Person aus Umflut gerettet

Unwetter in Coesfeld: Seit 6:50 Uhr Ausnahmezustand

Am Wahrkamp unterstützt Landwirt Heskamp aus Flamschen die Feuerwehr und pumpt das Wasser ab. (Foto hlm)

Am Wahrkamp unterstützt Landwirt Heskamp aus Flamschen die Feuerwehr und pumpt das Wasser ab. (Foto hlm)

Coesfeld, 24.06.16 (hlm). Das heftige Unwetter in der Nacht von Donnerstag (23.06.) auf Freitag (24.06.) war ein Naturschauspiel mit Wetterleuchten nahezu im Sekundentakt. Soweit das Positive. Das Negative: Sturmböen, Hagel und Regen setzten ordentlich zu. Auf Nachfrage der Coesfelder Nachrichten berichtet der Leiter der Feuerwehr, Richard Schulze-Holthaus, von einem Ausnahmezustand seit 6:50 Uhr. Eine Person musste am Südring / Cronestraße aus der Umflut gerettet werden. Im gesamten Stadtgebiet, Wahrkamp, Sirksfeld und in Stockum rückten die Einsatzkräfte aus, um Keller leer zu pumpen. Die Bergallee bis zum Kloster Gerleve wurde wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Über die ganze Nacht hinweg war die Feuerwehr im Einsatz, unterstützt von der Polizei. Die Aufräumarbeiten halten an.

Am Wahrkamp leistet Landwirt Heskamp der Feuerwehr Hilfe und pumpt mit seinem Trecker das Wasser ab. „Die großen Hagelkörner und der Sturm haben die Blätter von den Bäumen gerissen, die die Abflüsse verstopften“, meint der Flamschener. Ein großer See habe sich gebildet. Besonders die Bewohner des Hauses an der Ecke Wahrkamp/Bergallee hat es getroffen. Der Keller lief voll. Auch andere in der Straße blieben nicht verschont. „Der Verkaufsschlager in den Baumärkten sind Gummiabzieher“, meint eine Coesfelderin.


Während die Mitarbeiter des Bauhofes mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind, blicken die Arbeiter der Stadtwerke Richtung Fürstenwiese. Der Wasserpegel der Berkel steigt unaufhaltsam. Das meiste Wasser führt die Umflut ab. Das reicht nicht. Wie Rolf Hackling von Abwasserwerk mitteilt, wird ein Teil des Wassers durch die Innenstadtberkel abgeführt werden müssen. Zusätzlich ist das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) an der Fürstenwiese angesprungen. Über einen Durchlass fließt Wasser in das große Speicherbecken und entlastet so die Berkel. Seit Jahren das erste Mal. Einige Coesfelder haben sich auf der Brücke am Blomenesch eingefunden. Smartphones in der Hand machen sie ein paar Bilder. Ein Bewohner des Viertels erinnert sich an das letzte Hochwasser, wo sich die Fürstenwiese in einen See verwandelte: „Das mag so Ende der 1970er Jahre gewesen sein.“

Hochwasser in Coesfeld

Eine Riesenpfütze versperrt den Rad- und Fußweg an der Billerbecker Straße (Foto hlm).

Gegenüber des Durchlasses zum HRB Fürstenwiese hat sich die Berkel in Richtung Billerbecker Straße auf den Rad- und Fußweg ausgebreitet. Ob noch eine weitere Hochwasserwelle aus Richtung Billerbeck kommt, ist noch ungewiss. Gewiss ist nur, dass die Wahrscheinlichkeit, mit solchen Regenereignissen konfrontiert zu werden, weiter zunimmt. Berichte von Überflutungen in unserem Landstrich sind keine Seltenheit mehr. Um auf solche drohenden Katastrophen besser gewappnet zu sein, plant die Stadt Coesfeld mit dem Regionaleprojekt BerkelStadt rund 5,1 Millionen Euro in den Ausbau des Hochwasserschutzes in der Fürstenwiese zu investieren.

Weiter Bilder vom „Tag danach“ gibt es hier.

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