Wellenritt durch den Jazz

Münsterlandfestival präsentiert virtuosen Jazzpianisten

Billerbeck, 21.10.15 (hlm). Michael Reis macht nicht Jazzmusik. Er zeichnet künstlerisch die Akkorde im exzellenten Zusammenspiel mit seinem Quartett. Mitgerissen von den facettenreichen Kompositionen ließen die gut 60 Zuhörer in der Kolvenburg die Füße mit wippen und die Köpfe mit nicken. Eine Reise mit Klängen, die an die Jazz- und Pianogrößen Dave Brubeck, Esbjörn Svensson und Keith Jarrett erinnern. Kontrabass (Matthias Nowak), Saxofon und Klarinette (Stefan Karl Schmid), Schlagzeug (Silvio Morger, der für Jonas Burgwinkel einsprang) und Piano (Michel Reis) nehmen die Zuhörer mit auf musikalische Wellen, die sich auftürmen, in ein klangliches Chaos brechen, um dann in sanften Ausklang überzugehen. Dramatisch zugespitzt und untermalt mit instrumentalen Solos der Musiker, die bisweilen ins Klassische driften. Kleines, aber verzeihliches Manko an die Akustik im Raum der mittelalterlichen Burg: Die hohen Töne aus dem Saxofon konnten schon mal an die Schmerzgrenze reichen.

Michael Rais Quartett beim Münsterlandfestival in der Kolvenburg, Billerbeck.

Saxofonist Stefan Karl Schmid nimmt mit seinem Solo die Jazzfans mit auf den Wellenritt. (Foto Hartmut Levermann)

Dass der Weltreisende Reis einen Abstecher in die Kolvenburg nach Billerbeck machte, ist der Initiative von Christine Sörries (Fachbereiche Kultur, Kreis Coesfeld) zu verdanken. Sie hat den Luxemburger, mit Standbein in den USA, in seinem Heimatland auf dem Festival Dudelange „Like A Jazz Machine“ erlebt und für das Münsterlandfestival 2015 gewinnen können. Dort entdeckte Sörries auch den Jazzvibrafonisten Pascal Schumacher, der mit seiner achtköpfigen Jazzcombo im September das Münsterlandfestival mit „Left Tokio Right“ eröffnete.

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