Kategorie: Familienleben

Familienleben in Coesfeld

KompetenzZentrum Pflegefamilien – offene Infostunde

Coesfeld, 24.06.17. Familien, die Kinder als Pflegekinder aufnehmen möchten, erhalten am Donnerstag, 29. Juni 17 (17 Uhr), in der offene Infostunde der evangelischen Jugendhilfe Münsterland, Süringstraße 10, Informationen und Beratung.

Kontakt:
Evangelische Jugendhilfe Münsterland, Südring 10, 48653 Coesfeld, Tel.: 02541 / 80171-24

Anteil an Mietwohnungen sinkt

Coesfeld fehlt es an Mietraum für Singles und Ältere

Nur wenige Mietangebote finden sich für Coesfeld in den bekannten Internetportalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt. (Foto hlm)

Nur wenige Mietangebote finden sich für Coesfeld in den bekannten Internetportalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt. (Foto hlm)

Als Single eine Mietwohnung finden, ist in Coesfeld keine einfache Angelegenheit, verfolgt man die Diskussion in der Facebook-Gruppe „Coesfelder Wohnungsmarkt“. Die Lage verschärft sich noch, wenn ein Hund oder eine Katze mit im Umzugsgepäck ist. Von Monate langer erfolgloser Suche und vielen Enttäuschungen ist die Rede. Generell ist das Angebot auf dem Coesfelder Wohnungsmarkt – gerade was günstigen Wohnraum angeht – sehr ausgedünnt. „Der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen in Coesfeld ist von 1080 im Jahr 2000 auf 674 (Stand 2015) zurückgegangen – also um 37 Prozent“, rechnet Norbert Vogelpohl von Bündnis 90 / Die Grünen vor. Einen Grund sieht der Fraktionssprecher des Kreisverbandes der Grünen im Anstieg der Einkommen. Damit verbundene ist die Verringerung der Ansprüche auf begünstigten Wohnraum. In seinen Augen braucht es insbesondere in innerstädtischer Nähe alten- und behindertengerechte Wohnungen für ein bis zwei Personen. Potenzial sei im städtischen Bereich für hundert Wohnungen: „Die Zukunft des Wohnungsbaus in Coesfeld liegt in der Innenstadt und nicht in der Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen, die infrastrukturell erschlossen werden müssen.“

Auch die Stadtverwaltung beobachtet eine Reduzierung des Wohnungsbestandes. Laut deren Berechnung hat sich der Bestand in den letzten 15 Jahren von 1080 auf 874 Wohnungen gesenkt. Eine Abnahme von 22 Prozent. Eine Methode, den Anteil von Sozialwohnungen bei Neubauten zu steuern, wäre eine Quotenregelung. Diese gibt es in Coesfeld nicht. Erster Beigeordneter der Stadt Coesfeld, Thomas Backes, zeigt auf das Integrierte Handlungs- und Maßnahmenkonzept, das bereits 2013 die Problematik von fehlendem Wohnraum für Singles und ältere Menschen herausstellt. Mit einem Wohnungsmarktkonzept und der Förderung von unterschiedlichen Wohnangeboten will die Stadtverwaltung die innerstädtische Entwicklung in den kommenden Jahren lenken.

Das Land NRW hat die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf öffentlich geförderten Wohnungsraum deutlich angehoben. Damit hätte ein größerer Kreis Anspruch auf Wohnförderung. Aktuelle liegt die Grenze für einen 4-köpfigen Haushalt mit zwei Kindern bei einem anrechenbaren Jahreseinkommen von 33730 €. Da aber eine transparente Informationspolitik für Beitragsberechtigte fehlt, leitet Norbert Vogelpohl darin einen weiteren Grund für die Abnahme des Bedarfes ab.

Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld / Familienpartei) sieht, wie Vogelpohl, den Bedarf an kleinen Wohnungen. Es fehle für den Bau solcher Wohneinheiten Flächen und die Bereitschaft von Investoren solche Bauprojekte zu finanzieren. Durch den Wegfall der gesetzlichen Bindung für viele Sozialwohnungen älteren Baujahrs verstärke sich die Lage. Diese Wohnungen ständen dann dem freien Markt zur Verfügung. Mehr Anreiz für private Kapitalanleger in öffentlich geförderten Wohnraum zu investieren, könnte nach Auffassung des Fraktionsvorsitzenden die Senkung der Grundsteuer B schaffen.

Laut einer Presseerklärung des CDU-Stadtverbandes liegt es an den vom Land NRW festgesetzten Förderungskonditionen, dass der öffentlich-geförderte Wohnungsbau von Investoren kaum bevorzugt wird. Verstärkt wird der Effekt zusätzlich durch die günstigen Zinsen am Kapitalmarkt. Im aktuellen Wohnungsmarktbericht für Nordrhein-Westfalen, herausgegeben von der NRW.Bank, werden als Hemmnisse hohe Baukosten, fehlende Bauflächen sowie eine geringere zu erwartende Rendite aufgelistet. Ebenfalls schrecken eine Bindungspflicht und ein hoher Verwaltungsaufwand bei der Vermietung von öffentlich geförderten Wohnungen ab. Ähnlich argumentiert Thomas Backes: „Trotz der vom Land gewährten Tilgungsnachlässe lässt sich bei einer Bewilligungsmiete von zurzeit 5,25 €/m² kaum eine Eigenkapitalverzinsung erzielen.“ Für private Bauherren sei sozialer Wohnungsbau daher nicht wirtschaftlich. Die Stadt setze hier verstärkt auf das Engagement der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften. Hier liegt nach Angaben der Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft (WSG) die Durchschnittsmiete bei 4,48 Euro pro Quadratmeter. Kreisweit hat sie einen Bestand von 440 öffentlich geförderten Wohnungen und 760 Wohnungen im frei finanzierten Bereich.

Das „Gläserne Klassenzimmer“

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Maria Montessori Grundschule stellt sich vor

Coesfeld, 14.09.2016. Mit einem Info-Abend am Donnerstag, 22.09.2016, und dem „Gläsernen Klassenzimmer“ am Samstag, 24.09.2016 gibt die Maria Montessori Grundschule direkte Einblicke in ihr Konzept und den Alltag an der Seminarstraße. „Als stille Beobachter können Eltern den Unterricht anschaulich verfolgen“, lädt die Schulleitung Annette Bohmert und Georg Hahn alle Interessierten ein.

Zwischen 9.00 und 10.30 Uhr sowie von 10.45 bis 12.15 Uhr lernen sie am übernächsten Samstag die typischen Merkmale der Montessori-Pädagogik kennen: Jahrgangsmischung in den Klassen, fächerübergreifendes, vernetztes Lernen, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Inklusion von Kindern mit und ohne Förderbedarf.

Vieles wird den Eltern an beiden Terminen bekannt vorkommen. Denn inhaltlich richtet sich auch die Maria Montessori Grundschule nach den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen. „Es unterscheiden sich also nicht die Inhalte von denen anderer Schulen, sondern der Weg, auf dem die Bildungsziele erreicht werden, ist besonders“, erläutert Schulleiterin Annette Bohmert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem vom Kind selbst gesteuerten Lernen.

Neben dem Fachunterricht wählen die Schülerinnen und Schüler während der Freien Arbeit aus den vorbereiteten Materialien selbst aus, welche Mittel sie zur Erreichung der Lernziele einsetzen. Dabei werden sie stets durch das pädagogische Team unterstützt.

Am Infoabend, der um 20.00 Uhr beginnt, wird auch die individuelle Leistungserziehung in den Blick genommen.  „Es werden Entwicklungsberichte erstellt, die besser informieren als Ziffernnoten“, betont Schulleiter Georg Hahn. Zwischen den Zeugnissen schafft die Schule Transparenz durch Lernhefte, Lernlandkarten und Lernzielkontrollen.

Eine Anmeldung für das „Gläserne Klassenzimmer“ ist erforderlich und wird erbeten unter der Telefonnummer 02541-8012838; für den Infoabend ist diese nicht erforderlich.

 

Zutat für die Zukunft

Maria-Montessori-Grundschule eröffnet neue Mensa Coesfeld, 18.06.16 (hlm). Was als zwangsläufiges Muss begann, entpuppt sich jetzt als Zutat für die Zukunft. Im Ganztagsbetrieb gehört das Mittagessen zum Alltag in der Maria-Montessori-Grundschule. Es ist fester Bestandteil des Schulkonzeptes. Oder wie Mechthild Kolm, Geschäftsführerin des Trägervereins der Schule sich ausdrückt: „Die Zukunft braucht gesunde Kinder.“ Daran will die…

Die Stadt zum Spielplatz machen

Noch Plätze frei bei Ferienprojekten der Stadt Coesfeld

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Spielen in der Stadt wurde auch beim Kinderkulturprojekt „Playstation Coesfeld“ in 2015 großgeschrieben.

Coesfeld, 24.06.16 (PM). Spielen, sich verstecken, geheime Orte aufspüren, einen Unterschlupf bauen, Neues entdecken, die Stadt zum Spielplatz machen. Das alles können Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren beim Kinderkulturprojekt „Zugvögel und Nestbauer“ ausprobieren.

Vom 25.07. bis 29.07. können die Kinder jeweils von 8 bis 15 Uhr Abenteuer in ihrer Stadt erleben. Zusammen mit anderen bauen sie ein Nest aus Kissen und Decken an einem geheimen Ort, bekannte Plätze werden aus einer neuen Perspektive erlebt und schon geht’s weiter zum nächsten Versteck.

Beim Kinderkulturprojekt erobern Kinder den öffentlichen Raum für sich. Sie dürfen an ungewöhnlichen Orten spielen. Sie nehmen Kontakt mit den Menschen in der Stadt auf. Drehen kleine Filme. Entwickeln eigene Spiele oder Theaterszenen und verändern das Stadtbild. Begleitet und angeleitet werden sie von erfahrenen Kulturpädagogen, die die Ideen der Kinder aufgreifen und spielerisch umsetzen.

Treffpunkt ist tägliche im PZ des Schulzentrums an der Holtwicker Straße.

Die Kosten für das Projekt betragen 50 € inkl. Mittagessen und Getränke, Geschwisterkinder zahlen 30 €, für Empfänger von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II reduzieren sich die jeweiligen Beträge um 50 %.

Theaterbegeisterte Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren haben noch die Möglichkeit, sich beim Projekt „Alles im Fluss – Abenteuer Berkelgasse“ anzumelden. Vom 01.08. bis 12.08. entwickelt die Gruppe täglich von 8 Uhr bis 13 Uhr ein eigenes Theaterstück mit verschiedenen Figuren, bunten Kostümen und Tanz. Zwei Wochen wird die Gruppe zusammenspielen, proben und arbeiten bis das Stück am Samstag, den 10.09.2016 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „BerkelEventRaum: Drunter und Drüber“ in der Coesfelder Innenstadt uraufgeführt wird. Geleitet wird das Projekt von der Theaterpädagogin Gabriele Jasper aus Münster, unterstützt wird sie von der ausgebildeten Musicaldarstellerin Sandra Döring.

Auch dieses Projekt kostet 50€/30€, Ermäßigungen gelten wir beim Kinderkulturprojekt.

Wenige freie Plätze gibt es noch bei der Kinderstadt „Klein Kuhfeld“. Termine sind 01.08. bis 05.08. und 08.08. bis 12.08., jeweils 8 Uhr bis 13 Uhr oder 8 Uhr bis 15 Uhr. Auch beim „I-Männchenprojekt“, das vom 15.08. bis 19.08. im Jugendhaus Stellwerk stattfindet, können noch Kinder angemeldet werden.

Anmeldungen und Fragen werden von Gabi Kaudewitz unter der Telefonnummer 02541 – 939 2230 und Sabine Wessels, Tel. 02541 – 939 2229 entgegengenommen.

Infos zu allen Ferienprojekten der Stadt Coesfeld unter www.junges-coesfeld.de.

Sie sind da, wo sie gebraucht werden

Kinder- und Jugendarbeit unterwegs Coesfeld, 22.06.16 (hlm). „Wenn wir mit dem bunten Mobil unterwegs sind, winken uns junge Menschen zu“, beschreibt Martin Walter, vom Jugendhaus Stellwerk, die Bekanntheit des farbenfrohen Transporters. Voll gepackt mit Materialien fürs draußen Spielen steuern die Jugendarbeiter feste Standort in Coesfeld an: De-Bilt-Allee, Lübbesmeyerweg, Karlsbeckerweg und den Skaterpark in Lette. Den…

Endproben für ‚Die kleine Meerjungfrau‘

Zweite Premiere an der Freilichtbühne Coesfeld am 11.06.2016

Die Probe lief schon sehr gut. Am 11.06. kann das Publikum das Musical 'Die kleine Meerjungfrau‘ bewundern und bestaunen.

Die Probe war schon sehr beeindruckend. Am 11.06. kann das Publikum das Musical „Die kleine Meerjungfrau“ bewundern und bestaunen.

Coesfeld, 02.06.16 (PM). Nach der gelungenen Premiere von „Heiße Ecke“, bereitet die Freilichtbühne in Coesfeld alles für die Endproben des Familienmusicals „Die kleine Meerjungfrau“ vor.

„Inzwischen sind alle Szenen, Lieder und Tänze einstudiert und wir arbeiten daran, die Szenen auf der großen Bühne zusammen zu setzen“, erklärt Christiane Gottschalk, Produktionsleitung des Musicals. Keine leichte Aufgabe, denn es gilt 41 Darstellerinnen und Darsteller zu koordinieren.

Besonders angetan zeigt sich das junge Ensemble von den fantasievollen und farbenprächtigen Kostümen. „Vor allem das Meervolk sieht wirklich unglaublich märchenhaft aus“, schwärmt Meret Iker, die in diesem Jahr die böse Meerhexe Mandragora verkörpert.

Märchenhaft ist auch die Musik, die eigens für die Freilichtbühne vom Regieteam Victoria und Tilman Wohlleber komponiert wurde. Auch die Dialoge und Choreographien stammen aus der Feder der beiden Düsseldorfer Künstler. „Auf diese Weise zeigen wir in diesem Jahr eine komplett eigene Fassung dieses wunderbaren Märchenklassikers“, berichtet Jan-Hendrik Strotmann, Pressesprecher der Freilichtbühne.

Die Handlung orientiert sich dabei stark am Märchenoriginal: Die junge Meerjungfrau Maricel verliebt sich an der Wasseroberfläche in den Menschenprinzen Lysander, den sie nach einem Unglück auf hoher See vor dem Ertrinken rettet. Die Liebe zu ihm wird immer stärker und Maricel beschließt, selbst Mensch zu werden, um für immer bei Lysander bleiben zu können. Die Meerhexe Mandragora scheint ihr diesen Wunsch zunächst erfüllen zu können, verlangt jedoch einen hohen Preis und Maricel gerät in einen spannenden Wettlauf gegen die Zeit.

Sabrina Bernemann tritt in diesem Jahr als Maricel – die kleine Meerjungfrau auf. Für sie ist es die erste große Hauptrolle, die sie auf der Freilichtbühne mimt. „Die Rolle macht unglaublich viel Spaß, genauso wie die wunderschöne Musik“, freut sie sich auf die anstehende Premiere am 11. Juni.

Karten für ‚Die kleine Meerjungfrau‘ gibt es im Vorverkauf mo-fr 10-13 Uhr unter 02541-3355 oder online.

14. Sponsorenlauf

Bunter Kreis Münsterland e.V. holt das Volk auf die Straße

14. Sponsorenlauf des Buntern Kreises Münsterland e.V.

Erst- bis Viertklässler der Lamberti-Grundschule wollen für den Bunten Kreis beim Sponorenlauf am 21.05.16 richtig viel rennen. (Foto hlm)

Coesfeld, 02.05.16 (hlm). Am 21.05.16, 16 Uhr, stellen sich die Kinder der Lamberti-Grundschule auf die Startlinie an der Ritterstraße und drehen für den Bunten Kreis ihr Runden über die Promenade. „Gut 30 Kinder haben sich bis jetzt für die Teilnahme gemeldet“, begeistert sich Schulleiterin Michaela Ellerbrock über die positive Resonanz. Für jede gelaufene Runde erhalten die jungen Läufer einen Obolus von ihren Sponsoren: Freude, Verwandte oder Eltern.

Regulär ist eine Etappe zwei Kilometer lang. Eine kleine Strecke gibt es über die Ritterstraße und Kellerstraße. „Es kommt nicht auf Schnelligkeit oder die Anzahl gelaufener Runden an. Dabei sein ist alles“, motiviert Karin Gangloff weiter Läufer zur Teilnahme. Das geht ganz einfach: Selber spendenwillige Menschen finden, die für jede gelaufene Runde einen kleinen Betrag abgeben. Die Teilnahmekarte bietet der Bunte Kreis zum Download an. Das erlaufene Geld fließt dem Bunten Kreis Münsterland e.V. zu. Der Verein begleitet Familien mit zu früh geborenen oder schwer erkrankten Kindern nach der Krankenhauszeit. Gerade bei der Rückkehr in den Alltag, der sehr individuelle ist, brauchen Eltern und Kinder Entlastung und fachlichen Beistand, den der Bunte Kreis mit Spendengeldern finanziert. Der Sponsorenlauf im letzten Jahr unterstützte die Vereinsarbeit mit über 11100 Euro.

Anfeuern entlang der Laufstrecke ist selbstverständlich erwünscht. Damit ein bisschen Volksfeststimmung aufkommt, gibt es Kaffee, Kuchen und Leckereien. Zusätzlich lockt eine Tombola mit einem Trekkingbike als Gewinn. Einen anderen Preis mit nach Hause nehmen kann die größte Gruppe, die sich anmeldet. Mehrere Coesfelder Schulen und verschiedene Gruppen haben ihre Teilnahme angekündigt. 2015 gingen 170 Läufer an den Start. Gangloff rechnet mit einer ähnlichen Zahl in diesem Jahr: „Wenn es mehr werde, um so besser.“

Es braucht „Anpassungsqualität“

Katholisches Bildungswerk und AZ diskutiert über Integration der Flüchtlinge

Integration ist nicht nur eine Sache der gemeinsamen Sprache. Aber sie ist eine Brücke.

Moderator Uwe Goerlich (r.) entlockt dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Matthias Oelck (Mitte), klare Worte zur Herausforderung der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Heinz Rengshausen (l.) wird sich wenig später über die kulturellen Herausforderungen an die Vereinen äußern. (Foto hlm)

Coesfeld, 27.04.16 (hlm). Eine Couch hat was von Gemütlichkeit. Oder kann es auch mal ungemütlich werden? Denn das katholische Bildungswerk und die Allgemeine Zeitung Coesfeld hat interessierte Menschen eingeladen, um mit verschiedenen betroffenen Kreisen über die Integration von Flüchtlingen in Coesfeld zu sprechen. Gut 100 Gäste folgten der Einladung in das Pfarrzentrum der katholischen Kirchengemeinde Anna-Katharina. Auf der Couch nehmen neben Bernd Lippe (Flüchtlingsinitiative), Heinz Rengshausen (DJK Eintracht Coesfeld-VBRS e.V.), Dr. Matthias Ölck (Kreishandwerkerschaft Coesfeld), Andreas Kolm (Fachbereich Soziales und Wohnen der Stadt Coesfeld) ein syrischer Flüchtling Platz.

Moderator Uwe Goerlich drehte nicht das Rad der großen Politik. Mit gezielten Fragen an die unterschiedlichen Interessenlager holte er die integrative Arbeit mit den Flüchtlingen hier vor Ort in Coesfeld aus dem Schatten. Aus dem Publikum kommen keine populistischen aber kritischen Fragen. Zum Beispiel nach der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Eine Krankenkassenkarte gibt es für die Flüchtlinge nicht. Die Stadt trägt die Kosten für die Notbehandlungen. „Was darüber hinaus geht, muss ein Amtsarzt entscheiden und begründen“, erläutert Andreas Kolm. Luxusbehandlung aus Steuermitteln gibt es nicht.

Schnell leuchtet ein, welche hohe Bedeutung das Erlernen der deutschen Sprache hat. Das Basisvokabular zur allgemeinen Verständigung im Alltag ist das eine. Die Stadt bietet dafür allen Flüchtlingen einen Kurs an. Unabhängig von ihrer Chance auf einen langfristigen Verbleib.

Deutsch lernen als Startpunkt.

Deutschkurs der VHS in Coesfeld für Flüchtlinge. (Foto hlm)

Damit wird der Sprachweg in die Arbeitswelt allein nicht geebnet. Das hat ganz andere Anforderungen, wie Dr. Matthias Oelck aus Erfahrungen weiß. „Sie wollen arbeiten, wissen aber nicht, wie es geht“, ist eine Anmerkung aus dem Publikum. Das beginnt bei völlig verschiedenen Vorstellungen zur Arbeitssicherheit und geht bis hin zu technischen Beschreibungen von Maschinen. Das braucht „Anpassungsqualität“, wie es Dr. Oelck nennt.

Zurechtfinden in dem komplexen System ist selbst für die Einheimischen schwer. Da braucht es besonders für die Flüchtlinge Helfer oder Begleiter, die mit ihnen Behördengänge und andere Dinge leisten. Einsatzorte für die vielen aktiven Ehrenamtler der Flüchtlingsinitiative. Rund 80 Helfer hat der Verein im Verteiler. Ein gutes Grundkapital für die tägliche Arbeit. Aber noch nicht ausreichend für die tägliche Erstbegleitung. An jene gewandt, die sich für das Engagement bei der Flüchtlingsinitiative interessieren, richtet Bernd Lippe: „Offenes Herz, gesunden Menschenverstand und keine Berührungsängste, auf jemanden zuzugehen, mehr Profil braucht es nicht.“

Im Vereinsleben prallen kulturelle Wertevorstellungen aufeinander. Lernen auf Gegenseitigkeit, heißt es. Die DJK-Eintracht Coesfeld will moslemische Frauen mit speziellen Wellnesstagen ansprechen. Da darf kein Mann zugegen sein, Rollos müssen runter und das Mobile ist abgeschlossen. Sicherlich ist es ein Raum unter sich. Doch man muss anfängliches Entgegenkommen zeigen, um an die Menschen heranzukommen. Birgit Pütter, Geschäftsführerin beim DJK, sitzt im Publikum und nickt zustimmend. Die völlige Isolation wäre der falsche Weg, geschlechtsunabhängige Entfaltungsmöglichkeiten offen zu legen. In den Sportvereinen sieht Heinz Rengshausen ein einfaches Angebot, um für die Menschen Brücken zu bauen.  Um das alles zu meistern, sieht er einen größeren Kreis mit im Boot sitzen: „Im Verbund, vielleicht über den Kreissportbund, ist das leistbar.“

Gastgeber Johannes Heling (l.) vom katholischen Bildungswerk bedankt sich bei Bernd Lippe von der Flüchtlingsinitiative für die Teilnahme am fünften Couchgespräch. (Foto hlm)

Eine Frage bewegt Pastor Johannes Hammans. Er will von dem syrischen Flüchtling wissen, ob die Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins für ihn ein passender Ort der Religion sei. Die Frage verneint der Mann. Der Imam spreche türkisch, was die Flüchtlinge nicht verstehen. Er wünscht sich ein Imam, der seine Landessprache spricht. Oder einen, der in deutscher Sprache predigt, was gelegentlich vorkommt, wie Hammans berichtet.

Der Fortschritt der Integration ist ein Weg mit kleinen und steten Schritten aufeinander zu. Das Ergebnis können die Gäste mit nach Hause nehmen.

Kochen mit Musik

„Gemeinsame Zeit schenken“

Zu bunter Musik vielfältiges Kochen, hieß es am Samstag im Montessori Kinderhaus.

Zu bunter Musik vielfältiges Kochen, hieß es am Samstag im Montessori Kinderhaus.

Coesfeld, 20.04.16 (hlm). Schneebesen klappern an Schüsselwänden, aus den Kochtöpfen steigt wohlriechender Dampf. Kinder beratschlagen sich mit Erwachsenen. Lachen und Gemurmel mischen sich unter italienischen Klängen: „Kochen mit Musik“ im Integrativen Montessori-Kinderhaus.

Kochen mit Musik

Buntes Gewusel beim Kochen mit Musik im Montessori Kinderhaus.

Zu dieser einmaligen Aktion haben die Kinderhausköche Petra und Michael Belau geladen. Seit 2012 versorgt das Ehepaar in der hauseigenen Küche 77 Kinder täglich mit frisch zubereiteten Mahlzeiten. Doch an diesem Samstag im April ist alles viel übersichtlicher. Zehn drei- bis sechsjährige Kinder in Begleitung von zehn Eltern oder Großeltern kreieren und kredenzen unter Anleitung der Profis ihre Lieblingsspeisen. Dass italienische Musik erklingt, ist kein Zufall. Schließlich stehen Spaghetti mit Tomatensoße, bereichert durch bunt gemixte Rohkostspieße und ein Spaghetti-Pudding auf dem Menüplan.

„Der Samstag ‚Kochen mit Musik‘ ist ein Angebot aus dem Gesamtprojekt ‚Musik tut gut‘, mit dem Brücken zu unterschiedlichen Thematiken geschlagen werden“, erklärt Ite Jansen, Leiterin des Kinderhauses. Mit solchen Aktionen will die Elterninitiative das familiäre Miteinander stärken. Nadine Intven, die seit September 2015 die organisatorische Leitung des Hauses führt: „Gemeinsame Zeit zu geben, ist im berufsgeprägten Alltag ein Geschenk, dass gerne angenommen wird.“

Gemeinsam kochen und gemeinsam essen, ein unschätzbarer Wert.

Nach dem gemeinsamen Kochen kommt die gesellige Tafel zur Belohnung.

In der Zwischenzeit haben die Kinder und Erwachsene den Tisch fürs Essen hergerichtet. Dampfend stehen die Nudeln und Soßen in Schüsseln bereit. „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 – guten Appetit ihr Lieben“, ruft Hände haltend die Tischgesellschaft. Munteres Geplappere und Geklappere. Im Hintergrund leckt gerade ein Kind mit der Zunge den Tomatenmund sauber. „Das ist ein wirklich gelungener Tag für Groß und Klein“, grinst Köchin Petra Belau und verrät, „die Kochrezepte stammen alle aus unserem hauseigenen Kochbuch, dass wir unserer 2012 verstorbenen Vorgängerin gewidmet haben.“