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Beuys und die Zeichnungssammlung Klüser

Anne Vollenbröker legt Buch vor

Joseph Beuys und Bernd Klüser (links) 1984 in Basel (Photo und Copyright Kurt Wyss, Basel)

Coesfeld/München, 22.01.18. Der Künstler und sein Galerist blicken auf das Kernstück einer Installation, sind in Betrachtung und Gespräch vertieft, mit der glimmenden Zigarette in der Hand, was heute, in Zeiten des Nichtraucherschutzgesetzes, wohl nicht mehr „angesagt“ wäre. Dieses Foto in klassischem Schwarz-Weiß, das den berühmten Joseph Beuys und seinen Förderer Bernd Klüser 1984 in Basel zeigt, ziert als Titelbild eine besondere Veröffentlichung: Denn Anne Vollenbröker, 1979 im nahen Münster geboren und in Coesfeld aufgewachsen, hat eine sehr fundierte Abhandlung vorgelegt – genauer gesagt: Ihre Dissertation, die sie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe eingereicht hat, ist nun als Buch veröffentlicht worden, 324 Seiten stark.

In der Menschheitsgeschichte wurde zwischen Jägern und Sammlern unterschieden. In Bernd Klüsers Arbeit verbindet sich beides. Als Galerist verfolgte und prägte er die Strömungen in Kunstwelt und Kunsthandel; zusammen mit seiner Frau Verena, die studierte Kunsthistorikerin ist und wie er ursprünglich aus Wuppertal stammt, baute er über die Jahrzehnte in München eine einzigartige Kollektion von Zeichnungen auf. Lange Zeit lag der Schwerpunkt der Galerie- und Editionstätigkeit von Bernd Klüser auf einer überaus engen Kooperation mit Joseph Beuys (1921-1986). Bereits im Jahr 1970 verlegte der damalige Jurastudent zusammen mit seinem späteren Galeristenkollegen Jörg Schellmann erste Editionen des Künstlers; zahlreiche gemeinsame Ausstellungen, Projekte und Publikationen folgten.

Anne Vollenbröker beschreibt Dimension und Resultate dieser Zusammenarbeit, wobei sie sich auf die Zeichnungssammlung Klüser konzentriert und diese im Rahmen einer „Case Study“ erforscht. Dabei wird deutlich: Der Sammler setzt Werke in ihren originären oder in einen neuen Zusammenhang. Seine Sammlung wird nicht nur zur Schatzkammer, sondern selbst zur Kunst. Folgerichtig lautet der Untertitel des Buches: „Der Blick des Sammlers als Blick des Künstlers“. Der Akt des Sammelns bedeutet  mehr als nur Vervollständigung, Arrangement  und  Interpretation, er ist auch schöpferisch und maßstabsetzend zugleich: Die beiden Sammler werden somit zum Künstlerpaar. Und spiritus rector für Entstehung und inhaltliche Ausrichtung ihrer Sammlung ist Joseph Beuys selbst.

Der gebürtige Krefelder war ein Revolutionär der Moderne, der den überkommenen Kunstbegriff infrage stellte und die Gesellschaft als  Soziale Plastik verstand, an deren Gestaltung jeder Mensch mitwirken sollte.  Seine genialen Zeichnungen stellen ihn jedoch in den Kontext der Kunstgeschichte – scheinbar leicht hingeworfen und dennoch hoch konzentriert, meisterlich in der Erfassung, Analyse und Abstraktion von Form, Kontur und Struktur. Sie sind zudem die „Quintessenz der Vorstellungswelt des Künstlers“, wie Vollenbröker festhält.  Die Sammlung Klüser – und somit auch Vollenbrökers Arbeit – zeigt bemerkenswerte Querverbindungen auf: Sie stellt Beuys in eine Reihe mit anderen Größen der Kunst  aus ganz unterschiedlichen Epochen – wie Giovanni Domenico Tiepolo, Caspar David Friedrich, Max Beckmann oder Tony Cragg. Beuys’Schaffen, das hier mit 150 Werken vertreten ist, spielt dabei eine Hauptrolle, wird zum „Ordnungskriterium der Sammlung Klüser“, wie Anne Vollenbröker schreibt. Der Neuerer bricht nicht völlig mit der Tradition, geradezu dialektisch setzt er sich mit ihr auseinander und schöpft aus ihr.

Aufgabe der Kunsthistorikerin, in diesem Fall der Kulturwissenschaftlerin, ist es dabei, das Werk in Worten nachzuschaffen, es sprachlich zu erfassen. Denn sie ist keine Geschichtswissenschaftlerin, sondern orientiert sich stets an der visuell erfahrbaren Welt; das Kunstwerk selbst ist ihre „Quelle“. Anne Vollenbröker  widmet sich ihrem Thema überaus kenntnisreich und durchaus mit Akribie, jedoch ohne den Gesamtzusammenhang aus dem Blick zu verlieren. Die große gemeinsame Ära von Joseph Beuys, Verena und Bernd Klüser hat Vollenbröker, man blicke auf ihr Geburtsjahr, nicht bewusst erlebt. Doch ein intensiver Austausch mit dem Münchener Sammlerehepaar, aber auch ihr bisheriger Lebenslauf untermauern ihre Expertise. Ihr Studium der Kulturwissenschaften, Journalistik und Italianistik in Florenz und Leipzig schloss Vollenbröker 2008 mit der Magisterprüfung ab. Zuvor hat sie für die Collezione Peggy Guggenheim in Venedig (2004) und in der Galerie Eigen + Art in Berlin (2008) gearbeitet – um nur einige Stationen zu nennen. Seit einigen Tagen leitet sie die Geschäftsstelle der Stiftung Pinakothek der Moderne in München. Durch ihr Buch empfiehlt sie sich dafür.

Gastbeitrag von Christoph Hüsing


Buchtitel

Anne Vollenbröker: Joseph Beuys und die Zeichnungssammlung Klüser. Der Blick des Sammlers als Blick des Künstlers, Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston 2017; 69,95 EUR.

KiGa-Platz – Bedarf bis zum 12.01.18 melden

Keine absolute, aber notwendige Frist

Denk dran, anmelden für den Kindergarten!

Eine absolute Frist ist der 12.01.18 für die Eltern nicht, wenn sie ihre Kinder für das Kindergartenjahr 2018/2019 in Coesfeld anmelden wollen. Aber ein Datum, mit dem der Stadtverwaltung genügend Zeit zur Planung bleibt. Der Meldestatistik nach braucht es 1497 Plätze. Davon 400 für Kinder unter drei Jahre. In welcher Einrichtung und wie lange diese Kinder pro Woche betreut werden sollen, geben die Eltern bei der Anmeldung an. Diese kann im Wahlkindergarten direkt erledigt werden. Die Stadt Coesfeld steht zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

„Da sind noch Mehrfachmeldungen von Kindern in verschiedenen Einrichtungen und reichlich Bewegung drin“, so die Erfahrung von Hartmut Kreuznacht, zuständig für die Jugendhilfeplanung bei der Stadt Coesfeld. Prinzipiell sollte die Stadt genügend Plätze zur Verfügung haben. Eventuell nicht pünktlich zu Beginn des Kindergartenjahres. In greifbare Nähe rückt das Bauprojekt für einen weiteren Kindergarten mit 75 Plätzen in
Trägerschaft des DRK. Bei rechtzeitiger Fertigstellung hat die Stadt einen Bestand von 1367 1369 (371 Kinder unter drei Jahre und 998 Kinder über drei Jahre).[1] Ein bisschen enger zusammenrücken in den Kindergärten heißt es da zunächst. Denn das Defizit von 137 135 Plätzen soll durch eine zeitlich begrenzte Vergrößerung der Gruppen abgefedert werden. Ab dem Jahr 2019 könnten weiter 100 Plätze vorhanden sein, wenn die integrative Einrichtung von Haus Hall am Gerlever Weg bezugsfertig sein sollte.

Eltern haben für ihre Kinder unter drei Jahre einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz und für Kinder über drei Jahre einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. [2] Der Bedarf muss spätestens sechs Monate vor Inanspruchnahme von den Eltern schriftlich angemeldet werden, wie das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW auf Anfrage der Coesfelder Nachrichten erläutert. Bei Zuzug nach Coesfeld kann mit einem Sonderantrag diese Frist verkürzt werden. „Für solche Fälle haben wir bis jetzt immer eine Lösung gefunden“, beruhigt Kreuznacht.

Bei der Voranmeldung geht es auch um die Nachfrage der wöchentlichen Betreuungszeiten 25, 35 oder 45 Stunden.Dafür gibt keinen Rechtsanspruch. Im Kinderbildungsgesetz heißt es dazu: „Der zeitliche Umfang des Betreuungsanspruchs richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Die Eltern haben das Recht, die Betreuungszeit für ihre Kinder entsprechend ihrem Bedarf und im Rahmen dieses Gesetzes zu wählen. Die Träger der Tageseinrichtungen und die Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendämter) sollen das Angebot an den Bedarfen der Familien ausrichten und den Wünschen für den Betreuungsumfang in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege entsprechen.“[3] Hier hat die Kommunen eine Einschränkung in der Planung. Sie darf den Anteil der über dreijährigen Kinder mit einem Betreuungsbedarf von 45 Stunden um maximal um vier Prozent des Vorjahres erhöhen.[4] Es gibt somit nur ein eingeschränkt Kontingent für die maximale Betreuungsdauer.


[1] Stadt Coesfeld, Öffentliche Beschlussvorlage vom 31.08.2017: Bedarfsplanung Kindergartenbetreuung Auskunft der Stadt Coesfeld vom 11.01.2018
[2] http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2016&Sort=3&nr=76248&pos=0&anz=185
[3] Kinderbildungsgesetz NRW, § 3a, Wunsch und Wahlrecht, Absatz 3
[4] Kinderbildungsgesetz NRW, § 19, Berechnungsgrundlage für die Finanzierung der Kindergarteneinrichtungen, Absatz 3

Schwedings Handhabung der Wolken

Ein Roman mit einem Platz unterm Weihnachtsbaum

Schwedings Handhabung der Wolken. Ein gelungener und lesenswerter Roman, den der Coesfelder Georg Veit kürzlich veröffentlicht hat. (Foto hlm)

Coesfeld, 14.12.17 (hlm). Ist es kindliche Naivität in Wolkenbildern Figuren zu erkennen – kurzlebige, immer wechselhafte? Ist es ein Ausdruck von Kreativität – oder gar ein Medium zur Präkognition, zum Hellsehen? Schweding sieht genau das darin. Eine Fähigkeit, gar ein geerbtes Talent, die in einem münsterländischen Dorf, in dem er geboren und aufgewachsen ist, nicht sein darf. Seitens seines Vaters nicht, von seinen Verwandten nicht und von seinem Umfeld ohnehin nicht. Er wird gehänselt, ausgegrenzt und isoliert sich zunehmend. Da passt es Schweding im Erwachsenenalter als Experte vorzüglich in einer Wetterstation am Longinusturm in den Baumbergen zu arbeiten. Am höchsten Punkt des Münsterlandes, den Wolken am nächsten dran. Der ansonsten stille Vater Johannes Schweding, der seinen Sohn an einer Stelle im Buch aus eigener Erfahrung belehrt: „Unauffälligkeit! Wenn man außen sicher ist, ist man’s drinnen auch“, wird später Opfer seiner eigenen Unterdrückung. Schweding kann es dennoch nicht lassen und hört nicht auf seinen Vater. Der Eigenbrötler feilt an seiner Präzision der Methodik geradezu mit wissenschaftlichem Ansatz. Er wird der Hellseher, der Spökenkieker, der mit Hilfe von Wolkenbildern in seine fantastisch visionäre Welt taucht und seine Fähigkeiten so weit perfektioniert, dass er auch ohne sein Hilfsmedium in seine Gedankenwelt eintauchen kann. Er wird zum Voyeur, zum Big Brother, wenn er seinen auserwählten Probanden für seine Experimente beobachtet. Nur eines kann oder will Schweding nicht: Sehen, dass die in seinen Kindheitstagen tödlich verunglückte Mutter ein Mordopfer war. Schlussendlich gerät der Hellseher selbst in Zweifel an seinen Fähigkeiten. Am Ende gehen Schweding entsetzt die Augen auf: Er war selbst über Jahrzehnte hinweg Proband eines Experimentes.

Coesfelds Buchautor Georg Veit schreibt mit seinem Roman nicht einfach eine Geschichte, die im Münsterland spielt. Er konstruiert mit Worten kunstvoll ein bisweilen surreales Gebilde mit filigran verschachtelten Sätzen, die den Leser in seine Welt eintauchen lässt. Mit den punktuell gesetzten wahren Geschichtsereignissen schwankt man zwischen der Fantasiewelt und der realen Welt hin und her. Da wird das detektivische Gespür geweckt, das Geburtsdatum des Hellsehers aufzustöbern. Denn auch das lässt Veit im Latenten. Die Kontinuität, mit der Schweding ohne Vornamen bleibt, hinterlässt eine Distanz zu dieser bisweilen abstoßenden, aber auch bedauernden Figur mit autistischen Zügen.
Kurz und knapp als Tipp der Redaktion: Kaufen. Einpacken. Verschenken!

Georg Veit: Schwedings Handhabung der Wolken.
ISBN 978-3-942788-39-7
Preis: 16,00 €
Erschienen im Elsinor Verlag, Coesfeld, 2017

Acht Wochen „Bürgerbühne“ nutzen

Friedrich Becker holt mit seiner historischen Uniform ein Stück Geschichte über Coesfeld bei seiner Führung „Militär und Befestigungsanlagen in Coesfeld“ vor die Haustür. (Foto Stadt Coesfeld)

Arbeitskreis Kultur & Freizeit mit frischem Angebot für Bürgerinnen und Bürger

Coesfeld, 25.11.17 (hlm). Die Bühne im Schlosspark wird einmal jährlich von der Stadt zur Nutzung aufgebaut. „Wahrscheinlich im Bereich der Sommerferien“, terminiert grob Udo Hoppe, Geschäftsführer des Stadtmarketingverein Coesfeld & Partner. Nach ursprünglichen Vorstellungen sollte die „Bürgerbühne“ auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Aber es stellte sich aktuell heraus, dass zum einen der Aufbau für Laien zu Komplex sei. Zum anderen die Kosten zu hoch seien, wenn Mitarbeiter des Bauhofs diese Aufgabe übernehmen. Elf Arbeitsstunden werden für Auf- und Abbau, Transport und Einlagerung kalkuliert. Das macht Kosten von 2480 Euro, so die Auskunft aus dem Rathaus. Eine Summe, die die Mieter tragen müssten. „Das ist zu viel und ist keinem Verein oder Bürger zumutbar“, meint Hoppe. Die Alternative könnte so aussehen: Die Stadt lässt die Bühne für acht Wochen einrichten. Nach vorheriger Anmeldung kann dann die Eventstätte über der Berkel von jedem genutzt werden. Bei einigen Punkten besteht aber noch Klärungsbedarf. Besonders empfindliches Thema ist der Lärmschutz. Beim Event „Sport im Park“, dass im Zuge der Eröffnung des Schlossparks viele Menschen bewegt hat, zeigten Messungen Schalldruckwerte, die über die Grenzwerte gingen. Zukünftig bedarf es einer Regelung, was überhaupt im Schlosspark möglich ist und wie die Lärmbelästigung in Grenzen zu halten ist. Bis alles in trockenen Tüchern ist, wird es noch etwas Zeit brauchen. Das war Ergebnis eines Besprechungspunktes auf der Sitzung des Arbeitskreises Kultur & Freizeit vom Stadtmarketingverein am vergangenen Mittwochabend im Pulverturm.

Auf der Tagesordnung stand auch das zukünftige Vorgehen des Hansemahls. Martin Althoff von der Interkulturellen Begegnungsprojekte e.V. (IBP) findet prinzipiell: „Die Einfachheit ist der Charakter der Veranstaltung.“ Damit zielt er auf die Aufstellung von Bänken und Tischen ab. Um den Rest kümmern sich bekanntlich die Teilnehmer. Trotzdem ist das Angebot nicht zum Renner aufgestiegen. Der Grund ist nicht das Interesse. Vielmehr hat in der Vergangenheit schlichtweg das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einer Verschiebung auf einen anderen Monat soll sich die Wahrscheinlichkeit, einen Tag mit trockenem und wärmerem Klima zu treffen, erhöhen. Zusätzlich ist angedacht, das Hansemahl mit dem Feierabendmarkt an einem Donnerstagabend zu koppeln. Dann gäbe es parallel zusätzliche Strukturen und Versorgungsangebote für die Teilnehmer, schätzt Arbeitskreissprecherin Anne Grütters.

15 Stadtrundgänge hat Coesfeld im Repertoire. In 2018 ergänzt sich das Angebot um die Führung „Militär und Befestigungsanlagen in Coesfeld“. Die Probeläufe mit Friedhelm Becker in 2017 seien gut angenommen worden. Magnet ist dabei Beckers Auftritt. In historischer Militäruniform und altertümlicher Waffenausstattung macht er sich auf Spurensuche bis ins mittelalterliche Coesfeld. Dieses Angebot und weiter finden sich ab dem Frühjahr 2018 in der Neuauflage der Broschüre „Stadtführungen Coesfeld“.

Die letzte Arbeitskreissitzung in diesem Jahr hat auch einen resümierenden Blick auf den zweiten Coesfelder Atelierrundgang geworfen, bei dem heimische Künstler ihre Türen zu den Werkstätten für Interessierte öffneten. Coesfelds Künstlerin Karola Wortmann findet durchweg positive Resonanz. Mit den Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen, sei es eine Bereicherung für Künstler und Kunstinteressierte gewesen. In zwei Jahren soll dieses Angebot wiederholt werden. Aber nicht im September, wie beim diesjährigen Rundgang, sondern in der ersten Hälfte des Jahres. Denn im Herbst 2019 wird Coesfeld ganz im Zeichen der Kulturnacht stehen.

Impulse der Zusammenarbeit

Spontanes Ständchen zum Geburtstag des Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke

Coesfeld, 16.05.17 (Thomas Bücking). Das war eine Überraschung für Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke. Arnold Gerritsen (Vorsitzender der Stichting dritten Berkelcompagnie), Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann und alle Konferenzteilnehmer wünschten ihm mit einem gemeinsamenn viel Glück und viel Segen. Die erste deutsch-niederländische Zusammenarbeit an diesem Tage war damit schon erfolgreich.

Wie sich die Innenstadt-Berkel zukünftig ins Stadtbild integriert erläutern Larissa Bomkamp (Stadt Coesfeld) und Thomas Bücking (3. Berkelcompagnie) deutschen und niederländischen Mitgliedern der Berkelcompagnie bei einem Rundgang. Foto hlm

Auch die sehr gute Resonanz auf die gemeinsame Einladung der dritten Berkelcompagnie und Stadt Coesfeld zu der inzwischen siebten Berkelkonferenz in Coesfeld geht auf der Erfolgsseite, wie Arnold Gerritsen in seiner Begrüßung betonte. Achtzig Teilnehmer aus der Politik, den Regionalverwaltungen, von Kreisen und Gemeinden, Wasserbehörden und –verbänden, aber ebenso auch von Tourismusverbänden und jeglichen Institutionen, die Bezug zur Berkel haben, hatten den Weg ins Coesfelder Rathaus gefunden. Gerritsen betonte: „Es ist die Berkel, die uns verbindet und für deren Belange sich unsere Compagnie einsetzt.“

Bürgermeister Heinz Öhmann nahm diesen Gedanken auf: „Compagnie heißt, wir handeln gemeinsam. Also lassen Sie uns gemeinsam handeln, um die Zukunft in unserer Region zu gestalten“, hob Öhmann in seiner Begrüßung hervor, die er auf Niederländisch hielt.

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke erinnerte in seinem Grußwort an die Vorläufer der dritten Berkelcompagnie: Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Berkel wirtschaftlich zu nutzen, sie schiffbar zu machen. Nachdem dieses Ziel nicht erreicht werden konnte, war es lange Zeit ruhig um die Berkel. Erst in den vergangenen Jahren habe man „den Zauber der Berkel erkannt“. So widmet sich die dritte Berkelcompagnie heute der gemeinsamen Förderung von Tourismus, Landschaftserleben und den Zielen von Naturschutz und Wasserwirtschaft. Er habe nun die dritte Berkelkonferenz und die immer gute Atmosphäre miterlebt und lobte den grenzüberschreitenden Zusammenhalt. Er habe den Eindruck, dass die „Berkelfamilie richtig gut zusammengewachsen“ sei.

Anneliese Haselkamp, stellvertretende Landrätin des Kreises Coesfeld, schlug in die gleiche Kerbe. Sie beschrieb die vielfältigen Verbindungen, denn Wasser und Natur kennen eben keine staatlichen Grenzen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch über die aktuellen Entwicklungen und Aktivitäten entlang der Berkel.
Themen gibt es reichlich: Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016-Agentur berichtete darüber, welche Regionale-Projekte bereits umgesetzt worden sind und gab einen Ausblick, wie es nach Abschluss des Präsentationsjahres ab dem 30.06.2017 weitergeht. Ihr Credo war: Weiterberkeln!

Einen ganz interessanten Einblick in die Entwicklung der Touristikwerbung im Euregio-Raum gab Prof. Dr. Gert-Jan Hospers von der Twente Hochschule aus Enschede. Er stellte die großen Chancen des grenzüberschreitenden Berkelkorridors heraus und hatte auch schon ausgemacht, dass mit der „Badenden“, die in allen Städten entlang der Berkel wiederzufinden ist, auch ein ganz hervorragendes Markenzeichen gefunden ist. Seine Schlussfolgerung: Das was die Meerjungfrau für Kopenhagen, ist die Badende für die Berkel!

Die niederländischen Entwickelungen stellte Antoinet van Helfort-Looman, Hemrädin bei der Waterschap Rijn en IJssel, vor. Die Waterschap als große Organisation für die Wasserwirtschaft im Einzugsbereich zwischen Rijn und IJssel hat gemeinsam mit den niederländischen Berkelstädten einen „Berkeldalproces“ angestoßen. In ihm sollen Visionen für die Entwicklung des Berkeltales unter Gesichtspunkten unter anderem wie Natur und Umwelt, Kultur und Touristik entwickelt werden. Dabei ist eine breite Beteiligung der Akteure vorgesehen.

In lockerer Diskussionsrunde unter Moderation des Berkelkenners Thomas Bücking, Vorstandsmitglied der dritten Berkelcompagnie, wurden dann noch weitere Themen zusammengetragen, die in Zukunft voran gebracht werden sollten. Aber zunächst steht ganz greifbar für die Menschen im Berkeltal der nächste Berkelaktionstag am 23. Juli 2017 an. Ein bunter Strauß an Aktivitäten ist geplant – und der wird sich auch bis in die Niederlande erstrecken. Der Berkelaktionstag, der im letzten Jahr mit großem Erfolg stattgefunden hatte, soll nach dem Willen der Teilnehmer in Zukunft regelmäßig reihum stattfinden, wenn möglich auch im Rahmen eines „Interreg-Projektes“ und gefördert durch die EU.

Bei all dem Lob für die Arbeit der dritten Berklecompagnie wies der Vorsitzende Arnold Gerritsen darauf hin, dass sich der Verein bisher ausschließlich ehrenamtlich und ohne eigene Finanzmittel eingebracht habe. Er warb dafür, dass die Aktivitäten der Stichting seitens der Kommunen mit einem kleinen Obolus unterstützt werden sollten.

Am Nachmittag gab es die Berkel „live“: Auf verschiedene BerkelSTADtführungen sahen sich die Konferenzteilnehmer die Coesfelder Berkelprojekte aus der Nähe an.

Ostergruß verteilt

Coesfeld / Lette, 15.04.17 (PM). Mit orangen Teamjacken verteilten Mitglieder des CDU-Ortsverbandes in Coesfeld (Bild) und Lette rund 2.000 bunte Ostereier mit einem Ostergruß. Die Ostereier fanden reißenden Absatz und wurden als nette Geste gewürdigt. Coesfelds Landtagskandidat Wilhelm Korth beteiligte sich an der Aktion und suchte das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürger. (Foto CDU Coesfeld)

Wo leben wir?

Nutze deine Stimme

Coesfeld, Europa, die Welt, 26.02.17 (hlm). Wie beschaulich lebt es sich in Coesfeld! Weit ab von der großen Politik und vom Weltgeschehen gehen wir in unserem Berkelstädtchen dem Alltag nach. Ja, es geht uns sehr gut. Nur gelegentlich werden wir mit großen Dingen konfrontiert. Nehmen wir das Beispiel Flüchtlingshilfe. Mit Engagement vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger halfen und helfen Menschen anderen Menschen, die vor Krieg, Terror, Mord und anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben. Heimat verlassen! Was bedeutet das? In der Allgemeinen Zeitung hat vor einiger Zeit die Journalistin Eman Khalf in einem Kommentar ihre Eindrücke beschrieben. Es waren Sätze, die mich als weltoffener Mensch tief bewegt haben. Der Heimat den Rücken zu zudrehen und zu verlassen. Das ist kein Umzug in eine andere Wohnung. Diesen Entschluss fassen Menschen, die in ihrem Land keine Perspektive mehr sehen. Sei es langfristig oder kurzfristig. Sie gehen, nehmen Erinnerungen mit, lassen Wohnort, Arbeit, Ausbildungsplätze, Verwandte und Freunde zurück, auf der Suche nach Sicherheit. Und machmal entpuppt sie sich als Unsicherheit oder endet gar mit dem Tod.

EU-Gebäude in Brüssel. (Foto Amio Cajander, Flickr)

Unsere Stadt gehört der Europäischen Gemeinschaft an. Ein Staatenverbund, der 2012 den Friedensnobelpreis erhielt. Überreicht, da wir uns für Frieden, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben. Darauf können wir Stolz sein. Einige Wenige sehen das nicht. Sie wollen eine Umkehr; den Rückschritt in die staatliche Isolation. Einen Weg, den ich nicht mit gehen will. Denn ich bin Europäer. Ich setzte auf eine starke Union, die mit den wichtigsten Werte Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsrecht und Menschrecht ein starkes Rückgrat der Demokratie ist. Genau diese Werte werden unterhöhlt und infrage gestellt. In Deutschland will die Alternative für Deutschland Europa abschaffen. Sie will die Schlagbäume wieder aufstellen und die gemeinsame Währung aufgeben. Das ist reine Polemik und bringt uns nicht weiter. Dieser Weg ist ein Rückweg!

Zurück zu unseren beschaulich und friedvollen Coesfeld. Äußerlich mag es stimmen. Doch hier brodelt es hinter den Fassaden. In den sozialen Netzwerken werden sich verbale Schlachten geliefert, Beleidigungen, rechtspopulistische Gedanken unterschwellig und unverblümt veröffentlich und bisweilen mit „Daumen hoch“ kommentiert. Hoffung habe ich: Denn es halten zunehmend Bürgerinnen und Bürger dagegen. Um unsere Demokratie zu verteidigen, braucht es mehr Bekenner, die sich zur gewaltfrei wehren und sich öffentlichen Diskussionen stellen. Besonders spreche ich die Lokalpolitiker an. Mit ihrer Nicht-Einmischung düngen sie geradezu den Boden für den Rechtspopulismus und einem latenten Autokratismus.

Doch es ist Hoffnung in Sicht. Die Niederländer nutzten mit einer Wahlbeteiligung von 82 Prozent ihr demokratisches Recht. Sie haben dem geeinten Europa eine deutliche Stimme gegeben und ihren Ministerpräsidenten Mark Rutte im Amt bestätigt. Sie haben dem Gesellschaft spaltenden Geert Wilders mit seiner Ein-Mitglieds-Partei ein deutliches Signal gegeben: „So nicht!“.

Am 14. Mai 2017 ist Landtagswahl. Lasst uns die Chance ergreifen. Machen wir es wie die Niederländer. Nehmen wir unser Stimmrecht. Setzen wir damit dem Versuch unsere Grundwerte zu untergraben ein deutliches Ende. Beantworten wir damit die Frage wo wir leben wollen mit: „In Europa!“

 

Online gucken – lokal einkaufen?

Das Internet bietet dem Einzelhandel mehr als  einen Präsentationsraum

Coesfeld, 05.03.17 (hlm). Sie sitzen in Cafés, Restaurants, auf Bänken oder stehen an diversen Orten in der Fußgängerzone. Eines haben viele gemeinsam. Der Blick auf das Smartphone. Hastiges tippen von Zeichen, telefonieren oder mit Stöpseln im Ohr Musik hören. Angesprochen nimmt Pia Angelina Wulff ihren Kopfhörer ab: „Na klar nutze ich das Netz und informiere mich über das Angebot in einer Stadt. Ich will ja nicht umsonst hingehen.“ Das virtuelle Schaufenster der Stadt Coesfeld kennt sie nicht. „Brauche ich auch nicht, ich kenne die Stadt ja“, schmunzelt die junge Coesfelderin.

Der gastronomische Sektor bietet in den Geschäften freie WLAN-Hotspots für Kunden an. Vor der Tür gibt in der Fußgängerzone den CosiSpot. Durchschnittlich 300 Nutzer klinken sich damit täglich ins Netz ein, wie Antje Evers, Sprecherin der Stadtwerke Coesfeld auf Anfrage der CN mitteilt. Seit der Freischaltung, Mitte 2015, holten sich gut 300000 Nutzer die virtuelle Welt auf ihre Endgeräte. Kostenfreies Internet – mit einem Hintergedanken. Die Stadt soll attraktiver werden und Kunden in die Geschäfte locken.

Die Fussgängerzone zum Erlebnisraum machen. Da könnte das Internet helfen. (Foto hlm)

Auf der Bank sitzt die Coesfelderin Angelika Reher für eine kurze Pause. Das Internet spielt für sie keine Rolle. Sie kauft lieber alles vor Ort ein. Und wenn es das Gesuchte nicht gibt, findet sie es in einer anderen Stadt. „Mir fehlen in Coesfeld die Vielfalt und der Unterhaltungswert in der Fußgängerzone“. Sie kritisiert damit die vielen Geschäfte der gleichen Branchen. Mehr lockere Veranstaltungen könne mehr Leben in die Fußgängerzone bringen. Damit meint sie nicht die verkaufsoffenen Sonntage oder Ähnliches. Sie spricht von Straßenmusikanten oder anderen kleineren Aktionen.

„Es geht um Kundenkommunikation“

Aktionen? Wie das gehen kann, ist in Dülmen, bei Schenken-Kochen-Wohnen, zu sehen. Der Geschäftsinhaber Bernhard Homann bietet nutzbringende Workshops, wie Messer-Schleifkurs, für seine Kunden an. Das Internet ist nicht die reine Verlängerung der Ladentheke. Im Zusammenspiel mit den sozialen Netzwerken sieht er in der Onlinewelt einen Spielball, um Kunden in sein Geschäft zu locken. „Es geht nicht um den Onlineshop, sondern um Kundenkommunikation“, plakatiert Lars Werkmeister, Geschäftsführer des Lüdinghauser Stadtmarketingvereins, die Möglichkeiten für die Nutzung der Internetwelt. Potenziale, die Händler in der Stadt für sich entdecken können.

Sprecher des Arbeitskreises Hanel & Gastronomie, Werner Prause (l.) sieht in er Vernetzung mit der Netzwelt die Chance den Coesfelder Handel attraktiv darzustellen. Aber es ist nicht Allheilmittel. (Foto hlm)

„Das Internet ist keine Konkurrenz!“ Aus dieser Perspektive sieht es Werner Prause, Händler in Coesfeld und Mitglied im Stadtmarketingverein Coesfeld & Partner. Für den Sprecher des Arbeitskreises Handel und Gastronomie ist es ein Werkzeug, um sich zu präsentieren und die Attraktivität der Stadt zu steigern. Immer mehr Einzelhändler präsentieren sich mit Websites. Zusammenfassend dargestellt werden diese in dem virtuellen Schaufenster. Das Webportal ist mit dem Suchbegriff „Einkaufen in Coesfeld“ bei allen gängigen Suchmaschinen unter den Top 10 zu finden. Das ergab die Recherche von CN.

Zugriffszahlen auf das Webportal sind von der Stadt Coesfeld nicht zu bekommen. Wegen Bindung an den Datenschutz und einem zu zeit- und kostenintensiven Aufwand wolle man die Anfrage nicht beantworten, heißt es aus der Pressestelle.

Auf Webshops setzt der Coesfelder Stadtmarketingverein nicht. Prause: „Wir wollen die Menschen in der Stadt haben.“ Dazu braucht es eine attraktive Innenstadt. Bei der Stadtentwicklung ist das in erster Linie die Hausaufgabe der Stadtverwaltung. Einen Anziehungsmagnet erhofft sich der Arbeitskreissprecher mit Blick auf den Schlosspark durch das Regionale-2016-Projekt „Urbane Berkel“. Weiter gehört zur Schaffung eines positiven Umfeldes die Bereitstellung von genügend Parkraum. Eine Baustelle, die in seinen Augen noch nicht geschlossen ist. Zur Attraktivität einer Stadt zählen auch fachkundige Beratung und freundliches Auftreten gegenüber den Kunden. Aufgaben, die den Händlern durch Weiterbildungsangebote und Schulungen obliegen. Prause sieht Coesfeld vorne mit schwimmen: „Man kommt sogar aus dem weiteren Umfeld, weil dem Kunden hier freundliche und gut ausgebildete Mitarbeiter begegnen.“

Einen Zukunftsweg will der Stadtmarketingverein gehen. Der digitale Coesfeld-Gutschein wird kommen und damit einen Faden zwischen der Netzwelt und dem Handel spinnen. Prause bilanziert. Schon der analoge Coesfeld-Gutschein sei ein Erfolgsmodell. Er binde 230000 Euro Umsatz pro Jahr an Coesfeld.

Kein Onlineshop präferiert. Die Händler wollen die Kunden lieber in der Stadt haben. (Foto hlm)

Erika Eismann tummelt sich mit ihrem Spielwarengeschäft in einer Branche mit großer Konkurrenz im Internet. Laut einer Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel sind in 2016 Spielwaren im Wert von rund einer Milliarde Euro über das Netz verkauft worden. Trotzdem sieht sie für ihr Geschäft eine gute Chance. Sie setzt auf Beratung und Service. So wie die Kundin, die sich gerade verschiedene Gesellschaftsspiele erklären lässt. Zurzeit wird an einer Webseite gefeilt. Als reine Präsentation, um auf sich aufmerksam zu machen. „Die wird kein Onlineshop haben“, äußert die Inhaberin klar.

Die Netzwelt bleibt als Ausweg

Besonders wenn es um ein spezielles Produkt geht, das vor Ort nur schwer zu bekommen ist, ist die Bestellung im Internet die Wahl. Das berichten mehrere Facebook-Nutzer auf eine Anfrage. Weitere oft genannte Gründe, den Onlinehandel zu nutzen, sind eingeschränkte Mobilität, preisliche Differenzen und unbegrenzte Produktauswahl. Und auch die gibt es: Im Internet über Produkte informieren und im lokalen Geschäft kaufen.

Bekenntnisschule birgt auch Chancen

Schulgesetz erlaubt evangelischen Religionsunterricht

Ginge auch beides: katholischer und evangelischer Religionsunterricht (Fotos Wikipedia, Montage hlm)

Lette, 02.02.17 (hlm). Wie berichtet, ist Schulleiterin der Kardinal-von-Galen-Schule, Sabine Schäfer, der Auffassung, sie bräuchte keinen evangelischen Religionsunterricht an der Bekenntnisschule anbieten. Das Kontingent der Lehrerstunden sei verplant. Nur die Streichung bei anderen Angeboten könne notwendige Kapazitäten schaffen. Da es mit der Martin-Luther-Schule in Coesfeld ein evangelisches Angebot bestünde, können Eltern bei der Schulanmeldung auf diese Alternative zurückgreifen. Weiterhin stimmen bei der Anmeldung von Kindern an der katholischen Grundschule in Lette die Erziehungsberechtigten den Erziehung nach katholischen Werten zu.

Das sehen die Stadt Coesfeld und die Bezirksregierung Münster differenzierter. Laut Schulgesetz NRW muss ein Unterricht eines anderen Bekenntnisses angeboten werden, wenn mehr als 12 Schüler einer gleichen Glaubensrichtung an einer Schule sind. Im Falle der Kardinal-von-Galen-Schule stehe sogar eine evangelische Fachkraft für den Unterricht zur Verfügung, so die Aussage der Pressestelle der Bezirksregierung. Den Anspruch auf den Religionsunterricht müssen die Eltern bei der Schule anmelden.