Die Mär von einer Entlastung der Familien

Die Schwarz-Gelbe Koalition will mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetze die Familien in Deutschland entlasten. Ab 2010 soll das Kindergeld um jeweils 20€ erhöht werden. Für das erste und zweite Kind steigt dann der monatlich Betrag auf 184,00€. Für das dritte Kind erhält eine Familie 190,00€ und für jedes weitere Kind 215,00€ monatliche Zuwendung. Zusätzlich wird der Kinderfreibetrag von derzeit 6.024,00€ pro Kind auf 7008,00€ pro Kind erhöht.

Wer sind die Gewinner?

Der Kinderfreibetrag spielt bei der Ermittlung der Einkommenssteuer über die Günstigerprüfung eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel soll das Thema erhellen:

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag 2008 das durchschnittliche Bruttoeinkommen pro Jahr bei 41.509€.

Familie 1 Kind 2 Kinder 3 Kinder 4 Kinder
Kindergeld/Jahr 2.208€ 4.416€ 6.696€ 9.276€
Kinderfreibetrag 7.008€ 14.016€ 21.024€ 28.032€
Zu versteuerndes Einkommen 34.501€ 27.493€ 20.485€€ 13.477€

Das Finanzamt führt nun die Günstigerprüfung durch: Im ersten Ansatz berechnet es die Einkommenssteuer ohne Kinderfreibetrag (41.509€). Im zweiten Ansatz wird die Einkommensteuer nach Abzug des Kinderfreibetrag berechnet. Die Differenz aus beiden Berechnungen wird verglichen mit dem ausgezahlten Kindergeld. Ist das ausgezahlte Kindergeld höher, erfolgt keine weitere Entlastung. Ist der Kinderfreibetrag höher, wird der Überschuss mit der Steuerschuld verrechnet. Und das ist die Crux: Einkommensstarke Familien profitieren jetzt. Die Durchschnittsfamilie ist der Verlierer.

Und noch einen Gewinner gibt es

Nach einer Studie des Forschungsinstitutes für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) spart der deutsche Staat zwischen 2009 und 2013 bei den Kindergeldausgaben 1,8 Milliarden Euro. Der Hauptgrund:

Die Zahl der Kindergeldberechtigten sinkt.

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