Der Stieglitz liebt es Bunt

Naturschutzbund stellt Vogel des Jahres vor

Stieglitz ist Vogel des Jahres

Spannendes gab es von Peter Herkenrath (l.) im Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld über den Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, zu hören. (Foto hlm)

Darup, 02.02.15 (hlm). Warum landet ein „Allerweltsvogel“ auf die Liste „Vogel des Jahres?“ Vielleicht, weil der Stieglitz (Carduelis carduelis) als Sinnbild für die strukturelle Einöde der Kulturlandschaft steht? Denn viele bunte Elemente braucht die Finkenarten der offenen Gelände. Genau hier fehlt es im Kreis Coesfeld. Die Monokultur und die Ausnutzung jeden Quadratmeters Ackerboden verarmen das Nahrungsangebot vieler Tiere. Eben auch dem des Stieglitzes, der sich so gerne von unterschiedlichen Pflanzensamen ernährt. Seine Lieblingsspeise: Distelsamen – was ihm auch den Namen Distelfink einbrachte. Aber nicht nur das. Viele Mythen scharren sich um in und auch in der Gemäldekunst ist die Vogelart bis in das Mittelalter zu verfolgen. Diese und viele andere Informationen bringt Peter Herkenrath, Leiter Vogelschutzwarte Recklinghausen (LANUV), den rund 40 Zuhörern im Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld mit. Eingeladen hat der Naturschutzbund Kreis Coesfeld. Christian Prost empfängt den Gastredner mit den Worten: „Wenn er das gut macht, laden wir ihn nächstes Jahr wieder ein.“ Und er darf wieder kommen, wie der Applaus am Ende seines Vortrages bestätigt.

Der Bestand des Vogels mit der bunten Gesichtsmaske sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus: 300.000 – 500.000 Brutpaare in Deutschland, 25.000 – 37.000 in NRW. Doch die Bestandsentwicklung zeigt einen dramatischen Abwärtstrend. Ergebnis der massiven Strukturarmut der Lebensräume. Machen kann jeder etwas. Der kleine Vogel braucht keine riesigen zusammenhängen Flächen. Viele kleine tun auch ihre Dienste. Ein Eckchen Natur im Garten, ein naturbelassener Randstreifen, Heckensäume am Ackerrand steigern die Attraktivität für die Rückkehr dieser Vogelart und vieler anderer Tier- und Pflanzenarten. Thomas Zimmermann, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld, nennt es in einem Satz: „Es braucht mehr Mut zur Unordnung.“ Es muss nicht alles eine grüne Wüste sein. Auf diesen Weg hat sich der Arbeitskreis Artenvielfalt im Kreis Coesfeld gemacht. Ihre Aufgabe sehen die ehrenamtlich Aktiven in der Schaffung von bunten Lebensräumen. Sie verhandeln auch mit Kommune, um Quadratmeter als Grundlage für die Artenvielfalt zu gewinnen. Der Quadratmeter kann auch im eigenen Garten liegen und kann sogar dem NaBu gemeldet werden, damit der Vogel mit der bunten Maske eine bunte Umgebung findet.

 

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