AWO wird Träger der KiTa an der Hengte

Absolute Mehrheit im Ausschuss Jugend, Familie und Soziales

Coesfeld, 12.01.16 (hlm). Drei Organisationen haben sich um die Trägerschaft der geplanten Kindertagesstätte (KiTa) an der Hengte beworben. Doch bevor die Vertreter die Gelegenheit zur Vorstellung der Konzeptionen vor dem Ausschuss Jugend, Familie und Soziales erhielten, bat Ausschussvorsitzender Norbert Hagemann die Anwesenden zum Innehalten und Gedenken an die Opfer des Terroranschlages in Istanbul.

Die pädagogisch Vorstellung der Bewerber sind in vielen Teilen redundant. Deutlich differenzierter wird das Bild bei den Kostenvorstellungen. Besonders die Transparenz der Finanzierung und Folgekosten, die Geschäftsführerin Angelika Kirstein von Rasselbande gGmbH vorlegte, gefiel Nicole Dicke (Pro Coesfeld). Trotzdem stimmt sie mit Parteikollegen Robert Böyer für die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Eine KiTa, die als Zielgruppe berufstätige Eltern anspricht und einen flexiblen Betreuungsrahmen bietet, sei für Coesfeld ein innovativer Weg. Doch dem Dezernenten Dr. Thomas Robers sind die zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Stadt nicht tragbar. Diese wären insbesondere durch die Miete des Gebäudes entstanden, die das Coesfelder Unternehmer Voss als Investor errichtet hätte. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist die Unsicherheit, ob sich genügend Eltern für diese KiTa-Form finden lassen. Die Erfahrungen mit der schleppenden Nachfrage bei dem Versuch mit dem Modell Kiga Plus sind noch sehr frisch. Die Skepsis teilt Ingo Niehues vom Coesfelder Jugendamtselternbeirat: „Das Konzept der Rasselband ist toll, wird aber nicht die Mehrheit bei Eltern in Coesfeld finden.“ Das Argument „Mehr Trägervielfalt“ von Inge Walfort (SPD) fand bei allen anderen Parteien Kopfnicken. Und so erhielt die AWO mit zwölf Stimmen die notwendige absolute Mehrheit im Ausschuss und ließ den Mitbewerber, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Schatten stehen. Das DRK konnte den Ausschuss auch nicht mit dem vorhanden Netzwerk aus zwei bestehenden KiTas und viele parallelen Strukturen für sich gewinnen.

Nach der Abstimmung richtet Vorsitzender Hagemann den Wunsch an den Fachbereichsleiter der AWO – Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen die Länge der Bauzeit zu überdenken. Die gab Jürgen Schepp mit etwa einem Jahr an.

Eckdaten der KiTa in Trägerschaft der AWO

• Betreuung von Kindern unter drei und über drei Jahren in vier Gruppen
• Öffnungszeiten: 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr
• Maximal 20 Schließtage im Jahr mit Gewähr zur Betreuung in den Ferien.
• Favorisiert das Investorenmodell: Baukosten übernimmt ein Dritter, AWO mietet das Haus
• 250000 Euro Baukosten

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