Rückstände in der Lebensmittelindustrie: Experten diskutierten beim 16. Münster´schen Lebensmittelrechts-Kolloquium

Nicht erst seit dem Dioxin-Skandal zu Beginn dieses Jahres ist die Diskussion um Rückstände in der Futter- und Lebensmittelherstellung in aller Munde: Wie können die Rechte für Erzeuger und Verbraucher gesichert werden? Was kann Nachhaltigkeit leisten? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Experten und Branchenvertreter am Montag, 9. Mai 2011, beim 16. Münster`schen Lebensmittelrechts-Kolloquium (MLK) in den Geschäftsräumen des Münsterland e.V. beschäftigt.
„Die westliche Welt wird sich langsam daran gewöhnen müssen, auch die rechtlichen Zusammenhänge bei Nahrungsmitteln global zu verantworten“, erklärte Rechtsanwalt Dr. Philipp Gregor, Spezialist für Lebensmittel- und Futtermittelrecht, Fachanwalt für Agrarrecht und Initiator des MLK. „Das bedeutet insbesondere für die Nachhaltigkeit, dass das Vorsorgeprinzip auch bei Rückständen in der landwirtschaftlichen Umwelt und in der Nahrungsmittelproduktion angewandt wird. Das sind also brandheiße Eisen, die zu schmieden sind“, ergänzte der Experte.
Ob Dioxin, Pestizide, Antibiotika oder Schwermetalle: Die Rückstände in der Futtermittel- und Lebensmittelkette sind ein „ererbtes“ Generationenproblem, das nicht durch weitere Einträge an unerwünschten Stoffen vergrößert werden darf, so der Standpunkt der Fachleute.
„Nicht nur heute, sondern auch in der Vergangenheit wurden Kontaminanten in die Umwelt getragen. Dass wir heute in der Lage sind, dies auch nachzuweisen, bedeutet nicht, dass sich die Situation verschlechtert hat, im Gegenteil: Die verbesserte Analytik hilft uns, Dinge zu erkennen, die bislang noch nicht wahrgenommen werden konnten“, erläuterte Dr. med. vet. Roland Otto, Amtsleiter der Veterinär- und Lebensmittelkontrolle Münster, und unterstrich: „Der Nachweis von Rückständen sagt aber nichts über die Gefährdung der Konsumenten aus. Erst eine sachgerechte Bewertung macht dies möglich.“
Hochkarätige Referenten haben bei der Veranstaltung über die Stärken und Schwächen des Lebensmittelrechts gesprochen, darunter der Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg, Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, der Dioxin-Experte Dr. Thorsten Bernsmann vom Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland – Emscher-Lippe sowie Christian Grütters von der Gesellschaft für Qualitätsmanagement Agri-Q GmbH in Münster.
Für den Kooperationspartner Münsterland e.V. hat das MLK eine besondere Bedeutung: „Das Ernährungsgewerbe ist eine der Leitbranchen im Münsterland, die darin vertretenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe Wettbewerbsfähigkeit aus. Als Regionalmarketing-Verein haben wir ein besonderes Interesse daran, den Wirtschaftsstandort Münsterland weiter zu profilieren – daher bieten wir dem MLK gerne unsere Unterstützung an“, sagte Klaus Ehling, Geschäftsführer und Sprecher des Münsterland e.V. Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt und Schirmherr des 16. Münster´schen Lebensmittelrechts-Kolloquiums, fügte hinzu: „Die Veranstaltung passt perfekt zum Thema Netzwerken: Hier kommen wichtige Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kammern und Verbänden zusammen. Das MLK bietet damit nicht nur nahezu allen Beteiligten der Branche, sondern auch interessierten Vertretern der Wissenschaft, der amtlichen Kontrolle, Juristen und nicht zuletzt den Verbrauchern eine tolle Chance, sich über Veränderungen, neue Rahmenbedingungen und Anwendungen im Bereich des Futtermittel- und Lebensmittelrechts zu informieren.“

Quelle:
MÜNSTERLAND e.V.
Pressestelle
Airportallee 1
48268 Greven
www.muensterland.com

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