Jeder Asylbewerber erhält 330 Euro

Grundleistung geringer als Hartz IV-Satz

Geld im Portmonee vom Staat

Auch Asylbewerber erhalten einen monatlichen Geldbetrag zur Grundsicherung. (Foto hlm)

Coesfeld, 01.02.16 (PM/hlm). Genau 330,14 Euro bekommt jeder Asylbewerber in Coesfeld an Grundleistungen. Damit bezahlt er Bekleidung, Essen, Hygieneartikel, Fahrkarten, Telefon- und Internetkosten sowie soziokulturelle Bedarfe und Konsumgüter. Der Satz liegt knapp 34 Euro unter dem Regelsatz, den die Bundesregierung mit 364 Euro festgesetzt hat. Die Kürzung kommt durch die kostenlose Unterbringung in den Coesfelder Wohnunterkünfte zustande. Eine vierköpfige Familie kann den monatlichen Lebensunterhalt mit 1045,26 Euro finanzieren.

Damit erhält ein alleinstehender Asylbewerber deutlich weniger als der Harz-IV-Regelsatz. Dieser liegt seit dem 01.01.16 bei 404 Euro für einen Alleinstehenden und bei 1268 Euro für eine vierköpfige Modellfamilie mit zwei Kindern zwischen sechs und 14 Jahren.

Mit der Offenlegung der Leistungsgewährung will die Stadt das transparent machen, heißt es von Bernd Kasischke (Leiter des Fachbereichs Soziales) auf der Internetseite der Stadt Coesfeld.

  5 comments for “Jeder Asylbewerber erhält 330 Euro

  1. Günter Hallay
    1. Februar 2016 at 17:54

    Der Regelsätze nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind, abgesehen von der Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft, auch deswegen geringer, weil in den SGB XII und SGB II (Hartz 4) Regelsätzen auch Anteile hinzugerechnet werden für Zuzahlungen für ärztliche Leistungen und Medikamenten, von denen Leistungberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in den ersten 15 Monaten befreit sind.

  2. Walter Hölker
    1. Februar 2016 at 20:54

    …also, Asylbewerber gegen Hartz IV ler auszuspielen halte ich für schäbig….. sehr schäbig. Soweit meine Meinung.

    Bezgl. der Zuzahlungen sieht es ja wohl etwas anders aus. Wer frühzeitig bei der jeweiligen Krankenkasse vorab seinen Beitrag als Hartz IV ler zahlt, bekommt für rd. 46,00 € das „“ganze Jahr“ eine Befreiung. Das müssen Asylbewerber nicht.

    Harzer müssen dafür aber auch das „“warme Wasser““ SELBST aufbereiten und dafür bezahlen…. Gleiches gilt für Mängel in der Wohnung und am Mobiliar.
    Selbstverständlich kann man eine Flüchtlingsunterkunft nicht mit einer „normalen“ Mietwohnung vergleichen. Gleiches gilt demnach aus meiner Sicht beim Vergleich der mtl. Leistungen.

    Überhaupt einen Vergleich in der Form anzustreben halte ich für völlig falsch. Sowie ich den Anspruch der Politik für „“völlig daneben““ halte, alle Flüchtlinge schnellstens in Arbeit zu bringen.

    • hlm
      1. Februar 2016 at 21:08

      Werter Herr Hölker,

      da haben Sie – glaube ich – etwas falsch gesehen. Es geht nicht ums Ausspielen. Es geht um die Klarstellung, dass Asylbewerber, wie auch Hartz-IV-ler einen Anspruch auf Grundsicherung haben. Es gab das Meinungsbild, Asylbewerber würden mehr Geld zur Verfügung bekommen, wie andere Menschen, die finanzielle Hilfestellung benötigen. Dass dem nicht so ist, dürfte jetzt klargestellt sein. Was die Zuzahlung zur jeweiligen Krankenkasse betrifft, reichen meine Kenntnisse noch nicht aus, um eine objektive Antwort geben zu können. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: Warum halten Sie es für falsch, Flüchtlinge schnell in Arbeit zu bringen?

      Beste Grüße
      Hartmut Levermann

  3. 2. Februar 2016 at 20:35

    Es ist auch falsch, vor diesem Hintergrund von „Ansprüchen“ der Asylbewerber zu sprechen. Viele dieser Menschen kommen nicht nach Deutschland, um hier „Ansprüche“ geltend zu machen! – Überlegen Sie, welchen politischen Kräften Sie damit argumentativ in die Hände spielen, wenn Sie über die Durchsetzung von „Ansprüchen“ seitens von Migranten schreiben 😉 …

    Vielmehr sollten wir von Schutz für diese Menschen sprechen, von selbstverständlicher Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit!

    • Günter Hallay
      4. Februar 2016 at 09:49

      Der Begriff „Anspruch“ entstammt dem Leistungsrecht (sog. subjektiv öffentliches Recht des einzelnen) und ist ein Fachbegriff. Daraus jetzt eine Haltung der Flüchtlinge zu konstruieren halte ich für unnötig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.