„Ich bin das alternative Angebote zu Öhmann“

Coesfeld, 02.03.15 (hlm).

Gemeinsamer Bürgermeisterkandidat, Rainer Lagemann, der Coesfelder Parteien Bündnis 90 / Die Grünen, Aktiv für Coesfeld, Familienpartei, SPD und Pro Coesfeld stellt sich kritischen Fragen.

Die Coesfelder Parteien Bündnis 90 / Die Grünen, Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld, Familienpartei und SPD wollen den Kandidaten, Rainer Lagemann, gemeinsam durch den Wahlkampf führen und ihn als gewählten Bürgermeister nach dem 13. September durch die Rathaustür tragen. Doch bevor sein Name auf dem Wahlzettel gedruckt erscheint, müssen die Mitglieder der beteiligten Parteien den Mann zum Bürgermeisterkandidaten ernennen. Und das tun die Grünen, Aktiv für Coesfeld (AfC) und die Familienpartei an diesem Abend einstimmig. 12 Ja-Stimmen kommen von den Grünen. 18 Stimmen kommen von AfC und acht Stimmen von den Familien. Deren Abstimmungen liefen auf eigenen Mitgliederversammlungen im Vorfeld. Die Wahlergebnisse von SPD und Pro Coesfeld fehlen noch. Sie folgten der Einladung der Grünen nicht und wählen auf eigenen Versammlungen.

Auf der Mitgliederversammlung von Bündnis 90 / Die Grünen durften die Gäste den 48-jährigen Kandidaten mit Fragen löchern. Und es gab Kritische aus den Reihen der gut zwei Dutzend Gäste. Doch zuvor spricht Grüner Parteivorsitzender Norbert Vogelpohl von einem Novum an diesem Abend: „Eine Partei lädt zur Mitgliederversammlung zwei Parteien ein.“ Für den Vorsitzenden von Aktiv für Coesfeld, Klaus Schneider, setzt der gemeinsame Kandidat ein Signal und erzeugt Aufbruchstimmung, um den Wechsel zu erreichen.

Was will der Mann mit dem grünen Parteibuch in der Tasche besser machen, als der amtierende Bürgermeister Heinz Öhmann? Sein Slogan ist „Gestalten statt verwalten“. Aus seiner Schublade holt er die klassischen Themen demografischer Wandel, Bildung, Integration, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Finanzen. Er versichert nicht als Parteisoldat zu agieren: „Ich bin Mitglied einer Partei, aber ich werde parteineutral arbeiten. Mir war es immer wichtig, mit Menschen zu arbeiten.“ Und er setzt auf Bürgerbeteiligung und Stärkung der Teamfähigkeit in der Verwaltung. Ein Gast geht ins Detail und will wissen, wie Lagemann mit den Ergebnissen aus der anstehenden Elternbefragung zur Schulentwicklung umgehen will. Abwarten, bewerten und der Elternwille zählt – so seine Devise. Welche Waagschale mehr Gewicht bekommt – pro oder kontra Gesamtschule – bleibt aus: „Aufgabe ist es, eine sichere Schulzukunft zu gestalten.“

Auf einem Abend der Grünen darf die Energiepolitik nicht umgekehrt auf dem Tisch liegen bleiben. Man möchte wissen, wie sich die Stadtwerke zukünftig entwickeln wird. Ob sie in Ökostrom investieren wird. Lagemanns sieht da Entwicklungspotenzial und hat es auf seiner Agenda weit oben stehen: „Die Stadtwerke sind noch nicht in die Energieproduktion eingestiegen und können von der Erfahrung anderer Kommunen profitieren.“

Coesfeld rennt jedem Fördertopf hinterher und läuft Gefahr die Haushaltsrücklagen damit aufzuzehren, so eine Stimme aus dem Publikum. Die Antwort vom Bürgermeisterkandidaten: „Nicht jeder Fördertopf passt. Man muss auch mal nein zu einem Fördertopf sagen.“ Für ihn sollen nur zukunftsfähige Ideen über Kredite finanziert werden, wenn sie sicher begründbar sind. Verglichen mit anderen Kommunen sieht er die Finanzlage von Coesfeld gut: „60 Prozent der Kommunen beneiden uns.“ Er spricht die klammen Städte und Gemeinden an, die in der Haushaltssicherung stecken.

Auf einem Stuhl sitze ein Gast nachdenklich. So richtig überzeugend findet er Lagemanns Auftritt nicht und blickt zurück auf den Wahlkampf von 2009, als Velener Ralf Groß-Holtick gegen Öhmann antrat: „Ihm fehlt irgendwie das Charisma.“

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