Schlagwort: Regionale 2016

Was macht der Nikolaus 2018?

Passierbarkeit durch die Fegetasche braucht kontinuierlich Wasser

Die konkreten Umbauvorstellung der Fegetasche als Naturraum und Wanderweg für die im Wasser gebunden lebenden Tiere stellt Dr. Uwe Koenzen (Bildmitte), vom gleichnamigen Planungsbüro, rund 30 interessierten Bürgerinnen und Bürger vor. (Foto hlm)

Coesfeld, 30.10.16 (hlm). Auch nach der Umgestaltung der Umflut und der Fegetasche wird genügend Wasser für den Niklaus verbleiben, damit er weiterhin mit dem Schlauchboot seine Fahrt antreten kann. Da ist sich der Gewässerplaner Dr. Uwe Koenzen sicher. Zwischen 30 bis 60 Zentimeter soll der normale Wasserstand sein. So ganz überzeugt ist Thomas Bücking nicht. Coesfelds Berkelexperte vermutet eher, dass der Wasserpegel weiter sinkt. Mit Steinschwellen, die quer zum Gewässer eingebracht werden, soll das ruhige Gewässerbild der Umflut unterhalb des Walkenbrückentores erhalten bleiben – bis zur Fegetasche. Denn diese soll die ungehinderte Wanderungsmöglichkeit für die Wassertiere wieder herstellen. Eine Aufgabe, die jede einzelne Kommune für seine Gewässerabschnitte zu lösen hat. Es ist aber zu einfach, die Komplexität der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG WRRL), an die sich alle Mitgliedstaaten halten müssen, nur darauf zu reduzieren. Es geht um Gewässerschutz. In letzter Konsequenz um die Reinhaltung des wichtigsten Lebenselixiers: das Wasser. Hinzu kommt die immer größer werdende Anforderungen an den Hochwasserschutz.

Für Coesfeld hat das Planungsbüro Koenzen eine Lösung gemeinsam mit Verwaltung und Bürgerbeteiligung erarbeitet, die in zwei Teilprojekten untergliedert ist. Der kostenintensivste Teil ist das Hochwasserrückhaltebecken Fürstenwiese. Um auch zukünftig das Risiko von Überschwemmungen zu minimieren, wird der Wasserspeicher optimiert. Hochwasser wird weiterhin überwiegend über die Umflut abgeleitet. In extremen Situationen kann die Innenstadtberkel zur Ableitung manuell zugeschaltet werden. Die Durchflussmenge in die Fegetasche wird durch ein fest installiertes Bauwerk an der Berkel begrenzt. „Hier sind die Planungen schon weit fortgeschritten“, wie Thomas Backes, erster Beigeordneter der Stadt Coesfeld auf einem Ortstermin am vergangenen Samstag bemerkt.

Den ökologischen Teil der NaturBerkel übernimmt die Fegetasche. Zukünftig können über diese Spange Wassertiere die unüberwindbare Barriere am Walkenbrückentor, das für den Hochwasserschutz unerlässlich ist, umgehen und in die obere Berkel einwandern. Die Pläne für diesen Abschnitt sind so konkret, dass sie in den nächsten Monaten in die Genehmigungsphase gehen könnten. Gewässerökologe und Planer Dr. Uwe Koenzen stellt diese den rund 30 interessierten Bürgerinnen und Bürgern beim Gang entlang der Fegetasche vor. Rund 400000 Euro werden in die Fegetasche investiert, um die Gewässersohle und das Gewässerbett zwischen der Mündung Honigbach/Berkel und der Einmündung in die Umflut tiefer zu legen und so das Gefälle zu steigern. Denn die Fließgeschwindigkeit muss sich deutlich erhöhen, um den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen und eine Verschlammung des Gewässerbodens zu verhindern. Für die Anlieger entstehen keine Kosten. „Außer eine Uferbebauung ist privat errichtet worden und ist für das Gewässer nicht relevant“, schränkt Rolf Hackling, Leiter des Abwasserwerkes, ein.

Steine statt Wehr. Dr. Uwe Koenzen, vom gleichnamigen Planungsbüro, stellt rund 30 interessierten Bürgerinnen und Bürger die Umgestaltung des Normannwehres am Südwall, in Höhe des Blumengeschäftes Paß, vor. Das Wehr stellt eine unüberwindbare Hürde für die im Wasser gebunden Tiere dar. Zukünfig werden Steinschwellen den Höhenunterschied ausgleichen und die Passierbarkeit ermöglichen. (Foto hlm)

Steine statt Wehr. Dr. Uwe Koenzen stellt die Umgestaltung des Normannwehres am Südwall, in Höhe des Blumengeschäftes Paß, vor. Steinschwellen den gleichen zukünftig den Höhenunterschied aus und ermöglichen die Passierbarkeit für die Tiere. (Foto hlm)

Weitere grob kalkulierte 440000 Euro fließen in die Umgestaltung der Umflut unterhalb der Fegetasche bis zum Gerichtsring. Für die Coesfelder wird der Umbau deutlich sichtbar am Normanntor, etwa in Höhe des Blumenladens Paß. Das Wehr wird gegen mehrere schmale, quer zum Gewässerbett verlaufenden, Steinschüttungen ersetzt. Bei den Teilnehmern der Gewässerführung kommt gemischte Stimmung auf. Ein Hausbesitzer ist erleichtert. Hat doch damit das laute Rauschen ein Ende. Ein anderer Anlieger befürchtet besonders bei niedrigen Wasserständen ein ähnliches Aussehen der Berkel, wie im „Berkeltrog“ an der Davidstraße, wo der innerstädtische Flusslauf stark eingeengt durch eine Betonrinne fließt. Eventuell läßt sich mit einer höheren Anzahl von Steinschwellen mehr Wasser in der Umflut halten, so seine Idee. Der Gewässerexperte Koenzen verneint. Um die Fließdynamik zu gewährleisten, darf ein festgelegter Abstand zwischen den Steinschwellen nicht unterschritten werden. Der Gewässerboden in der Umflut besteht zum Teil aus einem Betonbett. Dieses wird gegen Steinelemente verschiedener Korngrößen als Sohlensubstrat getauscht. Damit erhält die Umflut den Charakter eines natürlichen sandgeprägten Tieflandflusses – ein Flusstyp, der für das Münsterland prägend ist.

Zügig wollen Stadtverwaltung und Planer mit dem Projekt fortschreiten und zum ersten Quartal 2017 die Genehmigungsunterlagen der Bezirksregierung vorlegen. Dann können auch die Förderanträge gestellt werden. Denn die Baumaßnahmen werden mit bis zu 80 Prozent von Land gefördert. Mit dem Bau sollte dann im dritten Quartal nächsten Jahres begonnen werden. Wenn die Zeitplanung passt, könnten 2018 die Wassertiere frei durch die Berkel wandern. Der Umbau des Hochwasserrückhaltebeckens Fürstenwiese wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Als Planungsziel steht die Fertigstellung in 2021 – fristgerecht der Vorgabe aus der Wasserrahmenrichtlinie.

Am Rande bemerkt: Im Stadtpark wird sich der jetzige Zufluss des Honigbachs verändern. Der aus der Osthellermark kommende Bach wird der Berkel direkt, oberhalb des Zuflusses zur Fegetasche, zugeführt. Der vorhandene Ententeich wird dafür weichen. Da dies zum ersten Projektteil gehört, wird es zu einem späteren Zeitpunkt einen zusätzlichen Ortstermin geben.

Weitere Bilder vom Ortstermin gibt es hier.

Ideen für Berkelaktionstag 2016

Berkelteam geht auf Tour durch die Berkelstädte

Mit dem Berkelaktiontag 2016 wollen Billerbeck, Coesfeld, Gescher, Stadtlohn und Vreden eine andere Perspektive des heimischen Flusses ermöglichen – mit Aktionen von Bürgern für Bürger. (Foto hlm)

Billerbeck/Coesfeld/Gescher/Stadtlohn/Vreden, 30.05.16 (PM). Am Sonntag, den 11. September 2016 wird Billerbeck, Coesfeld, Gescher, Stadtlohn und Vreden entlang der Berkel gefeiert. Die fünf Städte planen zu Ehren des Flusses ein großes gemeinsames Fest und haben dazu professionelle Unterstützung ins Boot geholt.

Die Regionale2016 hat den Startschuss gegeben, jetzt möchten die Kommunen die Zusammenarbeit an und mit der Berkel fortsetzen. Joachim Hartmann, Mitglied der kommunalen ‚Berkel-AG‘, erläutert: „Wir möchten die Berkel erlebbar machen, und zwar für Touristen und Anwohner. Dazu gab es 2015 den ersten Berkel-Aktionstag mit lokalen Schwerpunkten. Mit der Organisation und Durchführung des diesjährigen überregionalen Berkel-Aktionstages haben wir nun ein Team von PR- und Eventspezialisten, die alle einen engen Bezug zur Berkel haben, beauftragt.“

Zwischen Billerbeck und Vreden gibt am Fluss seit Jahren viel ehrenamtliches Engagement. Einiges davon wurde am Berkel-Aktionstag 2015 der lokalen Öffentlichkeit bekannt. Doris Röckinghausen, verantwortliche Koordinatorin des sechsköpfigen Berkelteams, macht deutlich: „Wir möchten dem Engagement vor Ort mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, indem wir überregionale Vernetzungen aufbauen und intensive Öffentlichkeitsarbeit leisten. Zusätzlich gibt es sicher neue Ideen und solche, die schon länger darauf warten, mit speziellen Hilfsangeboten umgesetzt zu werden.“

Die Berkel hat über Jahrhunderte die Menschen im westlichen Münsterland miteinander und mit dem Achterhoek verbunden. Daran möchte das Berkelteam anknüpfen. Auch an der niederländischen Berkel gibt es derzeit Entwicklungen, die Berkel wieder zu einem verbindenden Element werden zu lassen. Erste Gespräche für grenzüberschreitende Aktionen gab es bereits.

Um viele Interessierte persönlich zu erreichen, geht das Berkelteam in der ersten Junihälfte auf Tour.

 

TERMINPLAN

Gescher             MO, 06.06.16         19:30 Uhr          Café Glashaus

Stadtlohn           DI, 07.06.16           19:30 Uhr          Café Uferlos

Coesfeld            MI, 08.06.16           19:30 Uhr          Valkenhof

Billerbeck          DO, 09.06.16         19:30 Uhr           Waggon, Billerbecker Bahnhof

Vreden               DI, 14.06.16           19:30 Uhr          Sitzungssaal Rathaus

Bunt fährt der Coesfelder nach Dorsten

BahnLandLust-Express pendelt von Coesfeld bis ins Ruhrgebiet

Bahnlinie zwischen Coesfeld und Dorsten sowie Borken und Essen soll attraktiver werden.

Uta Schneider von der Regionalen tauft den neu gestalteten BahnLandLust-Express, der ab heute zwischen Coesfeld, Reken, Dorsten, Borken und Essen pendelt. Ein kleiner Hingucker ist der bunte Zug mit dem BahnLandLust-Logo am Triebwagen (kleines Bild). (Fotos hlm)

Coesfeld, 06.04.16 (hlm). Die Flasche Sekt konnte Uta Schneider, Chefin der Regionale 2016 Agentur, nicht wie bei der Schiffstaufe am Bug zerschmettern. Dafür durfte sie den „Coesfelder“ mit dem Prickelnden begießen. Denn so heißt der bunt gestaltete Zug der Nordwestbahn, der zwischen Coesfeld und Dorsten auf der Linie R 45 die Blicke auf sich ziehen soll. Als „Der Borkener“ pendelt er auf der Strecke RE 14 von Borken über Dorsten nach Essen.

Zur Zugtaufe des neu gestalteten BahnLandLust-Expresses gesellten sich Vertreter aus drei Verwaltungen und zwei Schienenverkehrsanbieter. Für Dr. Hermann Paßlick, vom Zweckverband SPNV Münsterland, ist das Regionale-2016-Projekt BahnLandLust ein Rettungsanker für die Strecke, die vor Jahren dem Rotstift der Deutschen Bahn zum Opfer fallen sollte. Noch heute reisen auf diesen Schienen unter 1000 Kunden täglich. „Bei über 1000 Gästen lohnt sich der Einsatz eines Zuges“, bilanziert Paßlick. Durch die Steigerung der Attraktivität der Bahnstrecke setzte er auf steigende Fahrgastzahlen. Der Verbandsvorsteher vom SPNV sieht sich in der Trendwelle der vernetzten Mobilität mitschwimmen. Die junge Generation sei nicht mehr so affine zum Auto, sondern suche günstigste und schnellste Möglichkeiten von Punkt A nach Punk B zukommen. Einen deutlichen Wandel spürt Plaßeck auch bei der älteren Generation: „Alt aber mobil.“ Der BahnLandLust-Express soll das unter dem Motto Einsteigen – Umsteigen – Aufsteigen ermöglichen. Die Mitnahme oder der Verleih von Fahrrädern wird fakultativ möglich sein. Dem Regionale-2016-Projekt geht es nicht allein um die Verbesserung der Mobilität zwischen dem ländlichen und städtischen Raum. Mit der Bahnlinie soll auch die touristische Attraktivität der Region gesteigert werden. Bis die Bahnfahrt von Coesfeld nach Essen ohne Umstieg in Dorsten gehen wird, müssen sich die Fahrgäste noch bis 2018 gedulden. Das angestrebte Datum nennt Thomas Backes, erster Beigeordneter der Stadt Coesfeld. Zeit, die für Planungen von Fahrplänen und der Schaffung von Infrastrukturen entlang der Bahnlinie gebraucht wird.

Aside

Seniorentage in Coesfeld: Regionale 2016 im Fokus

Coesfeld, 16.03.16 (PM). Die Coesfelder Seniorentage stehen am Samstag, 19. März, im Zeichen der Regionale 2016. Unter dem Titel „ZukunftsLAND verbindet – Was bringt die Regionale 2016 für Jung und Alt“ präsentieren sich mehrere Projekte aus dem westlichen Münsterland. Ein Fokus liegt auch auf den Regionale-Vorhaben der Stadt Coesfeld wie der „BerkelSTADT Coesfeld“. Aber auch Ideen und Vorhaben aus anderen Kommunen wie das „Intergenerative Zentrum Dülmen“ oder das „ZukunftsDORF Legden“ werden vorgestellt. Zudem werden auf großer Leinwand Kinder-Trickfilme gezeigt. Von 10.30 bis 14.00 Uhr steht die Bürgerhalle für Besucherinnen und Besuchern offen.

Das gesamte Programm der Coesfelder Seniorentage sowie weitere Infos zur Veranstaltung „ZukunftsLAND verbindet“ gibt es auch im Internet unter www.seniorennetzwerk-coesfeld.de und www.regionale2016.de.

Schuldenabbau durch die NaturBerkel

Neuer Flussverlauf wirkt ökologisch und ökonomisch Coesfeld, 15.10.15 (hlm). Auch wenn es ein gemeinsames Flusssystem ist, das unter dem Dach des Regionale-Projektes BerkelSTADT Coesfeld betrachtet wird: Planerisch getrennt wird die UrbaneBERKEL, mit dem der innerstädtische Flussverlauf in die Stadtarchitektur integriert werden soll, von der NaturBERKEL, die die gesetzlichen Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG WRRL) erfüllen…

Bäume weg – neues Grün hin

Ausschuss im Rat stimmt für die Gestaltungspläne zur UrbanenBerkel im Rahmen von BerkelStadt Coesfeld, 28.10.15 (hlm) Bei zwei Gegenstimmen schickt der Ausschuss Umwelt, Planen und Bauen (UPB) die Gestaltungsvorschläge zum Umbau des Schlossparkes, Bernhard-von-Galen-Straße und Wiemannweg in die nächste Entscheidungsinstanz. Gut vier Wochen ist es her, da gab der Ausschuss dem Planungsbüro Seebauer, Wevers und Partner…

Zompe gucken – Badende bestaunen

Der Berkelaktionstag will über die Grenzen wirken • Anrainerstädte Billerbeck, Coesfeld, Gescher, Stadtlohn und Vreden laden ein • Die Berkel als kulturhistorische Achse und Heimat erleben • Umfangreiches Programm in Coesfeld Coesfeld, 14.08.15 (hlm). Umbruchstimmung und nachhaltig wirkende Projekte hat die Regionale 2016 in den vergangen fünf Jahren angestoßen. Sie auf den Weg gebracht oder…

Bevölkerungswachstum in unserem Kreis

Die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik sinkt. Das ist im Kreis Coesfeld nicht so. Hier steigt die Einwohnerzahl – so ist es aus der Broschüre „ZukunftsLand. Die Regionale im Münsterland. Bewerbung für die Regionale 2013/2016. 2. Phase.“ zu erfahren. Wo liegt die Ursache für das Wachstum der Bevölkerung? Wie überall im Bundesgebiet sterben im Kreis mehr…