Puppentanz in Coesfeld

Lachen und Da-Da-Da-Geschrei von Kindern füllte am Sonntag, 26.02.2010, den Saal des Kolpinghauses in der Coesfelder Stadt. Die Altdeutsche Puppenbühne ließ die Kasperle-Puppen auf der Suche nach dem gestohlenen Geburtstagsgeschenk über die Bühne tanzen.

Kasper, die Hauptfigur im Puppentheater, hatte vor einiger Zeit den Räuber in das Gefängnis bringen lassen. Der Bösewicht konnte jedoch ausbrechen und stiehlt aus Rache dem Kasper einen kleinen Hund. Diesen Vierbeine wollte Kasper seinem lieben Seppel zum Geburtstag schenken. Um an diesem Ehrentag nicht mit leeren Händen vor seinem Freund zu stehen, macht Kasper sich auf den Weg und holt sich mit Liste und Tücke den Hund zurück.

Gefesselt von den Bewegungen der Handpuppen folgten die Kinder dem Stück „Das gestohlene Geburtstagsgeschenk“ voller Spannung. Den pädagogischen Auftritt des Kaspers zu Beginn der Vorstellung mit dem Satz: „Dann bleibt ihr Kinder mal schön sitzen und lauft nicht herum. Das stört die anderen, die zuhören wollen.“ war völlig unnötig. Durch die wenigen Akteure (Kasper, Hund Mucki, Räuber, Hexe und Seppel) konnten auch die jüngsten Zuschauer der Handlung folgen und wurden nicht überfordert. Leider fehlte der Darbietung etwas Spontanität. Das Publikum wurde zwar gelegentlich mit eingebunden. Doch die Dialoge bzw. Monologe wirkten auswendig aufgesagt. Auf die Zurufe der Kinder wurde nur eingegangen, wenn dies vom Puppenspieler erwünscht wurde. Vielleicht sollte man der Versuchung widerstehen, einen Vergleich mit der Augsburger Puppenkiste zu ziehen. Aber welcher Erwachsenen erinnert sich nicht beim Anblick von Spielpuppen an den „Gestiefelten Kater“, „Jim Knopf“, „Urmel aus dem Eis“ und „Räuber Hotzenplotz“. Das waren meisterhafte und perfektionistische Darbietungen des künstlerischen Puppentheaters.

Schade, dass die alte Darbietungskunst von wenigen Coesfeldern besucht wurde. Ein Grund dafür, dass der Saal nur zu etwa Zweidrittel gefüllt werden konnte, lag vielleicht am hohen Eintrittspreis. 6€ pro Person und keine Ermäßigung für Familien oder Kinder. Das schreckt viele ab, eine 35-minütige Darbietung zu besuchen.

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