Kategorie: Coesfeld

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Wo leben wir?

Nutze deine Stimme

Coesfeld, Europa, die Welt, 26.02.17 (hlm). Wie beschaulich lebt es sich in Coesfeld! Weit ab von der großen Politik und vom Weltgeschehen gehen wir in unserem Berkelstädtchen dem Alltag nach. Ja, es geht uns sehr gut. Nur gelegentlich werden wir mit großen Dingen konfrontiert. Nehmen wir das Beispiel Flüchtlingshilfe. Mit Engagement vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger halfen und helfen Menschen anderen Menschen, die vor Krieg, Terror, Mord und anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben. Heimat verlassen! Was bedeutet das? In der Allgemeinen Zeitung hat vor einiger Zeit die Journalistin Eman Khalf in einem Kommentar ihre Eindrücke beschrieben. Es waren Sätze, die mich als weltoffener Mensch tief bewegt haben. Der Heimat den Rücken zu zudrehen und zu verlassen. Das ist kein Umzug in eine andere Wohnung. Diesen Entschluss fassen Menschen, die in ihrem Land keine Perspektive mehr sehen. Sei es langfristig oder kurzfristig. Sie gehen, nehmen Erinnerungen mit, lassen Wohnort, Arbeit, Ausbildungsplätze, Verwandte und Freunde zurück, auf der Suche nach Sicherheit. Und machmal entpuppt sie sich als Unsicherheit oder endet gar mit dem Tod.

EU-Gebäude in Brüssel. (Foto Amio Cajander, Flickr)

Unsere Stadt gehört der Europäischen Gemeinschaft an. Ein Staatenverbund, der 2012 den Friedensnobelpreis erhielt. Überreicht, da wir uns für Frieden, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben. Darauf können wir Stolz sein. Einige Wenige sehen das nicht. Sie wollen eine Umkehr; den Rückschritt in die staatliche Isolation. Einen Weg, den ich nicht mit gehen will. Denn ich bin Europäer. Ich setzte auf eine starke Union, die mit den wichtigsten Werte Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsrecht und Menschrecht ein starkes Rückgrat der Demokratie ist. Genau diese Werte werden unterhöhlt und infrage gestellt. In Deutschland will die Alternative für Deutschland Europa abschaffen. Sie will die Schlagbäume wieder aufstellen und die gemeinsame Währung aufgeben. Das ist reine Polemik und bringt uns nicht weiter. Dieser Weg ist ein Rückweg!

Zurück zu unseren beschaulich und friedvollen Coesfeld. Äußerlich mag es stimmen. Doch hier brodelt es hinter den Fassaden. In den sozialen Netzwerken werden sich verbale Schlachten geliefert, Beleidigungen, rechtspopulistische Gedanken unterschwellig und unverblümt veröffentlich und bisweilen mit „Daumen hoch“ kommentiert. Hoffung habe ich: Denn es halten zunehmend Bürgerinnen und Bürger dagegen. Um unsere Demokratie zu verteidigen, braucht es mehr Bekenner, die sich zur gewaltfrei wehren und sich öffentlichen Diskussionen stellen. Besonders spreche ich die Lokalpolitiker an. Mit ihrer Nicht-Einmischung düngen sie geradezu den Boden für den Rechtspopulismus und einem latenten Autokratismus.

Doch es ist Hoffnung in Sicht. Die Niederländer nutzten mit einer Wahlbeteiligung von 82 Prozent ihr demokratisches Recht. Sie haben dem geeinten Europa eine deutliche Stimme gegeben und ihren Ministerpräsidenten Mark Rutte im Amt bestätigt. Sie haben dem Gesellschaft spaltenden Geert Wilders mit seiner Ein-Mitglieds-Partei ein deutliches Signal gegeben: „So nicht!“.

Am 14. Mai 2017 ist Landtagswahl. Lasst uns die Chance ergreifen. Machen wir es wie die Niederländer. Nehmen wir unser Stimmrecht. Setzen wir damit dem Versuch unsere Grundwerte zu untergraben ein deutliches Ende. Beantworten wir damit die Frage wo wir leben wollen mit: „In Europa!“

 

Online gucken – lokal einkaufen?

Das Internet bietet dem Einzelhandel mehr als  einen Präsentationsraum

Coesfeld, 05.03.17 (hlm). Sie sitzen in Cafés, Restaurants, auf Bänken oder stehen an diversen Orten in der Fußgängerzone. Eines haben viele gemeinsam. Der Blick auf das Smartphone. Hastiges tippen von Zeichen, telefonieren oder mit Stöpseln im Ohr Musik hören. Angesprochen nimmt Pia Angelina Wulff ihren Kopfhörer ab: „Na klar nutze ich das Netz und informiere mich über das Angebot in einer Stadt. Ich will ja nicht umsonst hingehen.“ Das virtuelle Schaufenster der Stadt Coesfeld kennt sie nicht. „Brauche ich auch nicht, ich kenne die Stadt ja“, schmunzelt die junge Coesfelderin.

Der gastronomische Sektor bietet in den Geschäften freie WLAN-Hotspots für Kunden an. Vor der Tür gibt in der Fußgängerzone den CosiSpot. Durchschnittlich 300 Nutzer klinken sich damit täglich ins Netz ein, wie Antje Evers, Sprecherin der Stadtwerke Coesfeld auf Anfrage der CN mitteilt. Seit der Freischaltung, Mitte 2015, holten sich gut 300000 Nutzer die virtuelle Welt auf ihre Endgeräte. Kostenfreies Internet – mit einem Hintergedanken. Die Stadt soll attraktiver werden und Kunden in die Geschäfte locken.

Die Fussgängerzone zum Erlebnisraum machen. Da könnte das Internet helfen. (Foto hlm)

Auf der Bank sitzt die Coesfelderin Angelika Reher für eine kurze Pause. Das Internet spielt für sie keine Rolle. Sie kauft lieber alles vor Ort ein. Und wenn es das Gesuchte nicht gibt, findet sie es in einer anderen Stadt. „Mir fehlen in Coesfeld die Vielfalt und der Unterhaltungswert in der Fußgängerzone“. Sie kritisiert damit die vielen Geschäfte der gleichen Branchen. Mehr lockere Veranstaltungen könne mehr Leben in die Fußgängerzone bringen. Damit meint sie nicht die verkaufsoffenen Sonntage oder Ähnliches. Sie spricht von Straßenmusikanten oder anderen kleineren Aktionen.

„Es geht um Kundenkommunikation“

Aktionen? Wie das gehen kann, ist in Dülmen, bei Schenken-Kochen-Wohnen, zu sehen. Der Geschäftsinhaber Bernhard Homann bietet nutzbringende Workshops, wie Messer-Schleifkurs, für seine Kunden an. Das Internet ist nicht die reine Verlängerung der Ladentheke. Im Zusammenspiel mit den sozialen Netzwerken sieht er in der Onlinewelt einen Spielball, um Kunden in sein Geschäft zu locken. „Es geht nicht um den Onlineshop, sondern um Kundenkommunikation“, plakatiert Lars Werkmeister, Geschäftsführer des Lüdinghauser Stadtmarketingvereins, die Möglichkeiten für die Nutzung der Internetwelt. Potenziale, die Händler in der Stadt für sich entdecken können.

Sprecher des Arbeitskreises Hanel & Gastronomie, Werner Prause (l.) sieht in er Vernetzung mit der Netzwelt die Chance den Coesfelder Handel attraktiv darzustellen. Aber es ist nicht Allheilmittel. (Foto hlm)

„Das Internet ist keine Konkurrenz!“ Aus dieser Perspektive sieht es Werner Prause, Händler in Coesfeld und Mitglied im Stadtmarketingverein Coesfeld & Partner. Für den Sprecher des Arbeitskreises Handel und Gastronomie ist es ein Werkzeug, um sich zu präsentieren und die Attraktivität der Stadt zu steigern. Immer mehr Einzelhändler präsentieren sich mit Websites. Zusammenfassend dargestellt werden diese in dem virtuellen Schaufenster. Das Webportal ist mit dem Suchbegriff „Einkaufen in Coesfeld“ bei allen gängigen Suchmaschinen unter den Top 10 zu finden. Das ergab die Recherche von CN.

Zugriffszahlen auf das Webportal sind von der Stadt Coesfeld nicht zu bekommen. Wegen Bindung an den Datenschutz und einem zu zeit- und kostenintensiven Aufwand wolle man die Anfrage nicht beantworten, heißt es aus der Pressestelle.

Auf Webshops setzt der Coesfelder Stadtmarketingverein nicht. Prause: „Wir wollen die Menschen in der Stadt haben.“ Dazu braucht es eine attraktive Innenstadt. Bei der Stadtentwicklung ist das in erster Linie die Hausaufgabe der Stadtverwaltung. Einen Anziehungsmagnet erhofft sich der Arbeitskreissprecher mit Blick auf den Schlosspark durch das Regionale-2016-Projekt „Urbane Berkel“. Weiter gehört zur Schaffung eines positiven Umfeldes die Bereitstellung von genügend Parkraum. Eine Baustelle, die in seinen Augen noch nicht geschlossen ist. Zur Attraktivität einer Stadt zählen auch fachkundige Beratung und freundliches Auftreten gegenüber den Kunden. Aufgaben, die den Händlern durch Weiterbildungsangebote und Schulungen obliegen. Prause sieht Coesfeld vorne mit schwimmen: „Man kommt sogar aus dem weiteren Umfeld, weil dem Kunden hier freundliche und gut ausgebildete Mitarbeiter begegnen.“

Einen Zukunftsweg will der Stadtmarketingverein gehen. Der digitale Coesfeld-Gutschein wird kommen und damit einen Faden zwischen der Netzwelt und dem Handel spinnen. Prause bilanziert. Schon der analoge Coesfeld-Gutschein sei ein Erfolgsmodell. Er binde 230000 Euro Umsatz pro Jahr an Coesfeld.

Kein Onlineshop präferiert. Die Händler wollen die Kunden lieber in der Stadt haben. (Foto hlm)

Erika Eismann tummelt sich mit ihrem Spielwarengeschäft in einer Branche mit großer Konkurrenz im Internet. Laut einer Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel sind in 2016 Spielwaren im Wert von rund einer Milliarde Euro über das Netz verkauft worden. Trotzdem sieht sie für ihr Geschäft eine gute Chance. Sie setzt auf Beratung und Service. So wie die Kundin, die sich gerade verschiedene Gesellschaftsspiele erklären lässt. Zurzeit wird an einer Webseite gefeilt. Als reine Präsentation, um auf sich aufmerksam zu machen. „Die wird kein Onlineshop haben“, äußert die Inhaberin klar.

Die Netzwelt bleibt als Ausweg

Besonders wenn es um ein spezielles Produkt geht, das vor Ort nur schwer zu bekommen ist, ist die Bestellung im Internet die Wahl. Das berichten mehrere Facebook-Nutzer auf eine Anfrage. Weitere oft genannte Gründe, den Onlinehandel zu nutzen, sind eingeschränkte Mobilität, preisliche Differenzen und unbegrenzte Produktauswahl. Und auch die gibt es: Im Internet über Produkte informieren und im lokalen Geschäft kaufen.

Anteil an Mietwohnungen sinkt

Coesfeld fehlt es an Mietraum für Singles und Ältere

Nur wenige Mietangebote finden sich für Coesfeld in den bekannten Internetportalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt. (Foto hlm)

Nur wenige Mietangebote finden sich für Coesfeld in den bekannten Internetportalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt. (Foto hlm)

Als Single eine Mietwohnung finden, ist in Coesfeld keine einfache Angelegenheit, verfolgt man die Diskussion in der Facebook-Gruppe „Coesfelder Wohnungsmarkt“. Die Lage verschärft sich noch, wenn ein Hund oder eine Katze mit im Umzugsgepäck ist. Von Monate langer erfolgloser Suche und vielen Enttäuschungen ist die Rede. Generell ist das Angebot auf dem Coesfelder Wohnungsmarkt – gerade was günstigen Wohnraum angeht – sehr ausgedünnt. „Der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen in Coesfeld ist von 1080 im Jahr 2000 auf 674 (Stand 2015) zurückgegangen – also um 37 Prozent“, rechnet Norbert Vogelpohl von Bündnis 90 / Die Grünen vor. Einen Grund sieht der Fraktionssprecher des Kreisverbandes der Grünen im Anstieg der Einkommen. Damit verbundene ist die Verringerung der Ansprüche auf begünstigten Wohnraum. In seinen Augen braucht es insbesondere in innerstädtischer Nähe alten- und behindertengerechte Wohnungen für ein bis zwei Personen. Potenzial sei im städtischen Bereich für hundert Wohnungen: „Die Zukunft des Wohnungsbaus in Coesfeld liegt in der Innenstadt und nicht in der Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen, die infrastrukturell erschlossen werden müssen.“

Auch die Stadtverwaltung beobachtet eine Reduzierung des Wohnungsbestandes. Laut deren Berechnung hat sich der Bestand in den letzten 15 Jahren von 1080 auf 874 Wohnungen gesenkt. Eine Abnahme von 22 Prozent. Eine Methode, den Anteil von Sozialwohnungen bei Neubauten zu steuern, wäre eine Quotenregelung. Diese gibt es in Coesfeld nicht. Erster Beigeordneter der Stadt Coesfeld, Thomas Backes, zeigt auf das Integrierte Handlungs- und Maßnahmenkonzept, das bereits 2013 die Problematik von fehlendem Wohnraum für Singles und ältere Menschen herausstellt. Mit einem Wohnungsmarktkonzept und der Förderung von unterschiedlichen Wohnangeboten will die Stadtverwaltung die innerstädtische Entwicklung in den kommenden Jahren lenken.

Das Land NRW hat die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf öffentlich geförderten Wohnungsraum deutlich angehoben. Damit hätte ein größerer Kreis Anspruch auf Wohnförderung. Aktuelle liegt die Grenze für einen 4-köpfigen Haushalt mit zwei Kindern bei einem anrechenbaren Jahreseinkommen von 33730 €. Da aber eine transparente Informationspolitik für Beitragsberechtigte fehlt, leitet Norbert Vogelpohl darin einen weiteren Grund für die Abnahme des Bedarfes ab.

Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld / Familienpartei) sieht, wie Vogelpohl, den Bedarf an kleinen Wohnungen. Es fehle für den Bau solcher Wohneinheiten Flächen und die Bereitschaft von Investoren solche Bauprojekte zu finanzieren. Durch den Wegfall der gesetzlichen Bindung für viele Sozialwohnungen älteren Baujahrs verstärke sich die Lage. Diese Wohnungen ständen dann dem freien Markt zur Verfügung. Mehr Anreiz für private Kapitalanleger in öffentlich geförderten Wohnraum zu investieren, könnte nach Auffassung des Fraktionsvorsitzenden die Senkung der Grundsteuer B schaffen.

Laut einer Presseerklärung des CDU-Stadtverbandes liegt es an den vom Land NRW festgesetzten Förderungskonditionen, dass der öffentlich-geförderte Wohnungsbau von Investoren kaum bevorzugt wird. Verstärkt wird der Effekt zusätzlich durch die günstigen Zinsen am Kapitalmarkt. Im aktuellen Wohnungsmarktbericht für Nordrhein-Westfalen, herausgegeben von der NRW.Bank, werden als Hemmnisse hohe Baukosten, fehlende Bauflächen sowie eine geringere zu erwartende Rendite aufgelistet. Ebenfalls schrecken eine Bindungspflicht und ein hoher Verwaltungsaufwand bei der Vermietung von öffentlich geförderten Wohnungen ab. Ähnlich argumentiert Thomas Backes: „Trotz der vom Land gewährten Tilgungsnachlässe lässt sich bei einer Bewilligungsmiete von zurzeit 5,25 €/m² kaum eine Eigenkapitalverzinsung erzielen.“ Für private Bauherren sei sozialer Wohnungsbau daher nicht wirtschaftlich. Die Stadt setze hier verstärkt auf das Engagement der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften. Hier liegt nach Angaben der Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft (WSG) die Durchschnittsmiete bei 4,48 Euro pro Quadratmeter. Kreisweit hat sie einen Bestand von 440 öffentlich geförderten Wohnungen und 760 Wohnungen im frei finanzierten Bereich.

Arbeiten mit Kollege Roboter

Industrie 4.0 ist nicht einfach eine technische Revolution

Coesfeld, 02.11.16 (hlm). „Die Potenziale können wir noch nicht abschätzen“, dimensioniert Dr. Jürgen Grüner (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld). Er findet Bestätigung durch nickende Köpfe bei den Anwesenden des offenen Forums bei der Digital Akademie West im Hause von Cosoft. Die Gründer der kürzlich eröffneten Weiterbildungseinrichtungen haben für eine Diskussionsrunde zur Digitalisierung der Arbeitswelt Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Finanzen in den Seminarraum geholt.

Digitale Arbeitswelt

Weiterbildung ist ein Schlüssel für die Industrie 4.0. Darüber herrscht Einigkeit bei (v.r.) Prof. Dr. Carsten Feldmann, Lars Göntgens, Heinz Öhmann, Dr. Jürgen Grüner, Christofer Weßeling und Jaron Heskamp. (Foto hlm)

Das Zeitalter der Industrie 4.0 ist nicht einfach eine branchenunabhängige technische Veränderung der Produktionsprozesse durch Automatisierungen. Das wird aus den Ausführungen von Prof. Dr. Carsten Feldmann (Fachhochschule Münster) in seinem Impulsvortrag deutlich. Die gesamte Arbeitswelt steht vor einer Veränderung, die sich nicht nur in der optimierten Schaffung von Produkten oder Dienstleistungen auswirkt. Dr. Jürgen Grüner (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld) schätzt, dass 42 Prozent aller Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verändern werden. Berufsbilder werden sich verschieben, Anforderungen verändern. Für Lars Göntgens (Coesoft) ist die Digitalisierung eine Unterstützung und Vereinfachung von alltäglich wiederkehrenden Prozessen.

Das braucht als technische Infrastruktur schnelle Datenleitungen. Da ist der ländliche Raum bisher eher Schlusslicht. Der Kreis Coesfeld gehe mit gutem Beispiel voran, schließlich seien rund 40 Prozent aller Haushalte an eine schnelle Internetleitung angebunden, so Dr. Grüner. Der Ausbau des Glasfaser- und LTE-Netzes schreitet voran. Coesfeld und andere Städte gehen bereits weiter. Kostenlose Hotspots ziehen Besucher in die Fußgängerzone. Jetzt fehlen die Schnittstellen, um aus den Besuchern Kunden zu machen. Voraussetzungen dafür sind, den Umgang mit der Technik zu verstehen und für sich zu entdecken. Prof. Dr. Feldmann zeigt den Widerspruch auf, der zurzeit in der Unternehmerwelt besteht. 2/3 sehen deutlich den Bedarf an Weiterbildung. Aber nur 36 Prozent setzten das in die Tat um.

Christofer Weßeling, Dozent bei der Digital Akademie West, sieht in den Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten zur Digitalisierung der Arbeitswelt wichtige Haltepunkte für die Mitarbeiter in der Region. Der Kreis Coesfeld steht mit seiner niedrigsten Arbeitslosenquote in Nordrhein Westfalen sehr gut da. Aber unbesetzte Stellen wirken sich langfristig negativ auf die Produktivität aus. Die Region zu einem Magnet für Beschäftigte zu machen, wird eine Kernaufgabe für die nächsten Jahre sein. Es braucht Strukturen, die über das Weiterbildungsangebot hinaus reichen. Bürgermeister Heinz Öhmann sieht die Kreisstadt gut positioniert und hebt Coesfelds breites Bildungsangebot heraus.

Automatisierung bei Weiling: Im Hochregallager rasen selbststeuernde Wagen über Schienen und stellen bestellte Produkte zusammen. (Foto hlm)

Automatisierung bei Weiling: Im Hochregallager Autostore rasen selbststeuernde Wagen über Schienen und stellen bestellte Produkte zusammen. (Foto hlm)

Dass die Digitalisierung der Arbeitswelt in Coesfeld längst real ist, zeigt das Hochregallager Autostore von Weiling. In dem Chaos von übereinandergestapelten Kisten in einem großen Kubus kennt sich nur der Computer mit seinen selbststeuernden Wagen aus. Mehrere der digitalen Gefährte rollen zeitgleich über ein Schienenraster, ohne miteinander zu kollidieren. Das System kennt exakt die Position der Produkte und kontrolliert vollautomatisch den Lagerbestand. Rationalisierung mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen – der Gedanke kommt unmittelbar.

Nur den Verlust zu sehen, ist zu einfach. Die Arbeitswelt ist in einem Umwandlungsprozess. Für Beschäftigte ändern sich die Anforderungsprofile. In der Publikation „Zukunft der Arbeit in Industrie 4.0“ (Springer Vieweg Verlag) sieht der Soziologe Ulrich Bochum in der digitalisierten Arbeitswelt einen Beschäftigten mit mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbstentscheidungswillen. Da knüpfen Akzeptanz, Aufgeschlossenheit und letztendlich Bildung und Erziehung direkt an. Industrie 4.0 ist eben nicht nur einfach auf der wirtschaftlichen Perspektive zu betrachten. Es ist die vierte industrielle Revolution,die wir mitgestalten können. Eine Welt, in der auch die Frage der Handhabung von elektronischen Daten neu diskutiert und bewertet werden muss. Diese werden zum wertvollsten Gut. Es muss vor ungewollten Zugriffen geschützt werden. Andererseits erfordert es mehr Transparenz darüber, wer welche Daten sammelt. Nur so kann jeder einzelne seine persönliche Schlussfolgerungen und Konsequenz ziehen.

Grundschulanmeldungen noch bis 28. Oktober möglich

Anmeldefenster

Die Anmeldefristen für die Grundschulen enden am 28.10.16. Foto hlm)

Coesfeld, 18.10.16 (PM). Eltern, deren Kinder im kommenden Jahr schulpflichtig werden, können ihren Nachwuchs noch bis zum 28. Oktober für eine der sieben Coesfelder Grundschulen anmelden.
Von der Schulpflicht erfasst werden dann Kinder, die in der Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geboren wurden.
Der Anmeldebogen, den alle Eltern erhalten haben, kann persönlich bei der Stadt im Team Bildung oder per Mail an andrea.schlerkmann@coesfeld.de gesandt werden. Wer sein Kind an der Maria Montessori Schule anmelden möchte, reicht ihn dort direkt ein. Das nötige Formular kann auch der Internetseite der Stadt www.coesfeld.de entnommen werden.
Wer den Offenen Ganztag der Grundschule nutzen möchte, kann in der Regel eine Betreuung bis 16 Uhr nutzen. Im Angebot, das an allen Grundschulen gilt, ist ein warmes Mittagessen enthalten, das gesondert abgerechnet wird.
Fragen zum Anmeldeverfahren beantworten die Mitarbeiter im Fachbereich Jugend, Familie, Bildung, Freizeit, Christian Fleige, Tel. 02541 / 939–2316 und Andrea Schlerkmann, Tel. 02541 / 939–23 17.

Coesfeld, 14.09.16 (PM). Zehn Jobexpertinnen und Jobexperten gehen auf Tour durch das westliche Münsterland und gastieren am Freitag, 16.09.16, von 14.30 bis 17.30 Uhr, in der Hauptstelle derSparkasse Westmünsterland, Münsterstraße. Informiert wird zu den Themenfeldern Arbeit, Bildung und Beruf, wie zum Beispiel „Frau und Beruf“, „Ausbildung“, „Existenzgründung & Selbständigkeit“, „Migration und Integration“, „Familienfreundliche Arbeitgeber“, „Weiterbildung und Qualifizierung“ und „Kinderbetreuung“. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Schirm des Regionale 2016-Projekts „ZukunftsFrauen“.

 

Das „Gläserne Klassenzimmer“

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Gemeinsames Lernen ist ein wichtiger Bestandteil in der Pädagogik der Maria Montessori Schule in Coesfeld.

Maria Montessori Grundschule stellt sich vor

Coesfeld, 14.09.2016. Mit einem Info-Abend am Donnerstag, 22.09.2016, und dem „Gläsernen Klassenzimmer“ am Samstag, 24.09.2016 gibt die Maria Montessori Grundschule direkte Einblicke in ihr Konzept und den Alltag an der Seminarstraße. „Als stille Beobachter können Eltern den Unterricht anschaulich verfolgen“, lädt die Schulleitung Annette Bohmert und Georg Hahn alle Interessierten ein.

Zwischen 9.00 und 10.30 Uhr sowie von 10.45 bis 12.15 Uhr lernen sie am übernächsten Samstag die typischen Merkmale der Montessori-Pädagogik kennen: Jahrgangsmischung in den Klassen, fächerübergreifendes, vernetztes Lernen, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Inklusion von Kindern mit und ohne Förderbedarf.

Vieles wird den Eltern an beiden Terminen bekannt vorkommen. Denn inhaltlich richtet sich auch die Maria Montessori Grundschule nach den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen. „Es unterscheiden sich also nicht die Inhalte von denen anderer Schulen, sondern der Weg, auf dem die Bildungsziele erreicht werden, ist besonders“, erläutert Schulleiterin Annette Bohmert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem vom Kind selbst gesteuerten Lernen.

Neben dem Fachunterricht wählen die Schülerinnen und Schüler während der Freien Arbeit aus den vorbereiteten Materialien selbst aus, welche Mittel sie zur Erreichung der Lernziele einsetzen. Dabei werden sie stets durch das pädagogische Team unterstützt.

Am Infoabend, der um 20.00 Uhr beginnt, wird auch die individuelle Leistungserziehung in den Blick genommen.  „Es werden Entwicklungsberichte erstellt, die besser informieren als Ziffernnoten“, betont Schulleiter Georg Hahn. Zwischen den Zeugnissen schafft die Schule Transparenz durch Lernhefte, Lernlandkarten und Lernzielkontrollen.

Eine Anmeldung für das „Gläserne Klassenzimmer“ ist erforderlich und wird erbeten unter der Telefonnummer 02541-8012838; für den Infoabend ist diese nicht erforderlich.

 

Platz für Wiederbelebung

Ecke Schüppenstraße / Bernhard-von-Galen-Straße wird zum Übungsplatz der Wiederbelebung.

Ecke Schüppenstraße / Bernhard-von-Galen-Straße wird zum Übungsplatz der Wiederbelebung.

Coesfeld, 14.09.16 (PM). Eine Reanimations-Schulung auf dem Marktplatz bietet das Anästhesieteam der Christophorus-Kliniken in Zusammenarbeit mit der Stadt Coesfeld an. Die Veranstaltung findet am Freitag, 23. September statt. Die Organisatoren laden an diesem Tag von 9 bis 12 Uhr unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ an die Ecke Schüppenstraße/Berhard-v.- Galen-Straße ein. Die Aktion ist die Abschlussveranstaltung der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung, deren Ziel es ist, durch die Einbindung von Ersthelfern jährlich 10.000 Menschen mehr das Leben zu retten.
„Ein Großteil der Herzstillstände findet im persönlichen Umfeld statt – das heißt zu Hause, beim Sport oder auf der Arbeit – und wird direkt von Angehörigen oder nahestehenden Personen beobachtet. Deshalb möchten wir allen Interessierten die Möglichkeit geben, ihre Reanimationsfertigkeiten aufzufrischen und so zu Lebensrettern zu werden“, erklärt Dr. Martin Mühlmeyer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Er und sein Team haben einen Infostand aufgebaut, an dem sie über die einfachen Maßnahmen informieren, die der Ersthelfer ausführen muss. Dabei können an zehn Mini-Puppen die Wiederbelebungsmaßnahmen direkt geübt werden. Landrat Dr. Schulze-Pellengahr unterstützt die Aktion und besucht den Marktstand an dem Morgen. Bei schlechtem Wetter wird die Aktion ins Büro des Stadtmarketings direkt in der Nähe des Marktplatzes verlegt.

Leitende Posten neu besetzt

Hoppe leitet neuen Fachbereich – Zirkel neue Pressesprecherin

Coesfeld, 11.07.16 (PM). Der langjährige Fachbereichsleiter des Fachbereiches 30  „Bürgerservice und Ordnung“ ist in den Ruhestand getreten und die bisherige Leiterin des Fachbereiches „Jugend, Familie, Bildung, Freizeit“ wird zum 01.08.2016 die Dienststelle wechseln. Gründe, die eine personelle Umbesetzung im Rathaus erforderten. Als Nachfolgerin für die Jugendamtsleitung ist  die langjährige Pressesprecherin der Stadt Coesfeld und Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins, Frau Dorothee Heitz, vorgesehen.

Udo Hoppe übernimmt ab dem 01.09. einen neu geschaffenen Fachbereich.

Udo Hoppe übernimmt ab dem 01.09. einen neu geschaffenen Fachbereich.

Vor dem Hintergrund dieser personellen Veränderungen wurde die Organisation der betroffenen Bereiche überarbeitet und teilweise neu strukturiert. Dabei wird ein neuer Fachbereich „Bürgerservice, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing“ geschaffen, in dem vor allem die Dienstleistungsbereiche Bürgerbüro, Standesamt, Stadtmarketing/Tourismus zusammengefasst werden.

Dieser Bereich wird ab 01.09.2016 von Herrn Udo Hoppe aus dem Standesamt als Teamleiter geführt. Des Weiteren sind die Wirtschaftsförderung und das Grundstücksmanagement hier angesiedelt. Die Stellenausschreibung für die gesamte Fachbereichsleitung ist bereits erfolgt. Der Fachbereich wird dem Dezernat des Bürgermeister zugeordnet.

Neue Pressesprecherin der Stadt Coesfeld: Andrea Zirkel.

Neue Pressesprecherin der Stadt Coesfeld: Andrea Zirkel.

Die Pressestelle wird als Stabsstelle direkt dem Bürgermeister unterstellt; neue Pressesprecherin wird Frau Andrea Zirkel. Die verbleibenden Bereiche des bisherigen Fachbereichs 30 (Allgemeines Ordnungsrecht, verkehrliche Anlagen sowie Feuerwehr) werden mit dem bisherigen Fachbereich „Soziales und Wohnen“ zum neuen Fachbereich „“Ordnung, Soziales und Wohnen“ zusammengefasst. Die Fachbereichsleitung verbleibt weiterhin bei Herrn Bernd Kasischke. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen erfolgt in mehreren Schritten. Der Zeitplan hängt von räumlichen Faktoren sowie der Verfügbarkeit der betroffenen Personen ab.