Kategorie: Coesfeld

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Lebensträume hören und sehen

Treffpunkt Literatur bietet Nischen im trockenen Sommer

Für das diesjährige Sommerprogramm "Lebensträume" hat der Treffpunkt Literatur bestehend aus Lore Schorn (Stadtmarketing), Brigitte Tingehoff (Stadtbücherei), Susanne Vespermann (VHS), Ulrike Wißmann (FBS) und Elisabeth Roters-Ullrich (Förderverein Stadtbücherei) mit einer Reihe Sponsoren kulturelle Highlights in die Stadt geholt. (Foto hlm)

Für das diesjährige Sommerprogramm „Lebensträume“ hat der Treffpunkt Literatur, eine Kooperation aus Stadtmarketing, Stadtbücherei und dessen Förderverein, Volkshochschule und Familienbildungsstätte kulturelle Highlights in die Stadt geholt. (Foto hlm)

Coesfeld, 12.05.16 (hlm). „Dafür haben wir extra einen Termin gesucht, an dem kein Fußballspiel der Europameisterschaft liegt“, betont Brigitte Tingelhoff (Stadtbücherei). Denn die Macherinnen des Treffpunkts Literatur haben für das Sommerprogramm unter dem Titel „Lebensträume“  Ulli Potofski nach Coesfeld geholt. Und wo sonst, als in der fußballaffinen VR-Bank wird der Sportmoderator und Schalkefan seine Fußballrevue „Entscheidend ist auf dem Platz“ passieren lassen.

Die Lebensträume umfassen insgesamt vier Auftritte an vier verschiedenen Orten. In den Mittelpunkt rücken dabei Geschichten von Menschen und über Menschen, die ihren Notlagen durch Lebensträume einen Hoffnungsschimmer entlockten. Da geht die literarisch-musikalische Reise über Exil und Freiheit in die großen Städte der 1930er-Jahre, wo Armut und Arbeitslosigkeit die Gesellschaft tief zerriss. Werke von Franz Kafka und Kurt Tucholsky dürfen nicht fehlen. Genauso wenig die Moritat von Mäckie Messer aus der Dreigroschenoper von Bertold Brecht, Kurt Weill. Kompositionen von Igor Starwinsky harmonisieren zu dem Titel Lebensträume. Hat doch der russische Komponist früh den Weg der konservativen klassischen Musik verlassen und ist mit dem „Feuervogel“ auf experimentellem Pfad gegangen. Wie das alles das Pindakaas Saxophon Quartett gemeinsam mit dem Schauspieler Frank Dukowski dem Publikum inszeniert, verspricht Hochspannung.

Träume sind Antriebsfedern und Zielfahnen. Ob sie letztendlich real werden steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber sie sichern den Weg zur Überwindung kritischer Lebensphasen, wie es Cordula Sauters am Beispiel der Lebensgeschichten dreier Frauen im Krieg geprägten Europa des vorherigen Jahrhunderts am musikalisch interpretieren wird. Mit dem Akkordeon wird die Musikerin die Zuhörern auch Gefühlswellen mitreiten lassen.

Was passiert, wenn ein Mensch keinen Schatten mehr hat, da er ihn verkauft hat? Ein interessanter Denkanstoß, der von Adelbert von Chamisso (1781–1838) märchenhaft in „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ durchdacht wird. In die Zauberwelt seines Gedankenspiels entführen die Schauspielerin Jutta Seifert und die Querflötistin Birgit Kramarczyk.

Flucht, Vertreibung, die Sehnsucht nach Freiheit, das klingt, als wollen die Organisatoren des Treffpunkt Literatur das gesellschaftlich beherrschende Thema „Flüchtlinge“ widerspiegeln. Für Elisabeth Roters-Ullrich vom Förderverein der Stadtbücherei geht es nur sekundär darum. Primär ist es das Ziel, den Bezug des Themas zur Literatur aufzuzeigen. Unterstützt wurde das Projekt von einer Reihe namhafter Sponsoren aus der Kreisstadt.

An den ausgewählten Spielorten ist Platz für rund 100 Gäste. Der Vorverkauf der Karten hat begonnen. Verkaufsstellen sind das Bürgerbüro der Stadt Coesfeld und die Buchhandlung Heuermann. Ermäßigungen bei den Eintrittspreis sind nicht vorgesehen. Der Treffpunkt Literatur hat versucht die Eintrittsgelder so niedrig wie möglich zu halten. Roters-Ullrich: „Der Spagat zwischen attraktivem Programm und Geld ist eine Kunst.“

Spielplan

DatumOrtProgrammtitelKünstler/AutorEintrittspreis
28. Jun. 2016,
19:30 Uhr
VR Bank Westmünsterland,
Kupferstraße 28
Entscheidend ist auf dem PlatzUlli Potofski9 €
14. Jul. 2016,
19:30 Uhr
WBK, Orchestersaal der Musikschule,
Osterwicker Straße 29
Ballads of Good LifePindakaas Saxophon Quartett9 €
9. Aug. 2016,
19:30 Uhr
Bischofsmühle (Tenne),
Bischofsmühle 10
Der Kartoffelkäfer und die SehnsuchtCordula Sauter9 €
1. Sep. 2016,
19:30 Uhr
Stadtbücherei,
Walkenbrückenstraße 25
Der verkaufte SchattenJutta Seifert & Birgit Kramarczyk9 €

Vier Coesfelder Bands auf der Bühne

Eröffnung der Pfingstwoche

• Eröffnung heute (Mittwoch, 11.05.16) um 18.30 Uhr
• Nepo 7Ups, Roaring Sugar Balls, Intenso und Motofunk auf der Bühne

Motofunk auf der Bühne

Hitzig wird es auf der Pfingstwoche, wenn Motofunk mit Rhythmusgitarristen Steffire, der fetzig rockigen Stimme von Singatrix, dem Schlagzeuger MotoMoto, dem Bassisten RedhotNiyco und Gitarristen ZuluMac live ihr neues Album vorstellen.

Coesfeld, 11.05.16 (PM). Zum Auftakt der 43. Coesfelder Pfingstwoche am heutigen Mittwoch spielen ausschließlich Coesfelder Bands auf der Bühne an der Promenade. Eröffnet wird der Abend von den Nepo 7Ups, eine Band des Gymnasiums Nepomucenum unter der Leitung von Bernd Mertens. Die Band spielt mit Bläsern, E-Gitarren, Schlagzeug und Percussion und weiß durch die Mischung aus Klassikern, modernen Stücken und einer Prise lateinamerikanischer Klänge zu überzeugen.

Die „Roaring Sugar Balls“ proben ebenfalls im Nepomucenum, wollen sich aber nicht bloß als Schülerband verstanden wissen, sondern arbeiten mit zweistimmigen Gesang, einer großen Gitarrenfraktion und einer Menge Vorfreude auf das Konzert daran, die Zuhörer zu überzeugen.

Die von Ulli Dirks geleitete Band der Musikschule Coesfeld „Intenso“ ist in der Coesfelder Musikszene längst bekannt und hat schon viel Bühnenerfahrung gesammelt. Mit ihrer Rockmusik und der Interpretation bekannter Hits wollen sie den Besuchern ordentlich einheizen.

Mit Motofunk spielt die Rock-/Funkband aus Coesfeld. Mit ausschließlich selbst komponierten Songs rocken die fünfköpfige Band seit Jahren auf Bühnen. Die Herren um die Frontfrau Steffi Osterholt haben für die Pfingstwoche ganz frisch ihr erstes Album im Gepäck. Nach der langen Studiozeit brennen die Musiker nun darauf, ihre Songs dem Publikum zu zeigen.

Beginnen wird die Pfingstwoche um 18.30 Uhr, enden um 22 Uhr. In dieser Zeit gibt es vier Coesfelder Bands on stage: Die hiesige Szene trifft auf junge Talente. Eine spannende Mischung versprechen sich die Organisatoren.

Das Programm auf der Bühne:

Tag Bands Zeit
Mi, 11.05.

Coesfelder Bands on stage

NEPO7UPS
(Rock & Pop, Lateinamerikanisch)ROARING SUGARBALLS (Classic Rock)Intenso (Band Musikschule Coesfeld)

Redaktionstipp:

Motofunk (Funk + Rock)

18.00 – 18.20

 

18.30 – 19.00

19.15 – 20.00

 

20.30 – 22.00

Do, 12.05.

Berkel Brawl

Fools of Fortune (Alternative Rock – COE)

Mond (Electropop-ST)

Good Morning Fire Eater (Wave, Postpunk – MS)

19.00 – 22.00
Fr, 13.05.

TopActs

 

Hornebach Big Band am Wirtezelt (vor dem Kreishaus)

BOUNCE – Bon Jovi Tribute Band, präsentiert von der AZ Coesfeld

18.00 – 20.00

 

21.00 – 00.00

Sa,14.05.

Partyabend

Blühende Landschaft im Nord-Westen

Arbeitskreis „Artenvielfalt Kreis Coesfeld“ übernimmt Wiesenpatenschaft

Arbeitskreis Artenvielfalt über nimmt Wiese in Coesfeld

Thomas Backes (r.) und Theo Reckert (l.) von der Stadt Coesfeld und die Mitglieder Dr. Detlev Kröger (2. l.) und Denise Brasch (3. l.) vom Arbeitskreis „Artenvielfalt Kreis Coesfeld“ hoffen durch die Patenschaft die Artenvielfalt auf der Obstwiese an der Loburger Straße langfristig erhöhen zu können. (Foto hlm)

Coesfeld, 11.05.16 (hlm). Quasi per Hangschlag besiegelten vor zwei Wochen an Ort und Stelle Dr. Detlev Kröger und Denise Brasch vom Arbeitskreis „Artenvielfalt Kreis Coesfeld“ mit den Vertretern der Stadt, Thomas Backes und Theo Reckert, die Partnerschaft für die Obstwiese an der Loburger Straße. Durch gezielte Pflegemaßnahmen will der Arbeitskreis die Pflanzenvielfalt auf der Wiese sukzessiv erhöhen. „Das ist eine gute Sache, die den Bereich aufwertet“, findet Backes, erster Beigeordneter der Stadt und stellt die Fläche gerne zur Verfügung.

Pflanzenkenner sehen es auf einen Blick: Der Streifen parallel zur Loburger Straße, zwischen De-Bilt-Allee und Christine-Teusch-Weg, ist zwar grün, aber artenarm. Es klingt widersprüchlich, der nährstoffreiche Boden trägt nicht zur Artenvielfalt bei. Ganz im Gegenteil. Theo Reckert, Leiter des Baubetriebshofes, schätzt: „Seit ungefähr 1998, als das Baugebiet erschlossen wurde, ist hier nicht mehr gedüngt worden.“ Die Nährstoffe stecken immer noch in dem schweren Boden. Besonders der Stickstoff fördert das Wachstum hoher Pflanzenarten, wie Löwenzahn. Diese hemmen die Ausbreitung niedrig wachsender Kräuter. Erster Schritt für den Arbeitskreis ist die Reduzierung des Nährstoffgehaltes durch Mähen der Wiese und Abtragen der Mahd. Für die Stadt entstehen dabei kaum Mehrkosten. Mitarbeiter des Baubetriebshofes mähen hier ohnehin in regelmäßigen Abständen. Das wird jetzt mit den Naturliebhabern terminlich abgestimmt. Die kümmern sich ehrenamtlich um das Abhaken des Mähgutes in einen bereitgestellten Container. Das Abfahren übernimmt der Baubetriebshof. Außer Arbeitskraft bringt der Arbeitskreis Artenvielfalt noch eine Kleinigkeit mit großer Wirkung ein. „Mit der gezielten Einsaat von heimischen Pflanzenarten wird sich die Entwicklung einer bunt blühenden Wildwiese fördern lassen“, so Dr. Detlev Kröger. Erste sichtbare Erfolge erhofft sich der Arbeitskreis in ein bis zwei Jahren.

Internetauftritt des Arbeitskreises Artenvielfalt

Sperrung des Teichweges

Coesfeld, 06.05.16 (PM). Von Montag, 09.05.16, bis Dienstag, 10.05.16, ist der Teichweg für Fahrzeuge gesperrt. Nach zwei vorherigen Versuchen, will das Straßenbauunternehmen die Verbindungsstraße zwischen Borkener Straße und Seminarstraße neu asphaltieren.

„Kein Sprint, sondern ein Marathonlauf“

Flüchtlinge im Gespräch mit dem Bürgermeister

Vera Krott-Unterweger mit Schülerinnen und Schülern im Deutschkurs. Die VHS hat Bürgermeister Heinz Öhmann zu einer Gesprächsrunde eingeladen.

Vera Krott-Unterweger mit Schülerinnen und Schülern im Deutschkurs. (Foto hlm)

Coesfeld, 27.04.16 (hlm). Seit Dezember sitzen die Flüchtlinge in kleinen Gruppen täglich zusammen und pauken Vokabeln und Grammatik im Deutschkurs der Volkshochschule (VHS). Heute ist ein besonderer Tag. Der Bürgermeister ist zu Gast. Die Leiterin des Hauses, Dr. Mechtilde Boland-Theißen findet es mutig und bemerkenswert, dass sie sich schon nach kurzer Zeit trauen mit Heinz Öhmann ins Gespräch zu kommen.

Das komplexe Verwaltungsdeutsch muss der Verwaltungschef ablegen und auf Augenhöhe reden: „Deutschland ist ein kompliziertes Land, mit komplexen Regeln und Zuständigkeiten“. Es hängt an dem Wort „Zuständigkeit“. Die Flüchtlinge verstehen nicht, warum bis jetzt kein Anhörungstermin für das Asylverfahren zu bekommen ist. Viele unverständliche Gesichter, als der Bürgermeister seinen ersten Erklärungsversuch startet. Er greift zum Stift, schreitet zur Tafel und skizziert ein Schaubild. „Zuständigkeit“ steht in großen roten Buchstaben an der Tafel. Smartphones werden zur Hand genommen. Kopfnicken bei den einen, Kopfschütteln bei den anderen. Für einen Moment bekommen wir einen Eindruck, wie es einem Menschen in einem Land mit einer anderen Sprache ergeht. Die Schülerinnen und Schüler reden untereinander in Arabisch. Wir hören hilflos zu und verstehen nichts. Dann schmunzelnde Gesichter. Es scheint, als wäre „Zuständigkeit“ geklärt. Die Stadt Coesfeld hat keinen Einfluss auf das Asylverfahren. Dafür ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Coesfeld hat die Aufgabe, den Menschen eine Unterkunft, Verpflegung und Hilfe im Alltag zu geben.

Bei der Bewältigung des Alltages unterstützt die Stadtverwaltung mit dem speziellen Kursangebot über die Volkshochschule (VHS) alle Flüchtlinge und ermöglicht den Einstieg in die deutsche Sprache. Während in der Nachbarkommunen Billerbeck und Nottuln die Kurse über Sponsoring finanziert werden, investiert in Coesfeld die Stadt Geld in die Grundausbildung. Für Öhmann ist es gut angelegt, um die Integration zu fördern.

Das Erfolgsniveau ist sehr verschieden. Es hängt von kulturellen Wertevorstellungen und vom Bildungshintergrund der Erwachsenen ab. Diese Gruppe überwiegend junger Menschen haben alle eine akademische Vorbildung. Sie finden einen schnellen Zugang zur Sprache. Zwischen sechs und acht Monate sind sie in Coesfeld. „In anderen Gruppen haben wir es auch mit Analphabeten zu tun“, berichtet Christiane Gottschalk, eine der Kursleiterinnen.

Mit einem kleinen Vokabular geben die drei Frauen und sieben Männer einen winzigen Einblick in ihren persönlichen Hintergrund. Menschen, deren Familien auseinandergerissen wurden. Familienmitglieder, die in anderen Ländern leben oder Verwandte, die noch im Kriegsgebiet sind. Sie sind dankbar hier in Coesfeld zu sein und haben keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Aber Kritik kommt. Deutschdozentin Gottschalk macht auf die Notwenigkeit der Technik aufmerksam. Das Internet ist nicht nur Kommunikationskanal, sondern ein wichtiger Lernkanal. Lernmaterialien und Übersetzungsprogramme werden über diesen Weg genutzt. Kontraproduktiv findet sie das Angebot von Lern-DVDs: „Die haben in den Unterbringungen keine DVD-Spieler.“

Die Sprache zu verstehen, ist das eine. Die Sprache in den Alltag zu integrieren und mit ihr zu leben, ist eine weitere Lernstufe. Dr. Boland-Theißen bringt es auf den Punkt: „Das wird kein Sprint, sondern ein Marathonlauf.“ Neben den elf Grundkursen für Flüchtlinge bietet die VHS und weitere Bildungsträger weiterführende Kursangebote für Deutschlernende an.

Es braucht „Anpassungsqualität“

Katholisches Bildungswerk und AZ diskutiert über Integration der Flüchtlinge

Integration ist nicht nur eine Sache der gemeinsamen Sprache. Aber sie ist eine Brücke.

Moderator Uwe Goerlich (r.) entlockt dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Matthias Oelck (Mitte), klare Worte zur Herausforderung der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Heinz Rengshausen (l.) wird sich wenig später über die kulturellen Herausforderungen an die Vereinen äußern. (Foto hlm)

Coesfeld, 27.04.16 (hlm). Eine Couch hat was von Gemütlichkeit. Oder kann es auch mal ungemütlich werden? Denn das katholische Bildungswerk und die Allgemeine Zeitung Coesfeld hat interessierte Menschen eingeladen, um mit verschiedenen betroffenen Kreisen über die Integration von Flüchtlingen in Coesfeld zu sprechen. Gut 100 Gäste folgten der Einladung in das Pfarrzentrum der katholischen Kirchengemeinde Anna-Katharina. Auf der Couch nehmen neben Bernd Lippe (Flüchtlingsinitiative), Heinz Rengshausen (DJK Eintracht Coesfeld-VBRS e.V.), Dr. Matthias Ölck (Kreishandwerkerschaft Coesfeld), Andreas Kolm (Fachbereich Soziales und Wohnen der Stadt Coesfeld) ein syrischer Flüchtling Platz.

Moderator Uwe Goerlich drehte nicht das Rad der großen Politik. Mit gezielten Fragen an die unterschiedlichen Interessenlager holte er die integrative Arbeit mit den Flüchtlingen hier vor Ort in Coesfeld aus dem Schatten. Aus dem Publikum kommen keine populistischen aber kritischen Fragen. Zum Beispiel nach der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Eine Krankenkassenkarte gibt es für die Flüchtlinge nicht. Die Stadt trägt die Kosten für die Notbehandlungen. „Was darüber hinaus geht, muss ein Amtsarzt entscheiden und begründen“, erläutert Andreas Kolm. Luxusbehandlung aus Steuermitteln gibt es nicht.

Schnell leuchtet ein, welche hohe Bedeutung das Erlernen der deutschen Sprache hat. Das Basisvokabular zur allgemeinen Verständigung im Alltag ist das eine. Die Stadt bietet dafür allen Flüchtlingen einen Kurs an. Unabhängig von ihrer Chance auf einen langfristigen Verbleib.

Deutsch lernen als Startpunkt.

Deutschkurs der VHS in Coesfeld für Flüchtlinge. (Foto hlm)

Damit wird der Sprachweg in die Arbeitswelt allein nicht geebnet. Das hat ganz andere Anforderungen, wie Dr. Matthias Oelck aus Erfahrungen weiß. „Sie wollen arbeiten, wissen aber nicht, wie es geht“, ist eine Anmerkung aus dem Publikum. Das beginnt bei völlig verschiedenen Vorstellungen zur Arbeitssicherheit und geht bis hin zu technischen Beschreibungen von Maschinen. Das braucht „Anpassungsqualität“, wie es Dr. Oelck nennt.

Zurechtfinden in dem komplexen System ist selbst für die Einheimischen schwer. Da braucht es besonders für die Flüchtlinge Helfer oder Begleiter, die mit ihnen Behördengänge und andere Dinge leisten. Einsatzorte für die vielen aktiven Ehrenamtler der Flüchtlingsinitiative. Rund 80 Helfer hat der Verein im Verteiler. Ein gutes Grundkapital für die tägliche Arbeit. Aber noch nicht ausreichend für die tägliche Erstbegleitung. An jene gewandt, die sich für das Engagement bei der Flüchtlingsinitiative interessieren, richtet Bernd Lippe: „Offenes Herz, gesunden Menschenverstand und keine Berührungsängste, auf jemanden zuzugehen, mehr Profil braucht es nicht.“

Im Vereinsleben prallen kulturelle Wertevorstellungen aufeinander. Lernen auf Gegenseitigkeit, heißt es. Die DJK-Eintracht Coesfeld will moslemische Frauen mit speziellen Wellnesstagen ansprechen. Da darf kein Mann zugegen sein, Rollos müssen runter und das Mobile ist abgeschlossen. Sicherlich ist es ein Raum unter sich. Doch man muss anfängliches Entgegenkommen zeigen, um an die Menschen heranzukommen. Birgit Pütter, Geschäftsführerin beim DJK, sitzt im Publikum und nickt zustimmend. Die völlige Isolation wäre der falsche Weg, geschlechtsunabhängige Entfaltungsmöglichkeiten offen zu legen. In den Sportvereinen sieht Heinz Rengshausen ein einfaches Angebot, um für die Menschen Brücken zu bauen.  Um das alles zu meistern, sieht er einen größeren Kreis mit im Boot sitzen: „Im Verbund, vielleicht über den Kreissportbund, ist das leistbar.“

Gastgeber Johannes Heling (l.) vom katholischen Bildungswerk bedankt sich bei Bernd Lippe von der Flüchtlingsinitiative für die Teilnahme am fünften Couchgespräch. (Foto hlm)

Eine Frage bewegt Pastor Johannes Hammans. Er will von dem syrischen Flüchtling wissen, ob die Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins für ihn ein passender Ort der Religion sei. Die Frage verneint der Mann. Der Imam spreche türkisch, was die Flüchtlinge nicht verstehen. Er wünscht sich ein Imam, der seine Landessprache spricht. Oder einen, der in deutscher Sprache predigt, was gelegentlich vorkommt, wie Hammans berichtet.

Der Fortschritt der Integration ist ein Weg mit kleinen und steten Schritten aufeinander zu. Das Ergebnis können die Gäste mit nach Hause nehmen.

Großbaustelle auf der B 474

Vollsperrung der Umgehungsstraße von Lette

• Teilsperrungen auf der Coesfelder Straße
• Parkverbot in der Ortsdurchfahrt von Lette
• Autofahrer können sich auf längere Wartezeiten einrichten
• Baustelle bis Mitte Juni

Coesfeld, 27.04.16 (hlm). Ab Montag, 02.05.16 wird es still auf der Umgehungsstraße B 474 von Lette. Ab 7 Uhr morgens gilt Vollsperrung (siehe Karte unten). Dafür wird es in der Ortsdurchfahrt Lette belebter und lauter. Denn der Verkehr wird durch die Ortsdurchfahrt von Lette geführt. Beidseitige gilt dann auf der Coesfelder Straße in Lette Parkverbot. Das ist aber nicht alles. Zusätzlich sperrt Straßen NRW halbseitig den Abschnitt auf der B 474 ab der K 48 und ein Teilstück der Ortsdurchfahrt von Lette. Eine Durchfahrt zur K 48 Richtung Rorup / Darup ist nicht möglich. Dieser erste Teilabschnitt wird parallel zur Umgehungsstraße saniert. Eine Ampel regelt den Verkehr. Ab Mittwoch, 04.05.16, kommt ein zweiter Teilabschnitt hinzu. Von Coesfeld aus kommend, wird vor Lette die B 474 halbseitig gesperrt. Mit mehreren Minuten Wartezeit ist dann zu rechnen.

Straßensanierung im großen Stil auf der L 457 von Coesfeld bis hinter Lette.

Deutlich sind die Risse in der Fahrbahndecke auf der B 474 zu erkennen. Das muss dringend saniert werden, findet Josef Brinkhaus, Sprecher von Straßen.NRW. (Foto hlm)

Nach Abschluss der Arbeiten an den Teilabschnitten 1 und 2, wandert die Baustelle ca. 400 Meter weiter in Richtung Coesfeld bis zur Kreuzung B 474/Dülmener Straße. Eine Verkehrsampel steuert den Verkehrsfluss.

Als Umleitung bietet sich aus Dülmen kommend die K 44 und die K 12 an. Dieser Weg ist für Fahrzeuge unter 7,5 Tonnen befahrbar. Dem Lkw-Verkehr empfiehlt Josef Brinkhaus, Sprecher der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen NRW, den Weg über die A 43 bis Nottuln.

Täglich passieren 15600 Fahrzeuge den Autobahnzubringer B 474, davon 1300 Lkw. Die wichtigste Verkehrsader nach Coesfeld ist einer hohen Belastung ausgesetzt. Vor sieben Jahren sind Bereiche der B 474 repariert worden. Jetzt zeigen sich wieder lange Risse und Frostschäden auf der Fahrbahndecke. Um eine weitere Schädigung der Straße zu vermeiden, saniert Straßen NRW jetzt. So kann die Unterkonstruktion der Straße noch genutzt werden. Zuvor wird die obere Schicht 16 Zentimeter abgefräst. Auf der verbleibenden alten Schicht wird zunächst eine Tragschicht aufgebracht. Dann folgt eine spezielle Gewebe-Glasfaserschicht, als sogenannte Asphaltarmierung bezeichnet, die die Spannungen abfedern soll. Darauf wird eine Asphaltdecke aufgetragen. 1,3 Millionen Euro kostet die Maßnahmen dem Bund. Ein genaues Datum der Fertigstellung kann Brinkhaus nicht nennen. Er rechnet mit etwa Mitte Juni.

Blockhäuser sollen Anfang Mai kommen

Letteraner Flüchtlingshelfer bereiten sich vor

Die Unterkonstruktionen für die elf Blockhäuser sind aufbaut. (Foto hlm)

Die Unterkonstruktionen für die elf Blockhäuser in Lette sind aufbaut. (Foto hlm)

Lette, 27.04.16 (hlm). Schräg gegenüber der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette, in der der Bezirksausschuss Lette am Dienstagabend tagte, liegen auf dem vorbereiteten Gelände die Unterkonstruktionen für die elf Blockhäuser, die provisorisch Unterbringungen für 120 Flüchtlinge bieten sollen.

Thomas Backes nennt ein Zeitfenster: Anfang Mai sollen die Holzhäuser geliefert werden. Vor Juli wird noch niemand dort einziehen können. So viel Zeit braucht es noch, bis alles hergerichtet ist. „Da haben wir kein Stress“, entspannt sich der erste Beigeordnete der Stadt Coesfeld. In den letzten Wochen sind die Zahlen zugewiesener Flüchtlinge stark rückläufig. Die Stadtverwaltung rechnet nicht damit, in Bedrängnis zu geraten.

Zeit, die Gerold Wilken vom Koordinationsteam der Letteraner Flüchtlingshelfer, gut brauchen kann. Denn die ehrenamtlichen Helfer bereiten sich auf die Ankunft der großen Gruppe Schutz suchender Menschen vor. Bis jetzt leben 19 Syrer und 7 Afghanen t eine kleine Zahl Asylbewerber an zwei Standorten in Lette. Mit niedrigschwelliger Hilfe begleiten die Ehrenamtlichen die Flüchtlinge im Alltag. Und da prallen schon mal unterschiedliche kulturelle Wertevorstellungen aufeinander, berichtet Wilken. Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden können. Was es nach Auffassung des Flüchtlingshelfers dringend braucht: Zugang zum Internet. Bei der Erstverteilung seien Familien auseinandergerissen worden, die über die Smartphones in Kontakt bleiben. „Die WLAN-Einrichtung ist in kleinen Unterkünften nicht umsetzbar, in größeren ja“, gibt Backes einen Lichtblick.

Salamitaktik bei der Ortsdurchfahrt in Lette

Ampelanlage an der Lindenstraße entfällt

Lette, 26.04.16 (hlm). Vom Prinzip her besteht Einigkeit: Die Ortsdurchfahrt in Lette soll ein anderes Gesicht bekommen. Nicht nur ein bisschen Make-up, sondern stellenweise ein Facelifting. Wo genau, und wie das Ergebnis zwischen dem Mühlenesch und der Kreuzstraße aussehen soll, war ein längerer Abstimmungsmarathon auf der Sitzung des Bezirksausschusses in Lette am Dienstagabend. Am Ende befürworten die Mitglieder der Parteien, mit Ausnahme von Pro Coesfeld, die Planungsvorschläge der Stadtverwaltung. Hermann-Josef Peters von Pro Coesfeld will: „Klare Kante in die Höhle des Löwen pfeifen.“ Die politische Bürgerinitiative sieht in der gegenwärtigen Haushaltslage keine Notwendigkeit, in intakte Straßen zu investieren. Es sei keine Spitze gegen Lette, entgegnet er der Kritik von CDU-Mann Richard Bollwerk, Pro Coesfeld blockiere stets Investitionen in dem Ortsteil.

Eine Fußgängerampel ersetzt die Ampelanlage an der Kreuzung Lindenstraße / Coesfelder Straße in Lette.

Eine sichere Überquerung der Coesfelder Straße soll es an der Lindenstraße geben. (Quelle Stadt Coesfeld)

Für Peters sind die rund 600000 Euro für den Umbau der Ortsumgehung besser in die Sanierung des Schulzentrums einzubringen. Die grobe Kalkulation des Städteplaners korrigiert Thomas Backes, erster Beigeordneter der Stadt. Insgesamt werden die Kosten auf 915000 Euro kalkuliert. 415000 Euro kommen aus dem Portemonnaie des Kreises, 500000 Euro muss die Stadt hinzuschießen. Möglich sei eine Förderung für den Straßenbau von bis zu 60 Prozent. Dann müsse die Stadt mit rund 370000 Euro rechnen. Nach dieser Grundsatzdebatte geht es in die tieferen Sphären der Planung.

Es hat ein bisschen was von Salamitaktik: Der Umbau der Coesfelder Straße in Lette, zwischen der Paßstiege bis zum Mühlenesch und der Straßenverlauf von der Kreuzstraße Richtung Umgehungsstraße aus Lette heraus, sind bereits beschlossene Sache. An diesem Abend liegen auf dem Beratungstisch die Abschnitte zwischen dem Mühlenesch und der Kreuzstraße. Dazu hatte Anfang April die Stadtverwaltung in einer Bürgerversammlung die Planungen den Letteranern vorgestellt und einige Änderungswünsche als Hausaufgaben mit in das Rathaus genommen. Jetzt legt der Verkehrsplaner der Stadt, Holger Ludorf, eine aktualisierte Fassung vor, die sich in Details ändert. Viele der kritischen Anmerkungen aus der Bevölkerung teilen die hinzugezogenen Verkehrsexperten nicht. Es bleibt bei den geplanten Parkplätzen, Baumpflanzungen und Rückbau von Mittelinseln. Die Einberufung einer weiteren Bürgerversammlung unterstützt der Bezirksausschuss mehrheitlich nicht.

Eine Querungshilfe an der Coesfelder Straße

Skizze der Ausstellbereiche an der Coesfelder Straße in Lette, Höhe Bühlbach. (Quelle Stadt Coesfeld)

Die Planer kommen den Letteranern bei dem Wunsch einer Ampel entgegen. Die jetzige Anlage an der Kreuzung Lindenstraße soll gegen eine kleinere Fußgängerampel ersetzt werden. Sie soll ein sicheres Überqueren der Coesfelder Straße insbesondere für Schul- und Kindergartenkinder ermöglichen.

Ausgeschlossen wird eine Ampel in Höhe des Bühlbachs. Es würde den Wegfall von Parkplätzen bedeutet, so der Verkehrsplaner Ludorf. Ein alternatives Model sieht an dieser Stelle einen vorgezogenen Aufstellbereich vor, der den Fußgängern eine bessere Sicht in die Straße bietet.

Ein neues Buswartehaus soll es in Lette geben.

Neues Buswartehaus an der Haltestelle „Letter Ortsmitte“. (Quelle Stadt Coesfeld)

Einstimmig, bei einer Enthaltung, unterstützt der Bezirksausschuss nicht die Verlegung der Bushaltestelle „Lette Ortsmitte“. Es wird ein Abstellbereich für Fahrräder und ein neues Buswartehaus, parallel zur Coesfelder Straße ausgerichtet, geben. Bei dieser Variante entstehen drei Parkplätze an der Ortsdurchfahrt unterhalb der Kirchstraße.

Nachdem der Bezirksausschuss den Plänen der Verwaltung prinzipiell zugestimmt hat, muss der Ausschuss Umwelt, Planen und Bauen am 11.5.16 und der Rat am 19.05.16 die Entscheidung fällen.

 

 

Sporthalle I ist wieder für Schulen Vereine frei

Stadt plant Grillfeier als Dankeschön an die Flüchtlingshelfer

Sporthalle in Coesfeld steht wieder zur Verfügung

Die Badmintonspieler der Sportgemeinschaft in Coesfeld können in der Halle I wieder mit Trainer Gregor Twilling Montagabends trainieren. Acht Monate nutzte die Bezirksregierung Münster die Sporthalle als Notunterkunft für Flüchtlinge.

Coesfeld, 26.04.16 (PM). Die Halle I am Schulzentrum ist seit dem 25.04.16 wieder für den Schul- und Vereinssport freigegeben. Das teilt die Stadt Coesfeld mit. Die SG Badmintonabteilung trainierte mit Trainer Gregor Twilling Montagabends wie gewohnt. Aktuell plant die Stadt eine Dank-Feier für alle Helfer und Unterstützer der Notunterkunft. „Wir sind vielen Unterstützern dankbar, die haupt- wie ehrenamtlich mitgeholfen haben“, sagt Dr. Thomas Robers, Beigeordneter und Sozialdezernent der Stadt.
Acht Monate lang, von September 2015 bis Ende April 2016, war die Halle I Flüchtlingsnotunterkunft des Landes und hat in den letzten Wochen auch Flüchtlinge beherbergt, die der Stadt zugewiesen waren.Die Schulen im Schulzentrum haben ihr Sportangebot darauf angepasst und vieles neu organisiert. Vereinsvertreter, namentlich Bernd Bohmert und Birgit Störzer, haben flexibel und kompetent die Sportstättennutzung der Vereine umgeplant und notwendige Prioritäten gesetzt.

„Ein besonders Dankeschön gebührt auch allen Helfern, die die Einrichtung und den Betrieb der Notunterkunft unterstützt haben“, betont Dr. Robers. So haben Coesfelder Ärzte die Menschen vor der Aufnahme untersucht und das häufig auch nachts und verbunden mit langen Wartezeiten. Vereinssportler haben spontan und tatkräftig beim Aus- und Wiedereinräumen der Sportgeräte geholfen.

Professionell eingerichtet und rund um die Uhr betreut wurde die Notunterkunft Sporthalle I durch die Mitarbeiter des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Viele praktische und logistische Herausforderungen hatten sie sehr kurzfristig zu bewältigen. Die städt. Hausmeister, Mitarbeiter des Bauhofes aber auch Kollegen aus dem Sozialamt haben sich – teilweise auch am Wochenende – tatkräftig eingebracht, um die Unterkunft herzurichten oder auch den zügigen Umzug der Menschen in andere Objekte zu ermöglichen. Unterstützung erfuhr die Stadt auch von der Feuerwehr, teils auch aus anderen Orten, dem Technischen Hilfswerk (THW) und auch dem Ortsverein Coesfeld des DRK.

Termin und Ort der Dank-Feier für die Helfer werden in Kürze von der Stadt bekanntgegeben.