinden in dem komplexen System ist selbst für die Einheimischen schwer. Da braucht es besonders für die Flüchtlinge Helfer oder Begleiter, die mit ihnen Behördengänge und andere Dinge leisten. Einsatzorte für die vielen aktiven Ehrenamtler der Flüchtlingsinitiative. Rund 80 Helfer hat der Verein im Verteiler. Ein gutes Grundkapital für die tägliche Arbeit. Aber noch nicht ausreichend für die tägliche Erstbegleitung. An jene gewandt, die sich für das Engagement bei der Flüchtlingsinitiative interessieren, richtet Bernd Lippe: „Offenes Herz, gesunden Menschenverstand und keine Berührungsängste, auf jemanden zuzugehen, mehr Profil braucht es nicht.“

Im Vereinsleben prallen kulturelle Wertevorstellungen aufeinander. Lernen auf Gegenseitigkeit, heißt es. Die DJK-Eintracht Coesfeld will moslemische Frauen mit speziellen Wellnesstagen ansprechen. Da darf kein Mann zugegen sein, Rollos müssen runter und das Mobile ist abgeschlossen. Sicherlich ist es ein Raum unter sich. Doch man muss anfängliches Entgegenkommen zeigen, um an die Menschen heranzukommen. Birgit Pütter, Geschäftsführerin beim DJK, sitzt im Publikum und nickt zustimmend. Die völlige Isolation wäre der falsche Weg, geschlechtsunabhängige Entfaltungsmöglichkeiten offen zu legen. In den Sportvereinen sieht Heinz Rengshausen ein einfaches Angebot, um für die Menschen Brücken zu bauen.  Um das alles zu meistern, sieht er einen größeren Kreis mit im Boot sitzen: „Im Verbund, vielleicht über den Kreissportbund, ist das leistbar.“

Gastgeber Johannes Heling (l.) vom katholischen Bildungswerk bedankt sich bei Bernd Lippe von der Flüchtlingsinitiative für die Teilnahme am fünften Couchgespräch. (Foto hlm)

Eine Frage bewegt Pastor Johannes Hammans. Er will von dem syrischen Flüchtling wissen, ob die Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins für ihn ein passender Ort der Religion sei. Die Frage verneint der Mann. Der Imam spreche türkisch, was die Flüchtlinge nicht verstehen. Er wünscht sich ein Imam, der seine Landessprache spricht. Oder einen, der in deutscher Sprache predigt, was gelegentlich vorkommt, wie Hammans berichtet.

Der Fortschritt der Integration ist ein Weg mit kleinen und steten Schritten aufeinander zu. Das Ergebnis können die Gäste mit nach Hause nehmen.