Kategorie: Coesfeld

Themen für Coesfeld

Kommunen senden deutliches Signal nach Ochtrup

Notfalls Prozess gegen das Designer Outlet Center

Oberbürgermeister Dieter Krone und Bürgermeister beziehungsweise Vertreter aus den benachbarten Städten und Landkreisen sagen „Nein“ zur Erweiterung des DOC Ochtrup.

Oberbürgermeister Dieter Krone und Bürgermeister beziehungsweise Vertreter aus den benachbarten Städten und Landkreisen sagen „Nein“ zur Erweiterung des DOC Ochtrup.

Lingen/Coesfeld, 30.06.16 (PM). Strikte Ablehnung gegen die Erweiterung des DOC (Designer Outlet-Center) Ochtrup und damit gegen die darauf ausgerichtete Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Ochtrup haben die benachbarten Kommunen und Landkreise in einem weiteren Treffen in Lingen geäußert. Die Stadt Lingen und die Stadt Rheine hatten gemeinsam zu diesem Treffen eingeladen. 17 Kommunen – darunter die Kreisstadt Coesfeld – und drei Landkreise sind in den von der Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH (EWG) organisierten Zusammenschluss eingebunden.

Das bestehende DOC mit einer Verkaufsfläche von 11.500 Quadratmeter soll auf 19.800 Quadratmeter erweitert werden. Die Erhöhung der Verkaufsfläche um mehr als 70 Prozent und die Verlagerung des Schwerpunktes auf den Verkauf auch hochwertiger Bekleidung werden von allen am Treffen beteiligten Kommunen und Landkreisen strikt abgelehnt. Ein derartiges Großprojekt übersteige den zentralörtlichen Versorgungsauftrag von Ochtrup als kleineres Mittelzentrum bei weitem.

Scharf kritisiert wurde auch, dass die Negativauswirkungen der DOC-Erweiterung auf die Innenstädte und Ortszentren der benachbarten Kommunen im Rahmen der Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes überhaupt nicht beleuchtet wurden. Die beabsichtigte Vergrößerung des zentralen Versorgungsbereiches von Ochtrup für die DOC-Erweiterung sei nicht gerechtfertigt, betonten auch die von dem regionalen Zusammenschluss beauftragten Rechtsanwälte Dr. Heinz Janning und Dr. Olaf Bischopink (Baumeister Rechtsanwälte), die die rechtlichen Vorbehalte gegen das Projekt und das weitere Planverfahren näher erläuterten.

Entsprechende Stellungnahmen der beteiligten Nachbarkommunen und Kreise mit weiteren Kritikpunkten sind an die Stadt Ochtrup gegangen. Die Vorlage zur Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Ochtrup wird voraussichtlich am 6. Juli im Rat der Stadt Ochtrup beraten. Im Herbst wird voraussichtlich der Ausschuss für Planen und Bauen der Stadt Ochtrup über die Planentwürfe für die frühzeitige Beteiligung entscheiden.

Die Umlandkommunen machten beim Treffen deutlich, dass sie für rechtliche Schritte bereit sind und einen möglichen Prozess gemeinsam finanzieren werden.

Der Rohling war Namensgeber

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„Intenso“ der Musikschule Coesfeld

logo_intensoDie ersten Akkorde schwingen durch die Luft. Unverkennbar – das Motiv ist erkannt. Das klingt nach „Zombie“. Es spielen aber nicht The Cranberries, sondern Intenso.

Geburts- und Heimatort der Gruppe ist die Musikschule Coesfeld. Seit rund 13 Jahren leitet Musikschullehrer Ulli Dirks die Band. Der Name ist seit Jahren konstant geblieben. Nicht aber die Besetzung. Die bleibt etwa zwei bis drei Jahre bestehen. Es sind durch die Bank Schüler und Schülerinnen. In der jetzigen Formation im Alter von 13 bis 19 Jahren. Acht an der Zahl. Wobei sich die Ältesten Kinga Beiring (Gesang), Maria Frank (Gesang) und Ralf Wedemann (Schlagzeug), das Abitur in den Taschen, auf einen anderen Weg machen. Es bleiben der 17-jährige Lennart Reckfort (Gitarre), der 14-jährige Luca Völking (Bass), der 15-jährige Paul Schmitz (Gitarre), der 15-jährige Andre Sommer (Gitarre) und mit das jüngste Mitglied Alexander Gottheil (Schlagzeug). Der 13-Jährige hatte mit einer kleineren Besetzung von Intenso kürzlich bei der Eröffnung der neuen Mensa in der Maria Montessori Schule seinen ersten Auftritt.

Intenso in der gegenwärtigen Besetzung von l. Luca Vöcking, André Sommer, Kinga Beiring, Paul Schmitz, Lennart Reckfort und Alexander Gottheil (Foto hlm).

Intenso in der gegenwärtigen Besetzung von l. Luca Vöcking, André Sommer, Kinga Beiring, Paul Schmitz, Lennart Reckfort und Alexander Gottheil (Foto hlm).

„Wir sind eine reine Cover-Band“, fasst Dirks das musikalische Portfolio zusammen. In den ersten Stunden nannten sie sich M.S.B.C. als Abkürzung für MusikSchulBandCoesfeld. Dann holte die Band bei einem Musikwettbewerb von Radio Kiepenkerl den ersten Platz. Da brauchte es einen griffigen Namen. Der Blick fiel auf die CD, auf der die Musikstücke zum Üben gespeichert waren. Der Hersteller der CD-Rohlinge hieß „Intenso“. Bäng! Der Name war gefunden.

Als Sprungbrett in die hiesige Musikszene sehen die Bandmitglieder ihre Gruppe nicht. Wohl aber als Übungsort und als Möglichkeit Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln. Für den Gitarristen Lennart steht ganz klar Spaß am Hobby und der Ausgleich im Vordergrund. Die anderen Bandmitglieder nicken zustimmend. Regelmäßig treffen sie sich im Proberaum der Musikschule an der Osterwicker Straße. In den nächsten Wochen geht es in ein professionelles Studio. Zwei Songs sollen als Erinnerungstücke aufgenommen werden. „Es ist eine wilde Zusammensetzung, die sich immer wieder neu findet“, ist die Erfahrung von Dirks, wenn sich die Band neu formiert. Die Nachfolgeregelung für die drei, die die Band verlassen ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Intenso hat noch einen weiteren Hocker hinterm Schlagzeug und hinterm Mikrofon frei. Das gemeinsame Spielen in der Gruppe ist die Einladungskarte zur Zusammenkunft. Daneben stärken die Bandmitglieder die Kompetenz zur Teamfähigkeit, kassieren gemeinsam Lorbeeren zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Und sie erfahren noch etwas: Kritik anzunehmen, um sich weiter zu entwicklen. Für Kinga endet zwar die Zeit bei Intenso. Nicht aber ihre Leidenschaft zu singen. Sie will mit Gesang weitermachen – an der Universität.

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Zutat für die Zukunft

Maria-Montessori-Grundschule eröffnet neue Mensa Coesfeld, 18.06.16 (hlm). Was als zwangsläufiges Muss begann, entpuppt sich jetzt als Zutat für die Zukunft. Im Ganztagsbetrieb gehört das Mittagessen zum Alltag in der Maria-Montessori-Grundschule. Es ist fester Bestandteil des Schulkonzeptes. Oder wie Mechthild Kolm, Geschäftsführerin des Trägervereins der Schule sich ausdrückt: „Die Zukunft braucht gesunde Kinder.“ Daran will die…

Person aus Umflut gerettet

Unwetter in Coesfeld: Seit 6:50 Uhr Ausnahmezustand

Am Wahrkamp unterstützt Landwirt Heskamp aus Flamschen die Feuerwehr und pumpt das Wasser ab. (Foto hlm)

Am Wahrkamp unterstützt Landwirt Heskamp aus Flamschen die Feuerwehr und pumpt das Wasser ab. (Foto hlm)

Coesfeld, 24.06.16 (hlm). Das heftige Unwetter in der Nacht von Donnerstag (23.06.) auf Freitag (24.06.) war ein Naturschauspiel mit Wetterleuchten nahezu im Sekundentakt. Soweit das Positive. Das Negative: Sturmböen, Hagel und Regen setzten ordentlich zu. Auf Nachfrage der Coesfelder Nachrichten berichtet der Leiter der Feuerwehr, Richard Schulze-Holthaus, von einem Ausnahmezustand seit 6:50 Uhr. Eine Person musste am Südring / Cronestraße aus der Umflut gerettet werden. Im gesamten Stadtgebiet, Wahrkamp, Sirksfeld und in Stockum rückten die Einsatzkräfte aus, um Keller leer zu pumpen. Die Bergallee bis zum Kloster Gerleve wurde wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Über die ganze Nacht hinweg war die Feuerwehr im Einsatz, unterstützt von der Polizei. Die Aufräumarbeiten halten an.

Am Wahrkamp leistet Landwirt Heskamp der Feuerwehr Hilfe und pumpt mit seinem Trecker das Wasser ab. „Die großen Hagelkörner und der Sturm haben die Blätter von den Bäumen gerissen, die die Abflüsse verstopften“, meint der Flamschener. Ein großer See habe sich gebildet. Besonders die Bewohner des Hauses an der Ecke Wahrkamp/Bergallee hat es getroffen. Der Keller lief voll. Auch andere in der Straße blieben nicht verschont. „Der Verkaufsschlager in den Baumärkten sind Gummiabzieher“, meint eine Coesfelderin.


Während die Mitarbeiter des Bauhofes mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind, blicken die Arbeiter der Stadtwerke Richtung Fürstenwiese. Der Wasserpegel der Berkel steigt unaufhaltsam. Das meiste Wasser führt die Umflut ab. Das reicht nicht. Wie Rolf Hackling von Abwasserwerk mitteilt, wird ein Teil des Wassers durch die Innenstadtberkel abgeführt werden müssen. Zusätzlich ist das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) an der Fürstenwiese angesprungen. Über einen Durchlass fließt Wasser in das große Speicherbecken und entlastet so die Berkel. Seit Jahren das erste Mal. Einige Coesfelder haben sich auf der Brücke am Blomenesch eingefunden. Smartphones in der Hand machen sie ein paar Bilder. Ein Bewohner des Viertels erinnert sich an das letzte Hochwasser, wo sich die Fürstenwiese in einen See verwandelte: „Das mag so Ende der 1970er Jahre gewesen sein.“

Hochwasser in Coesfeld

Eine Riesenpfütze versperrt den Rad- und Fußweg an der Billerbecker Straße (Foto hlm).

Gegenüber des Durchlasses zum HRB Fürstenwiese hat sich die Berkel in Richtung Billerbecker Straße auf den Rad- und Fußweg ausgebreitet. Ob noch eine weitere Hochwasserwelle aus Richtung Billerbeck kommt, ist noch ungewiss. Gewiss ist nur, dass die Wahrscheinlichkeit, mit solchen Regenereignissen konfrontiert zu werden, weiter zunimmt. Berichte von Überflutungen in unserem Landstrich sind keine Seltenheit mehr. Um auf solche drohenden Katastrophen besser gewappnet zu sein, plant die Stadt Coesfeld mit dem Regionaleprojekt BerkelStadt rund 5,1 Millionen Euro in den Ausbau des Hochwasserschutzes in der Fürstenwiese zu investieren.

Weiter Bilder vom „Tag danach“ gibt es hier.

Sie sind da, wo sie gebraucht werden

Kinder- und Jugendarbeit unterwegs Coesfeld, 22.06.16 (hlm). „Wenn wir mit dem bunten Mobil unterwegs sind, winken uns junge Menschen zu“, beschreibt Martin Walter, vom Jugendhaus Stellwerk, die Bekanntheit des farbenfrohen Transporters. Voll gepackt mit Materialien fürs draußen Spielen steuern die Jugendarbeiter feste Standort in Coesfeld an: De-Bilt-Allee, Lübbesmeyerweg, Karlsbeckerweg und den Skaterpark in Lette. Den…

„Zeigen, wie schön Coesfeld ist“

2. Vespa- und Apetreffen als vollen Erfolg gefeiert

Der volle Spaß stand bis zum Schluß, bei der Verlosung im Vordergrund des Treffens. Daniel Haupt gewinnte bei der Verlosung die Vespa für die Wand, überreicht von Toni und Rosi Manusé und Mitorganisator Michael Banneyer (Foto hlm)

Der volle Spaß bis zum Schluß, bei der Verlosung im Vordergrund des Treffens. Daniel Haupt (r.) gewinnt bei der Verlosung die Vespa für die Wand, überreicht von Toni (2 r.) und Rosi (3. r.)  Manusé und Mitorganisator Michael Banneyer (l.).
(Foto hlm)

Coesfeld, 19.06.16 (hlm). Da können sich die Vespafans Michael Banneyer und Rosie und Toni Manusé gegenseitig auf die Schultern klopfen. In der Summe war das zweite Vespa- und Apetreffen im Industriepark Nord.Westfalen ein voller Erfolg. Der Eishersteller Manusé ist überzeugt das allein bei der Ausfahrt fast 200 Vespa- und Apebegeisterte teilgenommen haben. Über die sozialen Netzwerke bekannt geworden, zog es die Fahrer nicht nur aus dem nahen Umfeld an. Aus Appeldorn und sogar aus dem sauerländischen Arnsberg knatterten die Fans heran. Die gemütliche Tour ging um Coesfelds Umgebung bis in Baumberge hinein. Michael Banneyer: „Mir ist es wichtig den Leuten zu zeigen, wie schön Coesfeld und seine Umgebung sind.“

Aus vielen Mündern ist schon der Ruf nach der Wiederholung zu hören. Nächstes Jahr wird das 3. Vespa- und Apetreffen stattfinden. Da ist sich Banneyer sicher.

Bilderstrecke vom Treffen gibt es hier.

Vernetzen durch Kooperationen

Jetzt auswählen – VHS-Programm 2016/2017 ist verfügbar

Dr. Mechthilde Boland-Theißen und Jürgen Rasch von der VHS setzen auf Verstärkung der Kooperationen und Netzwerkbildung (Foto hlm)

Dr. Mechthilde Boland-Theißen und Jürgen Rasch von der VHS setzen auf Verstärkung der Kooperationen und Netzwerkbildung (Foto hlm)

Coesfeld, 16.06.16 (hlm). Auf dem Tisch von Dr. Mechthilde Boland-Theißen, Direktorin der Volkshochschule (VHS), liegt es. Das dritte Jahresprogramm der VHS, auf 64 Seiten gedruckt, mit rund 800 Angeboten zur Weiterbildung. Das bildet einen Teil dessen ab, was die VHS leistet und anbietet. Das Aufgabenspektrum hat sich längst ausgeweitet. Umfassendes läuft außerhalb des Gesichtsfeldes der breiten Öffentlichkeit. Zum Beispiel die Beteiligung am Gesundheitsforum Coesfeld mit verschiedenen Medizinern. Der Kooperation mit unterschiedlichen Schulen in Coesfeld und Umgebung, um Expertenwissen über Zeitmanagement oder Eigenakquise in die Klassen zu tragen. Oder den Bedarf an Integrationskursen, in denen Flüchtlinge den ersten Zugang zur deutschen Sprache finden, kurzfristig zu decken.

Die Klassiker des Weiterbildungsangebotes bleiben bestehen. Aber eine Sparte findet immer mehr Zuspruch. Die Zahl von Institutionen, die das Angebot von hauseigenen Schulungen nutzen, steigt. Damit verlagert sich der Unterrichtsort in die Räume der Kunden. Unberührt davon bleiben die fest etablierten Sprachkurse der VHS. Schließlich geht es um Verlässlichkeit. Die Gewissheit nach einem absolvierten Kurs mit dem Nachfolgekurs weiter zu machen. Einen Fingerzeig ins Programmheft macht Dr. Boland-Theißen. Ein Versuchsballon steigt: Eine spezielle Vortragsreihe, die den Zugang und das Verständnis zur Kunst in einen anderen Blickwinkel rückt. Dazu hat die VHS den Referenten Dr. Hans-Martin Dziersk ins Haus holen können. „Mit seiner eloquenten und witzigen Art reist er mit seinen Zuhörern durch die Kunst“, beschreibt die Direktorin der VHS den Kunsthistoriker. Eine kleine Geschmacksprobe gefällig?

Programmerweiterung an einem neuen Standort erfährt die Rubrik Kunst & Kultur. Nach dem umfassenden Umbau und der Fertigstellung des Hofs Schoppmann in Darup kann Kursleiterin Karola Wortmann mit Pinsel und anderen Malwerkzeugen dort mit den Teilnehmern der Kreativität Lauf lassen. „Dieses Kursangebot ist ein Beispiel dafür, wie durch enge Zusammenarbeit ein gemeinsamer Weg gefunden wird“, so Boland-Theißen. Ein Schwergewicht der Arbeit in der VHS ist, sich an der Integration der Flüchtlinge mit praktischen Angeboten zu beteiligen. Eine große Bedarfslücke schließen die Kursleiter und ehrenamtlich Aktiven, um den Schutz suchenden Menschen den Zugang in unsere Gesellschaft niedrigschwellig zu ermöglichen: Vermitteln der Grundkenntnisse der deutschen Sprache, die Anwendung und der Umgang im Alltag.

Eine positive Bilanz zieht Dr. Boland-Theißen mit dem Jahresprogramm. Das frühere Halbjahresprogramm hatte viele Kapazitäten gekostet, die nun anderen Kernaufgaben zufließen.

Das aktuelle VHS-Programm 2016/2017 gibt es als PDF zum Download hier.

Hansemahl abgesagt

+++++++++++++ EILMELDUNG +++++++++++++++ Kein Hansemahl Coesfeld, 16.06.16 (PM). Der Stadtmarketing Verein hat das Hansemahl für Freitag, 17.06.16, wegen schlechter Wettervorhersagen abgesagt. Ein Ersatztermin ist nicht bekannt.

Funkrock zwischen Beruf und Familie

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CN-Serie band.lokal

Motofunk spielt Motofunk

Logo_Motofunk_webCoesfeld, 15.06.16 (hlm). Unweigerlich strömt vom Kopf in die Beine das Verlangen zur Tanzfläche zu schreiten, wenn Stefan Lenzig (39 Jahre), alias Steffire, den Rhythmus für die Coesfelder Band Motofunk mit seiner Gitarre vorgibt. Sein Stil ist Teil des Bandnamens: Moto von Motor. Er ist der Antrieb. Er gibt die Riffs vor, an denen sich die anderen Bandmitglieder entlang arbeiten. Den Wortteil „Funk“ mit der Musikrichtung zu parallelisieren ist zu einfach. Motofunk hat seinen eigenen Sound, mit einer Mischung aus Funk, Rock, Hardrock und untertönigen Metal-Klängen.

Schlagzeuger MotoMoto, Ansgar Wilde. (Foto hlm)

Schlagzeuger MotoMoto, Ansgar Wilde. (Foto hlm)

In der bisherigen siebenjährigen Bandgeschichte mischte die Gruppe auf rund zehn Liveauftritten mit. Darunter mehrmals bei Rock am Turm. Schlagzeuger Ansgar Wilde, alias MotoMoto: „Uns gab es als kleine Besetzung schon vorher.“ Mit dem Bassisten Nico Eysing (38 Jahre) spielte der 39-jährige Ansgar seit seiner Jugend zusammen – im lockeren Verbund. Für Motofunk gilt 2009 als Geburtsjahr. Da stieß der 39-jährige Leadgitarristen Marc Bienbeck als ZuluMac dazu.

Bassist RedhotNiyco, Nico Eysing. (Foto hlm)

Bassist RedhotNiyco, Nico Eysing. (Foto hlm)

Rein Instrumental übte das Quartett fleißig. Das i-Tüpfelchen brachte 2011 Frontsängerin Stephanie Osterholt, alias Singatrix, ein. Die rockige Stimme verleiht Motofunk einen weiteren unverwechselbaren Charakter. Immer wieder schwingend zwischen Hochspannung und emotionsgeladenen Elementen zieht Motofunk die Zuhörer in den Bann. Auf der Pfingstwoche 2016 wurde die Band als Highlight gefeiert.

Rhythmusgitarist Steffire (Stefan Lenzing) (Foto hlm)

Rhythmusgitarist Steffire, Stefan Lenzing. (Foto hlm)

Was auf der Bühne nach einem gelungenen Improvisationsspiel aussieht, ist harter und intensiver Arbeit im Übungsraum vorausgegangen. Bienbeck: „Liveauftritte sind für uns die Belohnung für die lange Arbeit im Proberaum.“ Tagsüber sind die fünf im IT-Bereich, in der Messtechnik, im Gesundheitswesen oder in der Elternzeit beschäftigt. In ihrer Freizeit treffen sich die Bandmitglieder an ihren Musikinstrumenten.

„Wir machen das just vor fun“, so Nico (RedhotNiyco). Aus Liebe zur Musik. Einen Komponisten hat die Band nicht. „Hier bringt jeder was rein“, umschreibt die 39-jährige Sängerin das kreative Zusammenspiel.

Die Sessions im Übungsraum werden zur Bewertung aufgezeichnet, als Basis für die Optimierung der Komposition. Immer wieder fein justiert entsteht nach und nach ein neues Musikstück. Die erste CD „Motofunk“ hat die Band mit eigenem Equipment aufgenommen und mit einigen Überraschungen versehen. Ein Hörgenuss für Liebhaber von Funkrock-Rhythmen, falls sie nicht live auf der Bühne erlebt werden können.

Frontsängerin Singatrix, Stephanie Osterholt. (Foto hlm)

Frontsängerin Singatrix, Stephanie Osterholt. (Foto hlm)

Leadgitarrist ZuluMac, Marc Bienbeck. (Foto hlm)

Leadgitarrist ZuluMac, Marc Bienbeck. (Foto hlm)

Froh, dass es so aussieht

BerkelStadt: Parallelen mit Regionale-2013

Coesfeld/Meschede, 13.06.16 (hlm). „Der Henne-Boulevard wird der Champs-Élysées des Sauerlandes“, sagte Michael Groschek (Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr) bei einem Ortstermin in Meschede 2013.

Die Henne ist ein kleiner Fluss, der durch die sauerländische Stadt fließt. Überdeckelt war sie, Jahrzehnte lang. Nicht wahrnehmbar zog sie durch einen dunklen Tunnel, während oben auf dem Betondeckel Autos parkten. Bis die Entscheidung im Rat mehrheitlich gefällt wurde: Der Deckel kommt weg. Mitgetragen hatte das SPD-Ratsmitglied Kornelius Kuhlmann. Er erinnert sich: „Wir hatten die Wahl zwischen Sanierung der maroden Brücken, die die Stadt hätte selbst tragen müssen, oder Öffnung der Überbauung mit Fördermitteln.“ Eingebunden in das Regionale-2013-Projekt wissen.wasser.wandel flossen 11,5 Millionen Euro in die Umgestaltung der Gewässerlandschaft. Der Eigenanteil der Stadt: 3,2 Millionen Euro. Unter dem Kunstbegriff „Henne-Boulevard“ zieht sich seit 2015 ein Wegeverlauf von der Innenstadt hinauf durch einen naturnah gestalteten Henne-Park zur Himmelstreppe am Hennesee, einer Aussichtsplattform mit Blick auf das sauerländische Landschaftsbild. Den Bachlauf erlebbar machen und parallel die europäische Wasserrahmenrichtlinie umsetzen. Das war das Ziel.

Der Zustand des Winziger Platzes in Meschede um 1970. Foto Sauerlandkurier

Skepsis gab es zu Anfang. Zu viel Geld für eine Stadt in der Haushaltsicherung. Ein stickender Fluss wird freigelegt. Parkraum wird vernichtet. Das waren die häufigsten Gegenargumente. Auch Constanze Köster, Besitzerin eines Tabakladens direkt am „Deckel“, blickte einst unsicher auf die Pläne. Heute ist sie davon überzeugt, dass es ein Gewinn für die Attraktivität der Innenstadt ist. Wenn da nicht der Leerstand des maroden Hertie-Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft wäre. Der Münsteraner Investor Bövingloh war abgesprungen. Hoffnung keimt jetzt mit einem neuen Finanzier auf. Eine ähnliche Situation wie in Coesfeld mit dem Postareal.

Vor allem die ältere Generation hatte das alte Gewässerbild eines schmutzigen Bachlaufes in der Erinnerung und sorgten sich. „Diese Kritiker sind verstummt. Alle sind froh, dass es jetzt so aussieht“, zieht Kuhlmann das Fazit zwei Jahre nach der Eröffnung des umgebauten Winziger Platzes.

Der entdeckelte Winziger Platz als Teil des Henne-Boulevards in Meschede Foto www.peterbrdenk.de

Josef Sommer, CDU-Ratsmitglied: „Die Regionale 2013 hat geholfen, die Stadt nach vorne zu bringen und lockt Kunden und Besucher aus dem Umland an.“ Stadtführungen, Ruhrradweg und sportliche Events öffnen touristische Akttraktionen in die Wanderregion Meschede.

Die Freitreppe zur Henne in Meschede. Quelle: Stefan Nolte

„Die Einheimischen registrieren das nach einiger Zeit nicht mehr. Dafür gibt es viel Lob von Auswärtigen“ resümiert die Besitzerin des Tabakladens. Zum Champs-Élysées ist der Henne-Boulevard nicht aufgestiegen. Aber es ist ein Anziehungspunkt in der Region geworden.

Meschede – Coesfeld, Regionale 2013 – Regionale 2016: Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den Städten. Und eine Einladung senden die Sauerländer an die Coesfelder aus, sich vor Ort ein Bild von der Integration eines Flusses in den urbanen Raum zu machen.